Autorenwebsite von Isi Winderberg - Über die magische Kraft der Liebe
Fachbücher, Romane und literarische Themeneditionen: Geschichten mit Tiefgang. Wo die Magie der Worte die Herzen berührt.

Emotionale Verantwortung in der Liebe

Wenn wir als Frau emotional zu viel tragen



Es gibt eine Form von Verantwortung in der Liebe, über die kaum jemand spricht. Obwohl sie die Qualität in der Liebe und auch das gesamte Leben sehr vieler Frauen beeinflusst und zutiefst negativ prägt. Es ist die emotionale Verantwortung in der Liebe. Es handelt sich hier um die Verantwortung, die sehr oft still übernommen wird. Meist ohne zu wissen, dass es so ist. Es wird dann einfach gemacht. Es wird mit niemandem abgesprochen, noch werden sie von jemand darum gebeten. Im Grunde ist niemand vorhanden, der das von ihnen verlangt. Und doch tun sie es ständig. Sehr viele Frauen tragen emotional die ganze Last auf ihren Schultern, weil es so selbstverständlich für sie geworden ist, dass sie nicht hinterfragen, ob es so richtig ist. Dabei ignorieren sie dieses diffuse Gefühl, das sich tief in ihrem Inneren irgendwann bildet. Allerdings können sie dieses Gefühl meist nicht wirklich benennen. Es ist wie eine Ahnung, die sie ganz leise verfolgt. 


Sehr viele Frauen tragen sie heute – in ihren Beziehungen, in ihren Familien, in ihrem Beruf. Und auch wenn sie allein – ohne Beziehung und Partnerschaft sind – übernehmen sie die Verantwortung anderer Menschen. Sie übernehmen unbewusst dann die Rolle der „Retterin“, obwohl sie sich eigentlich um sich selbst kümmern müssten. Was sie aber nicht tun.


Sehr oft wird sich dabei um andere Menschen gekümmert, von denen diejenigen Frauen unbewusst spüren, dass andere die emotionale Verantwortung auf sie übertragen, weil sie selbst nie gelernt haben, mit ihren eigenen Gefühlen adäquat umzugehen. Was für uns Frauen dann äußerst belastend sein kann. Vor allem wenn wir selbst niemals gelernt haben, uns von der emotionalen Unreife anderer abzugrenzen und völlig neutral, ohne die anderen dabei zu bewerten, Grenzen für uns zu setzen. Um unsere eigene Energie so zu schützen.


Sehr viele Frauen können nicht nein sagen, wenn andere sie um etwas bitten. Es wird oft gutmütig nachgegeben, obwohl sie selbst in Wahrheit nicht können. Und auch nicht wollen. Sie tun es dann einfach, verlieren sich dann selbst, ohne dass sie sich darum kümmern, was sie selbst wirklich wollen.


Auch tun sie es deshalb sehr oft, weil sie in Wahrheit selber die Hilfe benötigen, die sie anderen ständig gewähren, anstatt sie sich vehement dagegen verwehren, dass andere sich von ihrer Energie permanent nähren. Und ihnen selbst dabei keinerlei Kraft bleibt.


Die eigenen Gefühle bleiben dabei auf der Strecke und werden oft überhört. Ja, sie werden auf Dauer höchst erfolgreich verdrängt. Die wahren Bedürfnisse der eigenen Seele, des eigenen Körpers, des eigenen Geistes dabei ignoriert. Die eigene Wahrheit wird unterdrückt.


Emotionale Verantwortung heißt mehr als nur Empathie zu empfinden. Für diese Frauen heißt das dann irrtümlich ständig:


  • Wie geht es dem anderen?
  • Was braucht der andere gerade?
  • Welche Stimmung liegt in der Luft?
  • Wo könnte ein Konflikt entstehen?
  • Was kann ich dem anderen Gutes tun?


Viele Frauen spüren all das rein intuitiv. Gerade wir hochsensiblen und hochsensitiven Frauen besitzen von Natur aus eine sehr feine Wahrnehmung für emotionale Schwingungen und Energien. Und bemerken sofort, wenn etwas Unausgesprochenes im Raum steht. Und so fangen wir unbewusst an, uns selber in Rollen zu verkleiden, uns Masken aufzusetzen, die in Wahrheit zu uns nicht gehören, hinter denen wir unsere wahren Gefühle und unsere Bedürfnisse dann verstecken.
Wir sind dann selbst viele. Wir sind dann zum Beispiel für andere Menschen:


  • Die Mutter
  • Die Vermittlerin
  • Die Zuhörerin


Wir sind dann diejenige, die immer versteht, die tröstet, die immer das passende Wort findet, die beruhigt und die verbindet.


Was nach außen wie eine starke Persönlichkeit wirkt oder von einigen – gerade von emotional unreifen Männern - auch bewundernd „Powerfrau“ genannt wird, wird aber innerlich sehr oft zu einer chronischen Last. Denn während wir uns um die Gefühle und um die Bedürfnisse anderer kümmern, vertrocknen wir selbst innerlich emotional. 


Und eine elementare Frage steht meistens unbeantwortet nicht sichtbar im Raum: Wer kümmert sich eigentlich um unsere eigenen Gefühle? Wer erfüllt uns unsere emotionalen Bedürfnisse?


Die meisten Frauen befinden sich hier in einem solch Negativ-Kreislauf, dass sie nicht wissen, wie sie da je wieder raus finden sollen. Sie sind dabei permanent müde und chronisch erschöpft, leiden irgendwann im Laufe ihres Lebens vielleicht sogar unter einer handfesten Erschöpfungsdepression. Davon kann ich selber ein Lied singen - bei mir waren es damals insgesamt vierzehn Jahre, die ich in einer handfesten chronischen Erschöpfungsdepression verbracht habe.


Dabei sind diese Frauen nicht deshalb erschöpft, weil sie viel leisten. Sondern sie sind erschöpft, weil sie emotional zu viel tragen!


  • Sie halten Beziehungen zusammen
  • Sie versuchen, Konflikte zu lösen
  • Sie übernehmen fälschlicherweise Verantwortung für das emotionale Gleichgewicht in Partnerschaften, Familien und auch im Freundeskreis und für Kollegen


Besonders in ihren Beziehungen zeigt sich dieses Muster sehr häufig. Während sich sehr viele Männer emotional kaum reflektieren (können und zu oft das auch gar nicht wollen), weil sie bereits in ihrer Kindheit niemals gelernt haben, mit ihren eigenen Gefühlen und Emotionen irgendwie umzugehen und auch nie gelernt haben, ihre ureigene Energie in sich zu halten. Nein, sie belasten uns Frauen noch zusätzlich mit ihrer Energie. Und ihren Gefühlen. Die sie mit ihrer emotionalen Unreife dann auf uns abladen.


Wir Frauen sind es meistens, die gezwungenermaßen eine sehr hohe emotionale Kompetenz für uns entwickeln. Gezwungenermaßen aus dem Grund, weil uns bereits als Kind nicht beigebracht wird, dass wir zu anderen auch nein sagen dürfen. Ja, dass wir zu anderen sogar nein sagen müssen. Um unsere eigene Energie nämlich zu schützen.


All das führt dann zum Ungleichgewicht zwischen Männern und Frauen. Wir Frauen fangen dann an, uns zu erklären, wir heucheln Verständnis, wo wir in Wahrheit schon lange nichts mehr verstehen (wollen oder schlichtweg nicht können, weil uns die Kraft und Energie dazu fehlt) und wir versuchen dann lange Zeit immer noch, emotional zu vermitteln. Was aber irgendwann nicht mehr funktioniert.


Und damit übernehmen wir Frauen eine Verantwortung, die in einer Beziehung und Partnerschaft eigentlich zwei Menschen gemeinsam zu tragen haben. Und die wir in der wahrhaftigen Liebe an sich für uns selbst tragen müssten. Und dürfen. Sofern wir uns selbst das erlauben.


So ist es kein Wunder, wenn wir irgendwann im Laufe der Zeit emotional nicht mehr können. Und auch nicht mehr wollen. Vor allem, wenn wir spirituell aufgewacht sind und der entsprechende Mann nach wie vor emotional unreif ist und sich – oft über Jahre hinweg - nichts von uns sagen lässt. Weil er nämlich die ganze Zeit denkt, dass er im Recht ist. Weil er nicht anders kann. Was uns dann aber noch mehr erschöpft. Uns auslaugt. Und permanent noch mehr Energie raubt.


Und irgendwann kommt für uns dann der Punkt, an dem wir konsequent nein sagen. Und vehement für uns selbst endlich mal einstehen. Denn Liebe ist für uns dann zur emotionalen Arbeit geworden.


Aber die wahre Liebe hat mit emotionaler Arbeit gar nichts zu tun. Wahrhaftige Liebe sollte ein energetischer Raum sein, in dem beide wachsen. In dem sich jeder für sich entwickelt und in dem man sich als verbindliches Paar dennoch jederzeit unterstützt. In wahrer Liebe. Ohne jeglichen Streit oder Drama. Ohne sich vor dem anderen ständig erklären zu müssen oder sich für das zu rechtfertigen, was man selbst will. Das nennt man bedingungslos.


Die Liebe wird oft mit dem Gefühl verwechselt, den anderen emotional zu brauchen. 
Man denkt dann man liebt, derweil liebt man nur das Gefühl, das entsteht, wenn der andere einen emotional erfüllt. Es ist nicht die wahre Liebe an sich, die man hier fühlt. 


Solange man einen anderen Menschen aber nur braucht, um sich selber emotional zu erfüllen, ist es noch keine wahrhaftige Liebe. Dann ist es emotionale Bedürftigkeit. Und dann funktioniert auch beim besten Willen eine verbindlich gelebte Partnerschaft nicht mehr, wenn einer von beiden emotional unreif bleibt.
Denn wenn emotionale Verantwortung einseitig verteilt ist und der andere sich über Jahre hinweg aus der Verantwortung stiehlt, verwandelt sich Liebe entweder in eine Bedürftigkeit, in der man von anderen emotional abhängig wird oder sie verwandelt sich in eine unliebsame, erschöpfende Arbeit.


Wir Frauen denken dann nur noch, anstatt dass wir fühlen. Wir analysieren und versuchen, den anderen und sein destruktives und ablehnendes Verhalten noch zu verstehen. Oft beschönigen wir auch Dinge, die eigentlich gar nicht zu beschönigen sind. Wir suchen nach Lösungen für Probleme, die gar nicht (allein) unsere sind.

Und während wir noch versuchen, die Partnerschaft oder Beziehung zu stabilisieren oder zu retten, verlieren wir den Kontakt zu einer fundamentalen Frage:


Was brauche ich selber eigentlich in der Liebe? Was brauche ich in dieser Beziehung und Partnerschaft? Was brauche ich unabhängig davon überhaupt für mich selbst? Und warum kann oder will der andere mir genau das nicht geben?


Das funktioniert alles solange, bis sich bei uns ein fundamentaler Moment des inneren Wandels zeigt – oft ausgelöst durch eine, unser ganzes Leben verändernde Situation, wo wir dann anfangen, uns selbst bewusst zu hinterfragen. Oder sogar unsere Beziehung und Partnerschaft gänzlich in Frage zu stellen. 
Und wenn wir an diesem Punkt angelangt sind, kann die gesamte Dynamik sich umkehren. Denn dann fühlen wir deutlich: So wie bisher kann es nicht weitergehen. Nicht weil wir hart und verschlossen sind. Nicht weil wir mit einem Mal egoistisch wären.


Nein. Sondern aus einem neuen, in uns erwachenden, Bewusstsein heraus. Wir fangen dann an, zu erkennen, dass emotionale Verantwortung für uns nicht bedeutet, alles zu tragen. Sondern zu lernen, ganz bei uns selber zu bleiben. Abseits von übernommenen Rollen, aufgesetzten Masken oder bloßen Fassaden.


Und hier an dem Punkt beginnt etwas Neues. Nicht über Kontrolle von anderen. Sondern genau hier fängt die bewusste Selbstführung an. Und eine bewusste Selbstführung hat ihren Beginn immer im erwachten Selbst-Bewusst-Sein.


Uns selbst bewusst zu führen, heißt dabei nicht, dass wir andere verändern, damit sie so ticken, wie wir das wollen. Nein. Sie fängt dort an, wo wir uns selbst wieder wahrnehmen. Wo wir uns selbst wieder spüren. Wo wir uns selber bewusst sind, was wir in Wahrheit für uns - als Mensch und als Seele – wirklich wollen.


Sie fängt dort an, wo wir erkennen:

  • Welche Gefühle wahrhaftig die eigenen sind
  • Welche Verantwortung in Wahrheit uns selber gehört
  • Und auch, welche nicht


Wirkliches Selbst-Bewusst-Sein heißt, uns unserer eigenen Wahrheit wieder bewusst zu sein. Und aus dieser inneren Klarheit heraus verbindliche Entscheidungen für uns zu treffen. Nicht gegen andere. Sondern für uns. Für unser wahrhaftiges Sein. Für die wahrhaftige Liebe. In uns. Nämlich für die wahrhaftige Liebe, die wir selber die ganze Zeit sind. Die wir nur viel zu lang ignoriert und verdrängt und nicht gesehen und die wir schon gar nicht gefühlt haben.


Die wahre Liebe braucht dabei immer zwei Menschen, die sich selber bewusst sind. Und die sich selbst bewusst führen (können). Und die das auch wirklich selbst wollen. Und nicht nur wollen, sondern es verbindlich auch tun.


Eine wirkliche Partnerschaft kann nur dann richtig wachsen, wenn beide Partner bereit sind, emotionale Verantwortung für ihre eigenen Gefühle zu übernehmen. Wenn nicht einer ständig vermittelt, erklärt und alles trägt. Und vom anderen ständig im Stich gelassen wird. Weil er sich selbst ignoriert. Und dabei emotional stehen bleibt. Auf ein und derselben Stelle tritt. Während der andere weitergeht und nur still zusehen kann, wie sich der andere der Liebe in sich stoisch verweigert.


Wahre Liebe kann nicht entstehen, wenn einer sich ständig dem anderen anpasst. Sondern sie entsteht aus Bewusstsein. Aus zwei erwachten Menschen mit offenen Herzen, die sich emotional selbst führen können. Und sich gerade deshalb aus wirklicher innerer Freiheit begegnen. Weil sie in sich selbst klar sind.


Solange sich der andere verweigert, bleibt uns nichts anderes übrig, als diese Person loszulassen. Und ihn sich selber zu überlassen.


Der Weg zurück zu dir ist dabei kein einfacher leichter Weg. Er braucht Zeit und deine Geduld. Und vor allem braucht er tiefes Verständnis. Nicht für den anderen, sondern für dich. Und vielleicht erkennst du dich in einigen dieser Gedanken wieder. Vielleicht spürst du, dass auch du zu lange die emotionale Verantwortung getragen hast, die nie die deine war. Dann fängt genau hier dein neuer Weg an. In deinem Erkennen. In deinem erwachten oder ganz neu erwachenden Bewusstsein und bewussten Sein.


Und dieser Weg ist nicht der leichte bequeme Weg, indem du andere verändern willst. Und so die emotionale Verantwortung von dir weg hin zum anderen schiebst. Sondern es ist der schmale Pfad hin zu dir selbst. Auf dem du die volle Verantwortung für dich selbst übernimmst. Auch wenn es schwer ist. Und du gezwungen bist, deine Energie bei dir selbst zu behalten. Ja, deine ureigene Energie in dir zu halten. Und gar nichts damit zu tun. Genau das dann auszuhalten, was in dir in diesem Moment passiert.


Dadurch findest du aber zurück in deine innere Klarheit. Zu deinem wahren Gefühl. Zu deinem eigenen inneren Rhythmus. Denn wahre Liebe fängt an genau dem Punkt an, an dem du dich selbst wieder siehst.


© Von Herzen, Isi Winderberg



Wenn die Liebe im Außen dich nicht mehr trägt



Im Leben sehr vieler Frauen gibt es diesen einen Moment, in dem irgendwo in der Tiefe eine Stimme ganz leise zu ihnen spricht. Nicht wirklich dramatisch. Nicht wirklich laut. Sondern glasklar. Es ist ein inneres Wissen, das sich nicht länger verdrängen und ignorieren lässt. Oft zeigt sich dieser Moment zuerst in der Liebe. In den Beziehungen, die wir führen. Er zeigt sich in Begegnungen oder auch in Entscheidungen, die dann mit einem Mal eine vollkommen andere Bedeutung erhalten. Wir spüren dann in unserem Inneren, dass es sich nicht mehr stimmig anfühlt für uns. Dass unser Herz plötzlich anderes will, als unser Verstand uns die ganze Zeit einflößt. Gerade hochsensible und hochsensitive Frauen, nehmen diese inneren Bewegungen in der Tiefe besonders wahr. Sie fühlen die feinen Nuancen zwischen der bisherigen Anpassung und ihrer Wahrheit, zwischen wahrhaftiger Liebe und alten Mustern. Und genau hier fängt die Herausforderung an.

Wir haben sehr oft in unserer Kindheit gelernt, uns lieber in unseren Gedanken zu verankern als unserem Herzen voll zu vertrauen. Und unserem wahren Gefühl in unserer Tiefe zu glauben. 

Denn unser Verstand analysiert. Er sucht nach Erklärung. Und er wägt ab. So schwanken wir permanent zwischen dem Denken und unserem Fühlen. Und in uns bildet sich tiefe Unsicherheit. Dann fangen wir an, ständig zu zweifeln. Und glauben unserer ureigenen Wahrheit nicht mehr. Und dabei verlieren wir, ohne dass wir es merken – und wenn wir es merken, wird es erfolgreich verdrängt – die Verbindung zu dem, was wir in unserer Tiefe wahrhaftig fühlen.

Und an genau dem Punkt fängt unserer innerer Wandel an. Und eine bewusste Führung unseres Selbst bricht sich die Bahn.

Uns selbst in der Liebe bewusst zu führen, heißt nicht, alles zu wissen. Oder eine Entscheidung sofort zu treffen. Auch bedeutet sie nicht, dass wir perfekt sind. Da es darum nicht geht. 
Dass wir uns in der Liebe selbst bewusst führen, bedeutet vielmehr, dass wir den Mut in uns entwickeln, die ureigene Wahrheit in uns wieder zu hören. Ihr zuzuhören. Ja, ganz genau hinzuhören, was sie uns sagt.

Und gerade in der Liebe zeigt sich sehr deutlich, wie wir uns selbst tatsächlich führen.

Folgen wir unserem Herzen oder leben wir Kompromisse. Setzen noch Masken auf und spielen Rollen. Passen wir uns an Erwartungen anderer an oder bleiben wir vollends bei uns. Sind wir uns selbst treu. Oder verlieren wir uns wieder und wieder, weil wir uns anpassen.

Wenn wir den schmalen Pfad zurück zu uns selbst gehen – hinein in eine bewusste Selbstführung finden, ist das ein stiller, aber höchst ehrlicher Prozess. Dem wir dann nicht mehr entrinnen. Wenn wir den ersten Schritt einmal nach vorne gegangen sind, gibt es für uns nie mehr den Schritt zurück. Da das nicht geht. Denn wenn wir uns in der Liebe einmal bewusst sind, bleiben wir wach. Wir schlafen dann nie wieder ein und machen den Rückschritt ins Unbewusste. Selbst wenn wir die Wahrheit verdrängen. Sie ist und bleibt uns bewusst. Und es bleibt uns nichts anders übrig, als uns selbst ganz ehrliche Fragen zu stellen. Und in uns die tiefe Bereitschaft zu fühlen, die Antwort unseres Herzens wirklich zu hören. Unser Herz im wahrsten Sinne des Wortes zu erhören. Und ihm zu folgen.

Vielleicht ist gerade jetzt für uns der passende Moment. Denn welcher Moment wäre passender, als der, wenn uns bewusst ist, dass uns das Außen jetzt nicht mehr trägt. Denn dann wird uns bewusst, dass uns ebenfalls Tiefe in unserem Leben und in der Liebe fehlt. Und dass wir deshalb nicht glücklich sind. Nicht, weil es die Tiefe nicht gibt. Weil sie abwesend wäre – sondern weil wir uns zu sehr auf äußere Sicherheiten verlassen. Auf das vertrauen, was unser Verstand als stabil hält und sich von ihm kontrollieren lässt.

Doch wenn diese Oberfläche dann urplötzlich wegbricht und wir hinein sinken in unsere ureigene Tiefe, was wir irgendwann nicht mehr verhindern können, weil es ganz von selber passiert – denn die Sicherheiten im Außen sind plötzlich weg und wir haben den Boden unter den Füßen verloren, oder Beziehungen, die uns bislang als sicher erschienen, tragen uns jetzt nicht mehr, entsteht ein hochenergetischer Raum.

Ein energetischer Raum, der uns nach innen ruft. Und dem wir jetzt nicht mehr entkommen. Der uns aus unseren Gedanken herausholt und unsere Illusionen zerplatzen lässt, wie aufgeblasene Luftballons, in die man die Spitze von einer Nadel hineinbohrt. So sinken wir in unsere ureigene Tiefe. In unsere wahren Gefühle. In unsere Natur. Wir sinken in das hinein, was immer schon da war. Was wir nur nicht gesehen haben oder nicht sehen wollten.


  • Der feste Boden unter unseren Füßen, auf dem wir sicher und stabil stehen können.
  • Der natürliche Wandel zwischen dem Aufgang der Sonne und ihrem Untergang.
  • Die aufziehende Dämmerung zwischen dem Licht des Tages und der finsteren Nacht.
  • Die Gezeiten mit Ebbe und Flut
  • Der natürliche Rhythmus zwischen den Jahreszeiten von Frühling, Sommer, Herbst und Winter.


Alles folgt seinem natürlichen Rhythmus. Und genau dort liegt eine Wahrheit, die von uns oft vergessen wird:


  • Wir selbst sind die Konstante in unserem Leben.
  • Wir selbst sind die Tiefe, nach der wir suchen.
  • Wir selbst sind der natürliche Wandel, gegen den sich unser Verstand permanent wehrt.

Und diese Tiefe kann niemand im Außen uns geben – auch wenn wir das noch so sehr hoffen. Wir tragen sie bereits in uns. Genauso wie wir die Liebe die ganze Zeit in uns tragen, nach der wir im Außen so lange Zeit suchen.

Und jetzt befinden wir uns in diesem Übergang. Wir befinden uns zwischen den Zeiten der natürlichen Zeit. Wir befinden uns in einem inneren Wandel. Und dieser innere Wandel ist nicht mehr zu stoppen. Er ist einfach da. Weil dieser innere Wandel unsere Natur ist. Wir selbst sind die Natur. Das dürfen wir uns wieder bewusst machen.

Lebst du dich selbst in deinem natürlichen Rhythmus? Oder folgst du dem Rhythmus von anderen Menschen? Und lässt deine Lebensgeschwindigkeit so künstlich drosseln oder beeinflussen von den Erwartungen anderer, die dein Da-Sein von außen bestimmen? 
Lässt du dein Leben bestimmen von anderen Menschen, von Umständen oder von Masken und Rollen, die vielleicht gar nicht zu dir gehören und die dir in Wahrheit nicht passen? Die dir nur übergestülpt wurden und die du dir überstülpen hast lassen?

Sehr viele Frauen spüren irgendwann deutlich, dass ihr eigenes Tempo verloren ist. Da ihnen bewusst wird, dass sie nur noch irgendwie funktionieren. Dass sie sich anpassen. Und sich dabei ständig verbiegen. Dass sie nicht mehr sie selbst sind. Dass sie von anderen geführt werden, statt sie sich selbst bewusst führen. Sowohl in der Liebe als auch in ihrem individuellen Leben an sich. Dass sie nur noch Erwartungen anderer erfüllen und ihre eigenen Bedürfnisse dabei permanent ignorieren. Doch in ihrem Inneren sind sie frustriert.

Wenn wir aber damit beginnen, in unseren ganz eigenen Lebens- und Liebesrhythmus zu finden, verändert sich alles. Denn wir fangen dann an, anders zu leben. Anders zu lieben. Wir hören wieder auf das, was unsere Seele will. Wir hören wieder auf das, was das Menschsein für uns wirklich bedeutet. Wir spüren in unserer Tiefe, wann es Zeit ist, verbindlich zu handeln – und wann es Zeit ist, einfach nur still in uns selber zu sein. Denn unser innerer Kosmos fängt an, sich mit dem äußeren Kosmos zu synchronisieren. Mit dem natürlichen Rhythmus des Lebens. Mit dem natürlichen Rhythmus der Liebe.

Und genau hier fängt echte Selbstführung an. Nicht, indem wir uns kontrollieren. Sondern in der bewussten Verbindung mit unserem wahrhaftigen Selbst.

Und vielleicht ist genau hier der eine Moment, in dem du dich selbst wieder neu wahrnimmst. Und wirklich siehst. In dem du dein wahres Selbst wirklich erkennst.
Wann bist du wirklich ganz bei dir selbst? Wann lebst und liebst du gänzlich in deinem ureigenen Rhythmus? Wann folgst du (nicht) deinem ureigenem Tempo, das wirklich deines ist?

© Von Herzen, Isi Winderberg


Die wahre Liebe: Ein lebendiger Tanz zwischen Seele und Herz
 



Manchmal fühlt die Liebe in uns sich an, wie ein Raunen und leises Wispern. Kaum hörbar, fast scheu, aber dennoch voll Tiefe. Und manchmal kommt sie daher wie ein reißender Strom, der uns mit seiner gewaltigen Kraft fortzieht, wenn wir es nicht erwarten. Wahre Liebe kannst du in keiner Weise erzwingen. Du kannst sie in keiner Weise forcieren. Sie ist eher wie ein stilles Geschenk, das nur dann zu dir gelangt, wenn du wirklich bereit dafür bist. Wenn dein Herz sich geöffnet hat, beginnt ein magischer Prozess. Du sendest Schwingungen aus, die den Menschen, der dein Herz wirklich versteht, auf ganz natürliche Weise an deine Seite ziehen.


Die Tiefe der wahren Liebe kannst du mit Worten kaum je erfassen. Du kannst sie nur fühlen und selber erleben. Und doch ist es nicht allein das Empfangen, das dich wachsen lässt. Auch das Wahrnehmen und das bewusste Sein der Liebe, die du selbst die ganze Zeit bist, ist Teil dieser Magie.


Wenn du den Mut hast, diese Reise zu machen, öffnet sich ein Raum für wahre Nähe, Intimität und innige Verbundenheit – nicht nur zum anderen, sondern auch zu dir selbst. Es ist ein Raum, der Sicherheit, Vertrauen und Erfüllung schenkt. Ein Raum, in dem dein Herz anfängt, die wahre Liebe in all ihren Facetten und dem strahlenden Glanz in all ihrer Schönheit und Kraft zu erleben.


Stell dir einen Garten vor, verborgen hinter hohen uralten Steinmauern, durch deren Ritzen das Licht der Sonne wie goldschimmernde Farbe herausfließt. Dort wächst eine seltene Blume, die nur in völliger Stille und bedingungsloser Hingabe wirklich gedeiht. Diese Blume ist die wahrhaftige Liebe – nicht die flüchtige Ego-Verliebtheit die auf den ersten Blick glitzert und dann wieder vergeht, sondern die tiefe, strahlende Liebe, die unsere Seele erkennt, selbst wenn unsere Augen geschlossen sind.


Wahrhaftige Liebe ist wie ein stiller Strom, der tief unter der Oberfläche unserer Gedanken dahin fließt. Manchmal sehen wir nur das leise Schimmern über dem Wasser, doch wenn wir es wagen, vollends hinein zu tauchen, entdecken wir, wie tief wir sinken. Wir entdecken die wahre Tiefe voller Geheimnisse, die uns erschüttert und zeitgleich erfüllt. Sie ist nicht einfach, sie ist radikal ehrlich, sie fordert von uns, unser Herz für sie zu öffnen. Unsere Ängste abzulegen und uns einzulassen, auf das uns noch unbekannte Gewässer.


In der wahren Liebe begegnen wir uns selbst, lange, bevor wir den anderen tatsächlich sehen. Es ist, als ob ein heimlicher Zauber uns lehrt, dass wahre Nähe und Intimität nicht durch Worte entstehen, sondern durch stilles Wahrnehmen, durch tiefes Atmen und unser bewusstes Sein. Wir lernen, die dunklen Schatten in uns zu erkennen, die breiten Flüsse der tiefen Sehnsucht bewusst zu durchqueren, bevor wir uns in die Arme des anderen fallen lassen können. Denn nur ein Herz, das sich in seiner ganzen Tiefe selbst kennt, kann mit einem anderen Herzen wirklich verschmelzen.


Die Verbindung mit einem anderen Menschen auf dieser Ebene ist, wie wenn zwei unterschiedliche Flüsse sich unerwartet begegnen. Sie fließen zunächst parallel, erkennen einander in der Bewegung des Wassers, im Schimmer der Sonnenstrahlen, im sanften Spiel der Wellen im Wind, bis sie sich schließlich in einem unaufhaltsamen Strom der Klarheit vereinen. Alles Oberflächliche bleibt zurück, alles, was zuvor wichtig erschienen ist, löst sich auf und präsent bleibt die pure Resonanz von zwei Seelen.


Doch die wahre Liebe ist kein flüchtiger Moment in diesem Garten des Lebens. Sie ist das langsame Aufblühen der seltenen Blume im strahlenden Licht der aufgehenden Sonne. Sie zeigt sich erst dann, wenn wir die Täler des Schmerzes und unserer Sehnsucht vollends durchquert haben, wenn wir die Kälte der Gleichgültigkeit und der Ablehnung gespürt und die unerfüllte Leere unseres Herzens erlebt haben. Nur dann verstehen wir die Wärme, die Sanftheit, die unergründliche Tiefe der wahren Nähe.


Sie findet uns wie ein zarter Hauch des Windes in den Zweigen der Bäume, der die Blätter bewegt und uns die verborgenen Blüten unserer Seele so offenbart.


Und so lernen wir durch die Liebe, dass Nähe und Intimität auf einem höheren Level unseres Bewusstseins beginnt – in unserem Inneren. Wir öffnen unser Herz nicht nur für den anderen Menschen, sondern vor allem für unser eigenes Selbst. In diesem Spiegel erkennen wir unsere ureigene Wahrheit, unsere tiefste Sehnsucht, unsere Fähigkeit wirklich zu fühlen und zu empfangen. Und nur, wenn wir bereit dafür sind, uns selbst zu empfangen, können wir wirklich den anderen empfangen.


Die Liebe, die wir so finden, ist wie ein Tanz unter dem Sternenhimmel: manchmal ganz vorsichtig und still und manchmal auch übersprudelnd und wild. Sie lehrt uns, dass Berührung nicht nur unsere Haut meint, sondern die Essenz unserer Seele ist. Dass Nähe nicht nur bedeutet, gemeinsam in einem Raum zu sein. Sondern ein miteinander verschmelzen von Atem, von Herzschlag und von strahlendem Licht. Dass Intimität nicht bedeutet, den anderen zu besitzen, sondern das heilige Vertrauen in uns zu fühlen, dass wir selbst ganz sind – mit allem was wir sind, in unserem innersten Kern.


In meinem Buch „Die Magie der wahrhaftigen Liebe“ lade ich dich ein, durch diesen Garten zu wandeln, die verborgenen Pfade für dich zu entdecken, und die stille Schönheit der Verbindung zu dir selbst und zum anderen zu erfahren. Es ist eine Reise, die wir nur Schritt für Schritt gehen können. Ein Eintauchen in die Tiefen unserer eigenen Seele, ein Erwachen unseres Herzens.


Denn die wahrhaftige Liebe ist kein verschwommener Traum. Sie ist ein Portal, ein gleißender Lichtstrahl, ein kräftig dahinfließender Strom aus unendlicher Tiefe. Sie wartet geduldig, bis wir die Tür öffnen. Sie wispert uns zu: „Komm und öffne dein Herz. Komm und spüre die Tiefe. Komm und erlebe, was unter der Oberfläche des strömenden Flusses verborgen liegt.“ Und wer den Mut hat, diesem leisen Wispern zu folgen, findet nicht nur die Liebe – er findet tiefe Erfüllung, Innigkeit und Intimität und die leise Magie der vollkommenen Verbindung. Zu sich selbst und auch zum anderen Menschen.


© Von Herzen, Isi Winderberg


Der eisige Mantel des Schweigens: Emotionale Distanz in der Liebe - Teil 1




Viele Menschen sind unzufrieden und unglücklich, dass sie in ihrer Beziehung, Partnerschaft oder Ehe konstant dazu gezwungen sind, um Innigkeit, Nähe und echte Erfüllung zu kämpfen. Sie verhungern dabei regelrecht emotional. Da die Partnerin oder der Partner ihren ständigen Frust nicht versteht. Die Tiefe und wahre Erfüllung findet dabei nur in ihrem Kopf statt. Wie in der Endlosschleife ertragen sie immer wieder die emotionale Distanz und Zurückweisung in der Liebe, die auf Dauer beide Partner zermürbt. Während andere Paare die Liebe in all ihrer Schönheit genießen. Und scheinbar genau die Tiefe und wahre Erfüllung erhalten, die sie beide auch wollen. Solche Menschen haben immer nur Glück in der Liebe und auch in ihrem Leben. Willst du wissen, warum das so ist? Und wie du ebenfalls Tiefe und Nähe mit echter Erfüllung in deiner Beziehung, Partnerschaft oder Ehe für dich erreichen kannst? Das will ich dir in diesem Text gerne näher erklären.


Die Menschen, die in der Liebe mühelos all das erhalten, was sie für sich wollen, leben die Liebe mit Hingabe und lassen sich mitten in das, was JETZT in diesem Moment IST, wirklich hineinfallen. Sie sind im Moment vollends präsent. Sie lassen sich im kraftvollen Strom der wahrhaftigen Liebe einfach nur treiben. Sie vertrauen darauf, dass sie genau das vom richtigen Menschen in der Liebe erhalten, was sie für sich und ihre Zufriedenheit brauchen. Und was sie aus tiefstem Herzen und tiefster Seele für sich wollen. Was für sie wichtig ist, damit die Beziehung, Partnerschaft oder Ehe wirklich stabil ist und sie sich konstant darin wohl fühlen. Und dort auch dauerhaft bleiben.


Willst du wissen, was ihr Geheimnis ist?


Sie sind auf Empfang ausgerichtet. Ja, sie sind darauf programmiert, die Liebe in all ihrer Kraft zu empfangen. Nicht weniger und auch nicht mehr.
Natürlich ist das leichter gesagt als getan. Aber es lässt sich lernen. Es lässt sich gemeinsam als Paar bewusst kultivieren.


Frag mal die glücklichen Paare, die echte Tiefe und Nähe in ihrer Verbindung erhalten. Wie sie es schaffen, zusammen dauerhaft glücklich zu sein. Nicht als Fassade nach außen. Sondern im inneren ihrer Verbindung. Wenn es sonst niemand mitkriegt. Wenn sie allein sind. Warum sie in dieser Beziehung, Partnerschaft oder Ehe dauerhaft bleiben. Selbst wenn andere von ihnen sagen, sie würden angeblich gar nicht zusammenpassen. Und dennoch passt nicht mal ein Blatt Papier zwischen die beiden und nichts und niemand bekommt sie und die Liebe, die sie verbindet, je auseinander.


Sie werden dir antworten, weil sie einander tatsächlich sehen. Weil sich beide selbst – jeder für sich – wahrhaftig sehen, wie sie in ihrer Tiefe tatsächlich sind. Weil einer den anderen sein lassen kann, so wie er ist. Ohne ihn jemals irgendwie ändern zu wollen. Weil diese Paare ganz genau wissen, dass echte Veränderung immer zuerst bei einem selber beginnt. Und das wirkt sich dann auch nach außen auf die Verbindung aus.


Diese Verbindungen sind wirklich bedingungslos.


Dort gibt es keine Erwartungen, die der andere einem erfüllen soll. Dort gibt es keinerlei Forderungen oder utopische Ansprüche, emotionale Bedürftigkeit oder Bedürfnisbefriedigung aus dem Ego. Und es werden sich nicht mehr gegenseitig die destruktiven Muster bedient. Weil es die in einer geheilten Verbindung so nicht mehr gibt.


Was aber nur die wenigsten Paare je schaffen. Weil die meisten nicht aus wahrhaftiger Liebe, sondern aus anderen Gründen zusammen sind. Das was ihre Verbindung zusammenhält, hat absolut nichts mit wahrhaftiger Liebe zu tun. Und auch nicht mit Tiefe, mit echter Nähe, Intimität und Innigkeit und schon gar nicht Erfüllung. Was diese Paare zusammenhält ist, was sie für Liebe halten. Was sie denken, was in der Liebe normal ist. Dass es normal ist, sich aus ihrem Ego heraus gegenseitig Bedürfnisbefriedigung zu verschaffen. Dass es normal ist, den anderen für seine (Ego) Spiele zu nutzen. Dass es normal ist, darauf zu warten, dass der andere sich ändert, man selbst aber ändert sich nicht. Und kommt auch nicht auf den Gedanken, sich selber zu reflektieren und mal zu fragen, was denn bei einem selbst die ganze Zeit falsch läuft. Nicht beim anderen. Denn der kann gar nicht anders, als wie er es tut. Weil er immer der Spiegel in der Beziehung ist. Der Spiegel für einen selbst. In der Verbindung zu einem selbst. Die meist gar nicht vorhanden ist, weil man sich selber vergisst und verdrängt, vernachlässigt und ignoriert. Ja, sich selbst in seiner Tiefe nicht sieht. So kann auch der andere einen in der Beziehung nicht sehen.


Und dann fängt man an, für die Liebe zu kämpfen oder zu betteln. Und in diesem Moment kippt die gesamte Verbindung. Und gelangt immer mehr in eine sich destruktiv drehende Abwärtsspirale. Und mit der Zeit wird die Schieflage immer bedrohlicher. Aber beide wissen nicht, wie sie das ändern und wieder in die richtige Richtung umlenken sollen.


Bis irgendwann die ganze Verbindung dermaßen schief ist, dass einer oder gar beide sich innerlich aus dieser Verbindung verabschieden. Und daraus flüchten. Ja, sie fallen bei der Schieflage aus ihrer deformierten Verbindung regelrecht raus. Wie man von einer Eisscholle ins eiskalte Wasser fällt, die irgendwann kippt und man auf ihr keinerlei Halt hat. 


So bleibt meist nur die endgültige Trennung. Weil sich mindestens einer der Partner – wenn nicht sogar beide – in den eisigen Mantel des Schweigens hüllen und die emotionale Distanz sich immer noch mehr vergrößert. Bei vielen Paaren herrscht so eisiges Schweigen, dass man beim bloßen Zusehen friert. Weil man da überhaupt keine Liebe erkennt. Nur Ego-Spielchen und (Macht) Kämpfe und das scheucht die Liebe immer noch weiter weg.


Sobald du anfängst, zu kämpfen oder für die Liebe zu betteln, hast du bereits verloren. Weil du auf emotionalen Mangel und Bedürfnisbefriedigung programmiert bist. Erst wenn du es schaffst, aus deinem emotionalen Mangel und deiner Bedürftigkeit auszusteigen, versetzt du dich selbst in die Lage, deine gesamten vorhandenen Sinne auf Empfang auszurichten.


Jeder Mensch hat in der Liebe etwas, das ihn antreibt. Der eine möchte eine verbindliche Partnerschaft mit dem richtigen Menschen, der andere braucht einfach Gesellschaft, weil er nicht alleine sein will oder kann, der nächste möchte wahrhaftige Liebe erleben mit wahrer Innigkeit, Nähe und Intimität und wieder der nächste gibt sich mit wenig bis gar keiner Erfüllung in der Liebe zufrieden und gibt immer nur, obwohl vom anderen gar nichts zurückkommt. Er kämpft um die Liebe und findet das auch noch normal. Leidet aber darunter, weil er die Tiefe und wahre Erfüllung nicht findet.


Zu welcher Kategorie gehörst du?!


Unsere Seele möchte in diesem irdischen Leben Erfahrungen sammeln, auch in der Liebe. Um weiter zu reifen, zu wachsen und sich entwickeln zu können. Deshalb ist es elementar, dich selbst nicht länger zu limitieren. Dir selbst für dein eigenes Glück nicht länger im Wege zu stehen. Sondern bewusst stehen zu bleiben und die vorhandenen Möglichkeiten und Chancen zu nutzen. Und auszuschöpfen, was die wahre Liebe dir bietet. Auch wenn genau das für dich bedeutet, deinen gesamten Mut in beide Hände zu nehmen und das „Risiko“ wahrhaftige Liebe und Nähe verbindlich zu wagen.


Stell dir mal vor, du bist irgendwann am Ende deines Weges hier auf Erden angekommen und schaust auf dein Leben zurück, inwieweit du die Liebe tatsächlich (nicht) gelebt hast. Inwieweit du dich auf das „Risiko“ wahre Liebe tatsächlich (nicht) eingelassen hast. Inwieweit du echte Erfüllung und Tiefe mit wahrer Verbindung für dich (nicht) erlebt hast.


Welche Dinge, die elementar für dich gewesen wären, hast du vermieden? Worauf hast du verzichtet? Sowohl in der Liebe als auch im Leben? In deiner Beziehung, Partnerschaft oder Ehe? Wofür hast du dich stattdessen entschieden und das bereust du jetzt bitter? Und kannst es nie wieder ändern? Auf was hast du in deinem Leben verzichtet, nur weil du nicht auf Empfang eingestellt warst? Um all die Möglichkeiten und Chancen, die die Liebe dir angeboten hat, zuzulassen und anzunehmen, was zu dir will? Und dies alles innerhalb deiner persönlichen Möglichkeiten auszuschöpfen, in all ihrer Kraft?


Würdest du das nicht aus tiefstem Herzen und tiefster Seele bedauern?


Sehr oft liegt genau das einzig und allein daran, dass wir unsere wahren Gefühle nicht wirklich beachten. Sondern sie einfach verdrängen und ignorieren. Sie im tiefsten Keller der Seele vergraben. Sie zuschütten, mit einer dicken Schicht Angst, dass wir sie ja nicht mehr fühlen können. Stattdessen fühlen wir dann stellvertretend die Angst. Und können sie nicht ignorieren. Sie können wir nicht auf Dauer verdrängen. Denn die Angst in uns ist permanent da. Sie ist ein Zeichen. Sie ist eine Botschaft unseres Herzens und unserer Seele, die wahre Liebe nicht länger zu ignorieren. Sie nicht von uns wegzuschieben und zu vermeiden, sondern sie zuzulassen, in unserem Leben. Sie wieder auszugraben, aus unserer Tiefe. 


Denn genau das rächt sich sonst irgendwann. Weil wir uns selbst in eine tiefe Falle der Täuschung und Illusion unserer Gedanken gestürzt haben. Wir befinden uns in einer schillernden Illusion, wenn wir die Tiefe in unserem Leben und in der Liebe vermeiden. Und permanent ignorieren.


Oft sind wir aus reinem Selbstschutz auf innere Abwehr eingestellt. Und ziehen genau so automatisch den emotionalen Mangel an. Eigentlich ein Paradoxon. Denn obwohl wir die Liebe in all ihrer Kraft empfangen wollen und die Erfüllung und echte Verbindung mit unserem Partner und ein stabiles Glück mit ihm anstreben, hindern wir uns selber daran. Indem du nämlich genau dafür kämpfst. Und so auf der Stelle die Energie blockierst. Die dann nur noch punktuell – wie ein gedrosselter Wasserfall - fließen kann. Du willst zwar die wahre Liebe, mit all ihrer Tiefe und echten Erfüllung, tust aber gleichzeitig alles dafür, dass genau das von dir fernbleibt.


Erst wenn du es schaffst, den eisigen Mantel des Schweigens und der emotionalen Distanz abzustreifen, kannst du die wahre Liebe genießen in all ihrer Kraft. Dann bist du im „Haben und Sein“. Dann bist du auf vollen Empfang programmiert und somit auch auf echte Erfüllung und Tiefe. Und dann kannst du auch selbst deine emotionalen Verletzungen und die deiner Seele heilen. Was elementar ist, für dein stabiles Glück in der Liebe.


Solange du wahre Liebe in dir zurück hältst, weil du sie ablehnst aus Angst, sie nicht in dir halten und dauerhaft aushalten zu können, fühlst du den Schmerz. Den Schmerz deiner Seele, weil du sie ablehnst. Dich deinem wahrhaftigen (Da) Sein weiter verweigerst. Die wahre Liebe in dir möchte gelebt werden. In all ihrer fließenden Kraft. Die meisten Menschen nehmen die Liebe nicht an. Obwohl sie sie wollen. Sie kämpfen dagegen und folgen weiter der Angst. Obwohl die Liebe bei beiden vorhanden ist. Anwesend ist. Sichtbar ist. Eindeutig fühlbar ist, wird sie bekämpft.


Ja, die Intensität der wahrhaftigen Liebe macht vielen Angst, solange sie es nicht gewöhnt sind, auf die Weise zu lieben. Und einen anderen Menschen so sehr zu begehren. Dann ziehen sie sich lieber zurück und hüllen sich in den eisigen Mantel des Schweigens. Sie verweigern sich ihren wahren Gefühlen. Weil sie nicht wissen, wie sie mit dieser Intensität umgehen sollen. Wir sie die Nähe ertragen sollen, die diese Liebe in ihrem Sein auslöst.


Sie schaffen es nicht, sich vertrauensvoll hinzugeben und sich hineinfallen zu lassen in dieses Gefühl. Und somit bestätigen sie sich höchstselbst, dass sie nicht programmiert sind, auf inneren Empfang.


Auch kann es sein, dass sie sich dann ins Bettelgewand der Liebe, einhüllen: In emotionale Bedürftigkeit. Weil sie so ausgehungert nach Liebe sind, dass sie konstant darum betteln, dass der andere ihnen ihre Bedürftigkeit erfüllt.


So halten wir sowohl die Liebe als auch den anderen von uns fern. Denn wenn wir betteln, flüchtet die Liebe.


Da dieses betteln aus innerem Mangel der wahrhaftigen Liebe immense Angst macht. Sie geht auf Distanz. Je mehr wir betteln, desto mehr distanziert sich die Liebe von uns. Sie vermeidet die Nähe und Tiefe zu uns, wenn wir so sehr im Mangel sind, weil sie genau weiß, dass sie uns diesen enormen emotionalen Mangel niemals erfüllen kann. Aber wenn sie uns sagt, dass wir das selbst tun dürfen – ja, sogar müssen – hören wir das nicht. Sie stößt dann bei uns auf taube Ohren. Und so verlässt sie uns wieder und geht von uns weg.


Und wenn wir klug genug sind, lassen wir zu, dass sie ihren eigenen Weg geht. Solange, bis wir es schaffen, uns unseren inneren Mangel selbst zu erfüllen. Erst dann kommt sie wieder zurück und bleibt bei uns, in unserem Leben. Erst wenn wir absolut und wirklich verbindlich im emotionalen „Haben“ angelangt sind, weil wir vollkommen selbst erfüllt sind, können wir die wahrhaftige Liebe stabil empfangen.


Viele machen dabei aber leider den Fehler und geben dem anderen die „Schuld“. Sie werfen dem anderen vor, dass er nichts gibt, dass er es ja (angeblich) wäre, der sich ihrer Liebe verweigert, dass er sie vermeintlich nicht will, nur weil sie damit beschäftigt sind, um seine Liebe zu kämpfen. Sie fordern vom anderen ein. Sind aber selbst nicht imstande, die Liebe vom anderen anzunehmen. Weil sie nur kämpfen und geben und darauf fixiert sind, um diese Liebe zu betteln.


Auch kann es sein, dass wir uns selbst chronisch so sehr in den eisigen Mantel des Schweigens und der emotionalen Distanz hüllen, dass uns entgeht, dass wir die ganze Zeit schon vom anderen die Liebe erhalten. Dass uns der andere Mensch sehr wohl zutiefst liebt. Wir nehmen es durch unseren Mantel, der uns mit seiner Eiseskälte umhüllt, nur nicht mehr wahr.


Wir SEHEN es dann nicht oder wollen es nicht sehen, wie sehr uns der andere bereits die ganze Zeit liebt. Wie sehr er vergeblich die ganze Zeit um all unsere Liebe und Aufmerksamkeit kämpft. Weil er ebenfalls die eisige Kälte des Schweigens und der emotionalen Distanz bei uns spürt. Und dann nicht weiß, was er dagegen tun soll. Denn absolut nichts, was er tut, fruchtet bei uns. Da wir es weder sehen noch wirklich fühlen können.


Denn in unserem eisigen Mantel wollen wir die Liebe an sich kontrollieren, anstatt sie vertrauensvoll einfach nur fließen zu lassen. Wir sind dann nicht in der Lage, einfach gar nichts zu tun. Und die Liebe vom anderen einfach nur zu uns fließen zu lassen. Wir lassen die Tiefe und Nähe nicht zu. Und so friert die Liebe wie ein gefrorener Wasserfall ein. Und wir selbst hindern sie so am fließen. 


Wir machen den Fehler dann andersherum und verweigern uns selbst auch dieser Liebe. Wir nehmen zwar wahr, dass der andere Mensch permanent um uns kämpft und um unsere Liebe und Aufmerksamkeit vielleicht sogar bettelt, aber wir nehmen es hin. Wir schauen dem anderen dabei zu und beobachten. Weil wir selbst nicht auf Empfang eingestellt sind.


Und das gilt sowohl für Frauen als auch für Männer. Denn es sind bei weitem nicht immer nur Frauen die um die Liebe, um Nähe, um Tiefe und um Erfüllung und wahre Verbindung betteln und kämpfen. Auch wenn das von vielen so dargestellt wird. Es gibt sehr wohl auch Männer die darum betteln, von der Frau ihres Herzens geliebt und gewollt zu sein. Tiefe in der Beziehung mit echter Nähe mit ihr erleben zu dürfen.


Die die Frau ihres Herzens nicht gelassen in sich ruhend, sanft, liebevoll, zärtlich und subtil umwerben und erobern, wie es normalerweise der Fall sein sollte, sondern die verzweifelt um eine bestimmte Frau kämpfen, auch wenn sie deutlich spüren, dass sie nicht zurück geliebt werden, dass emotionale Distanz herrscht oder dass die Frau sie auch gar nicht will, als verbindlichen Partner.


Was aber auch nicht Sinn der Sache ist. Denn ein verzweifelt kämpfender Mann im Bettelgewand – und auch nicht, wenn er sich lieber den eisigen Mantel des Schweigens und der emotionalen Distanz überwirft - wirkt wirklich männlich, emotional stabil und tatsächlich stark. Und wenn er dazu noch ein hochsensibler und hochsensitiver Mann ist, verstärkt das den Eindruck dann noch.


Wenn der Mann sich in der weiblich empfangenden Rolle befindet und die Frau sich in der kämpfenden – gebenden - männlichen, dann sind die natürlichen passiven und aktiven Pole der weiblich-männlich-energetischen Verbindung vertauscht. Dann kannst du in der Liebe nicht glücklich sein. Dann kannst du nicht die Nähe, die Tiefe und die Erfüllung erhalten, die dir so fehlt. Du weißt zwar, dass dir was fehlt, kannst es aber nicht definieren, wenn dir genau dieses Bewusstsein fehlt. Kannst es dabei aber die ganze Zeit sehr deutlich spüren.


Denn wenn du als Frau die ganze Zeit gibst und der Mann auf Empfang eingestellt ist, könnt ihr beide nicht dauerhaft glücklich in eurer Beziehung, Partnerschaft oder Ehe sein.


Solange du nicht auf inneren Empfang programmiert bist, hast du permanent das Gefühl, dass du gibst und gibst und gibst und nichts kommt zurück. Du kämpfst und bist dabei ständig unmerklich in deinen eisigen Mantel des Schweigens gehüllt. Somit zeigt sich sehr deutlich ein verschlossenes Herz, emotionales Mangel-Denken und eine tiefe Sehnsucht nach bedingungsloser und wahrhaftiger Liebe und nach Erfüllung.


Du kämpfst ständig darum, dass du die wahre Liebe erhältst und merkst dabei nicht, wie sehr du in Wahrheit die ganze Zeit die wahre Liebe bekämpfst. Du kämpfst in deinem eisigen Mantel des Schweigens und der emotionalen Distanz oder in deinem Gewand des bedürftigen Bettlers oder der Bettlerin eigentlich für die Liebe. Gleichzeitig verhinderst du mit deinem Kampf und deiner Kontrolle, dass die Liebe bei dir wirklich ankommt. Du hältst dich selbst die ganze Zeit davon ab, den freien Fluss der Liebe erhalten zu können. Um sie somit in vollen Zügen genießen zu können.


In meinem Buch „Die Magie der wahrhaftigen Liebe“ kannst du tief in diese Thematik eintauchen...


© Von Herzen, Isi Winderberg


Die Angst in der Liebe




Die Angst, bedingungslos geliebt zu sein. Hört dieser Satz sich für dich erst mal seltsam an? Trifft aber auf viel mehr Menschen zu als du vielleicht denkst. Denn die Angst davor, die wahre Liebe wirklich zu finden und von diesem anderen Menschen wahrhaftig zutiefst bedingungslos geliebt zu sein, erkennst du über sehr lange Zeit deines Lebens oft nicht. Allerdings kann es sein, dass du es unbewusst spürst. Obwohl viele Menschen auf der Suche nach der wahren Liebe sind, können sie es nicht zulassen, aushalten und sich verbindlich darauf einlassen, wenn sie ihr wirklich begegnen. Denn die wahre Liebe erschüttert dich bis in die Grundfeste deiner Seele. Tief bis in deinen innersten Kern. Sie bringt alles ins Wanken, an das du bisher ernsthaft geglaubt hast. Und wovon du bisher felsenfest überzeugt warst, dass genau das das "Richtige" für dich ist. Jetzt wirst du urplötzlich eines Besseren belehrt. Und die wahre Liebe zieht ein in dein Herz. Sie nistet sich klammheimlich ein, schleicht sich gar unbemerkt durchs Schlupfloch in der Hintertür und umgeht somit das scharf bewachte "Sicherheitssystem" deines Verstandes an der Vordertür. Denn das einzige, was wahrhaftig Liebende davon abhält, sich verbindlich aufeinander einzulassen, ist tiefsitzender Widerstand aus Angst. Und ein genau deshalb verschlossenes Herz. Du hast vielleicht sogar deinen Seelenpartner gefunden und bist jetzt gezwungen, dich mit dir selbst auseinanderzusetzen. Und den Dingen, die du bisher für "richtig" für dich in der Liebe befunden hast, glasklar ins Auge zu sehen. Die Wahrheit zu fühlen. Zu hinterfragen, ob alles wirklich so ist, wie du bisher mit deinem Verstand gedacht und geglaubt hast. Oder ob es doch vielleicht so ist, dass du gelernt hast, deine Gefühle zu überhören. Und dein Herz es in Wahrheit ist, das fest verschlossen ist, vor der Liebe. Nicht nur das deines Gegenübers, wie du bisher gedacht hast.


Die Angst, bedingungslos geliebt zu sein, hat dabei nichts damit zu tun dass du Angst davor hättest, eine Beziehung oder Partnerschaft zu führen. Nein – denn du hast sicherlich sehr wohl Beziehungen und Partnerschaften. Nur der Haken dabei ist, es erfüllt, befriedigt und sättigt dich nicht in der Tiefe. Sondern es plätschert alles nur an der Oberfläche dahin. Selbst wenn du von dir selber meinst, wahrhaftig und tief zu lieben. Die Fähigkeit tief und intensiv zu lieben ist sehr wohl vorhanden. Nur verwechselst du dann deine vermeintliche Liebe oft mit dem Wunsch, vom anderen zutiefst und innig geliebt zu SEIN. Denn du „brauchst“ diese Liebe von außen dann für dich. Nämlich, um einen emotionalen und seelischen Mangel in dir zu erfüllen.


Und du denkst, das was du fühlst, ist wahre Liebe. Dabei spürst du nur ein tiefes Gefühl.


Zudem verwechselst du den Fakt, dass du zwar verbindlich dem anderen gegenüber bist, aber nicht verbindlich zu dir selbst stehst, solange du "nur" faule Kompromisse lebst. Und nicht vollständig authentisch bist. Sondern dich anpasst und verbiegst. Aber nicht wirklich glücklich und zufrieden dabei bist.


Wenn du von der Angst, geliebt zu sein, betroffen bist, äußerst sich das sehr oft darin, dass du lediglich On-Off Beziehungen, Wochenendbeziehungen oder auch ausschließlich Fernbeziehungen führst. Oder du beharrst auch in länger bestehenden Beziehungen oder einer bereits verbindlichen Partnerschaft auf getrennte Wohnungen beider Partner.


So KANN der andere Mensch dir seelisch und emotional überhaupt nicht konstant wirklich nah kommen. Da du immer einen gebührenden Abstand zwischen euch hast. Obwohl du sehr oft auch damit nicht wirklich glücklich bist. Und der andere das vielleicht so auch gar nicht will. Zudem wird eine vielleicht doch entstehende intensive und tiefgehende seelische und emotionale Nähe, Innigkeit und Intimität zwischen euch beiden immer wieder abgebrochen und unterbrochen, solange einer von euch immer wieder aus dem bestehenden engen und innigen Kontakt und einem gemeinsam stattfindenden Leben ausbricht, indem er sich in sein eigenes Leben - das vielleicht noch an einem anderen und weiter entfernten Ort stattfindet - zurückzieht und die tägliche Nähe oder den täglichen Kontakt zu dir mit fadenscheinigen Gründen tunlichst vermeidet.


Oder die Beziehung oder Partnerschaft befindet sich in einem ständigen „Schwebezustand“. Weil einer von euch oder sogar ihr beide, sich nicht verbindlich auf den anderen einlassen kann. Obwohl ihr beide das sehr wohl wollt.


Auch gibt es etliche, die sich auf Affären mit bereits gebundenen Menschen einlassen. Und sich dann wundern, dass diese Menschen ihre festen Partner und Partnerinnen für sie nicht verlassen wollen. Auch das ist Angst vor Nähe. Denn derjenige, der sich in einer festen Bindung befindet, ist für den, der sich außerhalb dieser Partnerschaft befindet, nicht wirklich erreichbar. Und oft nicht greifbar. Dazu kommt, das derjenige, der sich IN einer bestehenden Beziehung oder Partnerschaft befindet und zusätzlich eine „Affäre“ eingeht – die „Ausrede“ vor sich selbst hat, DASS er ja in einer festen Bindung ist. Und sich aus diversen Gründen nicht von seinem Partner oder seiner Partnerin wirklich trennen kann. Wahre bedingungslose Liebe ist das dann aber nicht. Denn sonst würde sich derjenige Mensch nicht auf einen Menschen außerhalb seiner eigenen Beziehung und Partnerschaft einlassen. Wenn es sich IN dieser Beziehung bzw. Partnerschaft aber nur um „oberflächliche“ Gefühle handelt, die nicht wirklich in die Tiefe gehen - und die tiefen und intensiven Gefühle bilden sich außerhalb in der „Affäre“ - ist die bestehende Beziehung oder Partnerschaft der „Puffer“ zwischen sich selbst, den eigenen tiefen Gefühlen und den tiefen Gefühlen die diesem Menschen von der Person von außen entgegengebracht werden. Da diese tiefen und wahren Gefühle gravierende Ängste in ihm auslösen und antriggern (können).


Per Resonanzgesetz treffen immer genau DIE beiden Menschen aufeinander, die haargenau zueinander passen. Und sich in ihrem emotionalen und seelischen Mangel ergänzen. Solange du diesen inneren Mangel aber nicht bewusst erkennst, wirst du niemals etwas daran ändern. Auch kommt es darauf an, wie leidensfähig du bist. Wie viel du aushältst und wie viel du erträgst. Und wie lange der andere Mensch eine so unbefriedigende Situation für sich ertragen, durchhalten und aushalten kann.

Angst vor Nähe ist ein sehr deutliches Zeichen dafür, dass du die Angst in dir trägst, wirklich und wahrhaftig bedingungslos geliebt zu sein.


Weil du tief in dir Angst hast, nicht gut genug zu sein. Es dem anderen nicht recht machen zu können. Weil du es nicht kennst, bedingungslos geliebt zu sein. Du kennst es nicht, von deinem Partner einfach so angenommen zu werden, wie du bist. Du kennst es nicht, dass du einfach sein darfst, wie du bist. Ohne Kritik oder Vorwürfe zu ernten. Ohne negativ oder als "falsch" bewertet zu werden. Ohne dich für den anderen ändern zu sollen. Und ohne Ansprüche und Erwartungen des Partners erfüllen zu müssen, weil du schon als Kind nicht so sein durftest, wie du bist. Bereits da warst du gezwungen, die Forderungen, Bedingungen und Erwartungen deiner eigenen Eltern zu erfüllen. Ob du wolltest oder nicht. Du musstest dich also von Kindheit an verbiegen. Und so verbiegst du dich natürlich auch für deine Partner. Weil du es nicht anders kennst.


Automatisch erwartest du, dass die anderen von außen dir den inneren Mangel erfüllen. Und wunderst dich, dass das nicht funktioniert.


Du lebst oft über lange Zeit nur oberflächliche Beziehungen oder eine vermeintliche Partnerschaft. Die dich und auch dein Gegenüber in der Tiefe nicht erreichen. Die dein Herz und deine eigene Seele nicht wirklich bewegen und intensiv berühren. Obwohl du dich unglaublich genau danach sehnst.


Wenn du Angst hast, wahrhaftig und bedingungslos geliebt zu sein, bedeutet das, dass du der Liebe nicht vertraust. Dass du dir selbst – deiner eigenen Wahrnehmung, deinem eigenen Urteilsvermögen oder deiner eigenen Entscheidungsfähigkeit - nicht vertraust. Oder dass du gar der irrigen Meinung bist, dass du selber gar nicht lieben kannst. Da du in deiner Vergangenheit Dinge erlebt hast, die dich an der wahren Liebe zweifeln lassen. Weil du dich vielleicht im Stich gelassen fühlst.


Die Angst vor Nähe und somit die Angst geliebt zu sein, hat IMMER die Ursachen und Gründe in negativen Erfahrungen und tiefen Verletzungen in der Liebe.
Angst vor Nähe bzw. die Angst geliebt zu sein, äußerst sich oft darin, dass du unbewusst deine bestehende Beziehung oder Partnerschaft immer wieder sabotierst. Du testest deinen Partner regelrecht aus, wo seine Grenzen sind. Wie viel er sich gefallen lässt, bis aktive Gegenwehr entsteht.


Oft erkennst du zwar bei anderen Menschen – auch bei deinen eigenen Partnern sehr genau - wenn bei diesen Menschen die Angst vor Nähe oder auch Bindungsangst vorhanden ist. Aber bei dir selbst ist dir das meist nicht bewusst. Du siehst oder spürst nur, dass der Mensch den du da an deiner Seite hast, (vielleicht urplötzlich) emotional nicht (mehr) wirklich erreichbar für dich ist. Dass du nicht (mehr) das von diesem Menschen bekommst, was du dir so sehnlichst wünschst. Nämlich wahrhaftig und bedingungslos geliebt und angenommen zu sein. Einfach sein zu dürfen wie du bist.


Auch kann es sein, dass ihr beide euch scheinbar immer wieder entfremdet, da sich der angstbehaftete Partner innerhalb seines Sabotage-Verhaltens immer wieder um 180 Grad dreht. Und dann eben nicht mehr zugewandt und liebevoll und zärtlich ist und seine ganze Liebe schenkt, sondern sich abweisend, nüchtern und kalt und scheinbar egoistisch gibt.


Dass du vielleicht aber auch selbst für den anderen nicht wirklich emotional erreichbar bist, bleibt erst mal lange Zeit im Dunkeln verborgen. Das sind dann die blinden Flecke deines eigenen Seelen- und Gefühlslebens. Die du nur dann erkennst, wenn ein anderer Mensch sie dir explizit spiegelt. 


Vor allem wenn du DICH SELBST in deiner eigenen Tiefe emotional nicht erreichst! Wenn du dich dir selbst in deiner Tiefe verweigerst und deine wahren Gefühle zu spüren. Wenn du deine wahren Gefühle vor dir selber verdrängst, verleugnest oder gar ignorierst. Sie nicht beachtest. Nicht auf sie hörst. Wenn du dich selbst in deiner Stärke und Kraft nicht aushältst. Denn dann kannst du auch die Stärke und Kraft des anderen nicht aushalten. Und in dir halten, ohne dass du was damit machst.


Wenn zwei Menschen aufeinander treffen, die beide auf ihre eigene Art Angst haben, geliebt zu sein, wird es erst mal schwierig. Deutliche Anzeichen dass du unter der Angst geliebt zu sein leidest, sind unter anderem:



  • Eine permanente innere Unzufriedenheit
  • Sobald dir ein anderer Mensch emotional und seelisch zu nahe kommt, gehst du auf Abwehr, was sich auch in ständiger Gereiztheit und Genervtheit äußern kann
  • Du glaubst, du bist vermeintlich nicht gut genug, um wirklich und wahrhaftig bedingungslos geliebt zu sein
  • Du ziehst dich immer wieder von anderen Menschen zurück oder du meidest von vornherein die Nähe, bleibst also immer auf einem gewissen Sicherheitsabstand
  • Du führst nur oberflächliche Beziehungen, die dich emotional und seelisch in der Tiefe nicht erreichen und bekommst dann auch keine wahre Liebe zurück
  • Du gibst ständig vermeintlich Liebe, erhältst aber dabei nur wenig Liebe zurück
  • Per Resonanzgesetz ziehst du immer die Menschen an, die ebenfalls Angst vor Nähe haben und sich deshalb ebenso abwehrend verhalten. Da diese Menschen ebenfalls nicht wirklich Liebe geben können. Aber sie ja dennoch geliebt werden WOLLEN
  • Du hast das permanente undefinierbare Gefühl, dass dir etwas Elementares fehlt im Leben
  • Du befindest dich in ständiger emotionaler Abhängigkeit, WEIL du geliebt werden willst, auch wenn dir das nicht bewusst ist
  • Du hast ständig Angst, die Menschen die dir wichtig sind, wieder zu verlieren und lässt dich so im Vorfeld schon nicht wirklich auf sie ein
  • Wenn etwas zwischenmenschlich nicht so funktioniert wie du es gerne hättest, ziehst du dich beleidigt, wütend oder frustriert zurück - bis hin zum Kontaktabbruch aus Enttäuschung, weil du vom anderen nicht das bekommst, was du von ihm erwartest
  • Die Sucht danach, geliebt zu sein
  • Du bist selbst nicht in der Lage, Liebe die du von anderen bekommst, zu empfangen, anzunehmen und zuzulassen
  • Du schaffst es nicht, dich wirklich auf die wahre Liebe einzulassen weil dir die Intensität und Tiefe dieser Gefühle massive Angst einjagt und du die immense Energie der wahren Liebe somit nicht aushalten und konstant in dir halten kannst
  • Auch kann es sein dass du körperliche Nähe meidest - wie Umarmungen, Hand in Hand spazieren zu gehen, kuscheln
  • Du scheust vielleicht Berührungen jeglicher Art, wie echte Zärtlichkeit und wahre Intimität
  • Du bist eventuell jahrelang „unfreiwillig“ Single
  • Du "springst" von einer Beziehung zur nächsten, ohne die vorherige emotional je wirklich loszulassen und dich daraus endgültig zu lösen



Angst vor Nähe und die Angst von der wahren Liebe wirklich tief berührt zu werden, lässt Menschen immer dann flüchten und die Liebe vermeiden, wenn es emotional „gefährlich“ für sie selbst wird.


Folgt dann der andere dem Flüchtenden, wird das ganze noch schlimmer. Da der „Flüchter“ dann noch mehr Angst bekommt. Und sich in seine Angst im Übermaß hineinsteigert. Emotional oder räumlich noch weiter weg flieht. Sich in Schweigen hüllt, nicht auf Kontaktversuche reagiert und den anderen regelrecht ignoriert. Schlimmstenfalls zeitenweise den Kontakt vollkommen verweigert und sich einfach „tot“ stellt.


Wenn zwei Menschen Angst vor Nähe und Angst davor haben, von der Liebe wirklich und wahrhaftig tief berührt zu werden, wird es immer Nähe-Distanz-Spielchen zwischen beiden geben. Wenn dann noch die Verlustangst mitmischt, wird das ganze noch komplizierter. Da der, der darunter leidet den Flüchtenden zu verlieren, ihm immer hinterher laufen wird. Oder ihn gar ständig kontrollieren will. Schlimmstenfalls um seine Liebe "bettelt". Vertrauen (Selbstvertrauen) ist hier nicht oder zu wenig vorhanden.


Obwohl eine tiefe Liebesfähigkeit in beiden wiederum sehr wohl besteht.


Oft jagst du einem inneren „Phantom“ hinterher. Und zwar deinem inneren Bild von einem vermeintlichen „Traumpartner“. Und deshalb siehst du den wahren Menschen nicht. Du siehst nur die äußere Fassade. Was auch der Grund ist, warum beginnende Beziehungen nach kurzer Zeit wieder scheitern. Weil das innere Bild von dem „Traummenschen“ nicht mit der Realität übereinstimmt. Und beide Menschen in Wahrheit nicht zusammenpassen. Bleibst du trotzdem mit einem solchen Menschen zusammen, fühlt die ganze Beziehung und Partnerschaft sich nicht „stimmig“ an. Immer hast du das Gefühl, dass irgendwas „falsch“ läuft. Dass dir was Elementares fehlt. Dass ein Mangel vorherrscht. Dass du was willst, es vom anderen allerdings nicht bekommst. Ja nicht bekommen kannst.


Leider laufen so sehr viele Beziehungen und (Seelen-) Partnerschaften ab. Mit vermeintlicher Liebe – die in Wahrheit nur die Sucht danach ist, wahrhaftig und bedingungslos geliebt zu sein.


Auch kann es sein, dass du so dicke Schutzmauern um dein Herz herum errichtet hast, dass du nicht in der Lage bist, dich auf die Liebe vollständig einzulassen. Da die wahre Liebe durch diesen Schutz nicht durchdringt. Du kontrollierst dich selber über alle Maßen. Um nur ja nicht wieder verletzt und enttäuscht zu werden. Derweil sabotierst du dich so die ganze Zeit selbst. Und das oft über viele Jahre. Und merkst es nicht mal. Bist aber die ganze Zeit nicht glücklich. Oder machst dir schlimmstenfalls selbst vor, glücklich zu sein. Derweil du wahres Glück in keiner Weise kennst.


Jeder Mensch hat seinen individuellen Punkt, bis zu dem er Nähe zulassen kann. Seelisch, emotional und auch körperlich. Wird dieser Punkt dann irgendwann berührt und überschritten, weil du die Energie nicht mehr aushalten und in dir halten kannst, fängst du an, dich zurückzuziehen, zu flüchten und dich emotional abzugrenzen.

Ja, es kann sogar sein, dass du deine wahren Gefühle und die Liebe zwischen dir und dem anderen Menschen dann vehement abstreitest, verleugnest und ignorierst.


Je gravierender deine Angst vor Nähe bzw. die Angst geliebt zu sein ist, desto mehr blockst du innerlich die Nähe des anderen ab. Und schiebst ihn von dir weg. Trotzdem du ja geliebt sein willst. Und dir sehnlichst Innigkeit, Zärtlichkeit, Nähe und wahre Intimität zwischen dir und dem Menschen an deiner Seite wünschst.
Manche Menschen scheuen auch den Blick in die Augen des Menschen den sie eigentlich über alles lieben. Weil auch dieser Blick voller Liebe sie innerlich sehr tief berührt. Und genau diese Berührung macht eine immense Angst. Weil sie verletzbar und „angreifbar“ macht. Weil du dich öffnest. Dein Herz öffnest. Dich seelisch komplett "nackt" darstellst. Und dich auf intensive, tiefe, innige Nähe einlässt. Weil – sobald du dich öffnest, keine Kontrolle mehr da ist. Nicht die Liebe an sich ist es also die die Angst auslöst, sondern der Verlust der Kontrolle. Die Angst, dich selbst zu verlieren. Dich deinen Gefühlen einfach nur hinzugeben. Dich vertrauensvoll in das Gefühl geliebt zu sein hineinfallen zu lassen. Und diese Liebe einfach nur zu spüren und anzunehmen. Dich darauf einzulassen, wahrhaftig und bedingungslos geliebt zu sein.


Oft kennst du es schon aus deiner eigenen Familie nicht, dass wirkliche innige Nähe besteht. Sondern dass zwischen Eltern und Kindern – auch erwachsenen „Kindern“ – immer ein gewisser „Sicherheitsabstand“ eingehalten wird. Es gibt keine Umarmungen, keine Liebesbekundungen, keine wirkliche Ehrlichkeit, weil alles immer nur unter den Teppich gekehrt wird (weil die Wahrheit oft sehr weh tut und viele sich mit diesen emotionalen Schmerzen nicht auseinandersetzen wollen) und immer nur Pseudo-Harmonie stattfindet.


Statt bedingungsloser Liebe und angenommen zu werden gibt es nicht erfüllbare Erwartungen, Vorhaltungen, Bewertungen, Forderungen, Bedingungen, emotionale Erpressungen, emotionale Abhängigkeiten, nicht gerechtfertigte Kritik von Seiten der Eltern (was diese meist aus Unwissenheit, Intoleranz = Angst vor Unbekanntem, oder aus Hilflosigkeit tun), scheinbar unlösbare Konflikte zwischen erwachsenen Geschwistern usw.


Das alles ist ABWESENHEIT von wahrer Liebe. Denn niemand nimmt den anderen einfach so an wie er ist. Permanent wird erwartet dass der andere sich ändern und so verhalten soll wie die ANDEREN es für „richtig“ erachten.


Derweil können nicht einmal Eltern wirklich wissen was für ihre (erwachsenen) Kinder „richtig“ oder vermeintlich „falsch“ ist. Denn jeder Mensch ist für sich selbst verantwortlich.


Jeder Mensch kann, darf, muss und soll mit seinem freien Willen, aus seinem Herzen heraus, selbst entscheiden in welche Richtung er geht und in welche nicht. Was andere davon halten, ist dabei vollkommen irrelevant.


Selbst Kinder – und vor allem hochsensible – spüren bereits sehr deutlich, was sich „richtig“ und „stimmig“ für sie anfühlt. Weil Kinder noch unbedarft sind. Sie bewerten noch nicht. Auch lieben Kinder normalerweise erst mal bedingungslos. Erst wenn sie von anderen Menschen mitbekommen dass alles mögliche – Verhalten von anderen oder auch bestimmte Situationen - automatisch bewertet wird und permanent irgendwelche Dinge erwartet und gefordert werden, fangen auch die kindlichen Bewertungen und emotional bedürftigen Erwartungen an. Wenn Kinder allerdings deutlich spüren dass irgendwas in der Familie falsch läuft und nicht stimmig ist, fangen sie häufig an zu rebellieren. Um genau da gegenzusteuern. Und werden dann von den unwissenden Eltern bestraft. Oft auch mit direktem Liebesentzug. Viele Kinder bekommen auch nur dann Liebe von den Eltern wenn sie Leistung zeigen. Wenn sie ständig nur funktionieren. Wenn sie die (bedürftigen oder utopischen) Erwartungen erfüllen. Was oft gar nicht möglich ist. Aber weil die Kinder geliebt sein WOLLEN, versuchen sie immer möglichst alles perfekt zu machen. Gut genug zu sein. Wenn sie dann die Erwartungen der Eltern nicht erfüllen können und auch keine Liebe als „Belohnung“ bekommen, entwickeln sie natürlich Angst davor, bedingungslos geliebt zu sein. Weil sie von Grund auf gar nicht GLAUBEN können, dass sie es überhaupt WERT sind, wirklich und wahrhaftig einfach nur geliebt und angenommen zu sein. Dieses Szenario kann sich über mehrere Generationen hinweg zurück in die Vergangenheit ziehen. Und auch nach vorne immer weitergegeben werden. Wenn dieser fatale Negativ-Kreislauf nicht ganz bewusst angehalten und durchbrochen wird.


Diese Menschen können nicht so sein wie sie eigentlich sind. Da sie sich per se immer verbiegen (müssen). Weil sie vermeintliche Erwartungen erfüllen und es vermeintlich allen recht machen müssen. Was faktisch gesehen absolut unmöglich ist.


So ist es aber kein Wunder, dass es so viele Menschen gibt, die Angst davor haben, sich wirklich und wahrhaftig auf die wahre Liebe einzulassen. Tiefe Liebe einfach nur geschehen zu lassen. Sich in die wahre Liebe absolut bedingungslos hineinfallen zu lassen. Sich hingebungsvoll in ihren Liebesgefühlen einfach nur treiben zu lassen. Mit vollstem Vertrauen zu sich selbst und zu dem Menschen an ihrer Seite. Und zwar vollständig. Und vor allem konstant. Ohne Unterbrechung. Und ohne immer wieder zu fliehen.


Jeder Mensch hat es verdient, wahrhaftig und bedingungslos geliebt zu sein. Jeder Mensch hat das Recht, genauso sein zu dürfen wie er nun mal ist. Jeder Mensch hat das natürliche Recht absolut und vollkommen authentisch zu sein.


Niemand muss sich für einen anderen verbiegen. Und sich emotional abhängig machen. Und absolut niemand sollte Angst davor haben bedingungslos geliebt zu sein. Denn wenn man von dem Menschen der einen wirklich und wahrhaftig absolut bedingungslos liebt, einfach nur angenommen wird wie man nun mal ist, ist dass das schönste Gefühl überhaupt.


„Bei DIR kann ich ganz ICH sein“ – das schönste Kompliment, dass du einem anderen Menschen schenken und das ein Mensch von einem anderen erhalten kann.



  • Solange du aber ein bestimmtes inneres Traum-Bild – eine Phantasiegestalt - vor Augen hast, wirst du niemals den wahren Menschen hinter der Fassade sehen.
  • Solange du in deinen emotional bedürftigen Erwartungen und Ängsten gefangen bist, wirst du nicht bedingungslos lieben können.
  • Solange wirst du immer wieder die „falschen“ Menschen für dich in dein Leben ziehen. Und solange wirst du dich immer wieder verbiegen. Und faule Kompromisse für dich eingehen. Und irrtümlich ebenfalls für andere.


Die Angst in der Liebe - wirklich und wahrhaftig bedingungslos geliebt zu sein, ist das Resultat gravierender seelischer und emotionaler Verletzungen, falscher Prägungen und tiefer Enttäuschungen. Auch Selbsttäuschungen!


Und oft projizierst du Dinge oder Gefühle aus deiner Vergangenheit in die Gegenwart auf den Menschen in deinem Leben, der absolut nichts damit zu tun hat und auch nichts dafür kann. Was fatale Auswirkungen zur Folge haben kann. Da du genau diesen Menschen dann unbewusst immer wieder von dir schiebst. Und dich nicht auf diesen Menschen vollständig verbindlich einlassen kannst.


Selbst wenn dieser Mensch der wundervollste Mensch der Welt ist. Und absolut perfekt zu dir passt. Weil ihr beide natürlicherweise zusammengehört.


Die Angst geliebt zu sein, macht dir in vielen Dingen einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Und hält dich von genau dem Leben ab, dass du eigentlich leben willst. Nämlich ein Leben voll wahrer, bedingungsloser und tiefer Liebe. Ein Leben voll inniger und intensiver Nähe, Erfüllung, Hingabe, Vertrauen und wahrer Intimität. Das sich wiederum nur dann bilden kann MIT gegenseitiger wahrer, tiefer und bedingungsloser Liebe. Und bedingungslosem Annehmen und absichtslosem gegenseitigem Geben und Schenken.


Mit all diesen Themen haben auch meine Protagonisten in meinem Roman "Die Sternsteins - wer es wagt, zu lieben" zu tun. Wenn du in diese dichte atmosphärische Welt und emotional aufwühlende Geschichte mit all ihren unerwarteten Wendungen eintauchen willst, dann lies gerne das Buch.


Und wenn du in die komplexe Welt der Seelenverbindungen - wo dieses Thema permanent vorkommt - detailliert eintauchen und mehr wissen willst, findest du hier meine vier Fachbücher über Seelenpartner und Dualseelen. Sie geben dir Antworten auf all deine Fragen.


© Von Herzen, Isi Winderberg


Was passiert eigentlich nach dem "Happy End"?

 


Echte Liebesgeschichten gehen nie zu Ende. Stimmt das? Sämtliche Liebesgeschichten in Büchern – und natürlich auch in Filmen - hören immer genau dann auf, wenn die Paare sich gefunden haben. Und das wird dann typischerweise als „Happy End“ bezeichnet. Aber ist es das wirklich? Fakt ist doch, dass dann die Beziehung und Partnerschaft zwischen den jeweiligen Personen erst wirklich BEGINNT. Also anfängt! Sie ist nicht zu Ende. Also ist die Bezeichnung „Happy End“ eigentlich falsch. Denn die NORMALITÄT fängt jetzt an. Lediglich die Sehnsucht nach dem anderen hat nun ein Ende. Denn man hat das Objekt seiner Begierde verbindlich bekommen.

Was also passiert nach dem oft langen und harten „Kampf“ um die Liebe? Nach dem „Haben wollen“ und sehnen und warten und hoffen und bangen und des Flüchtens und Wiederannäherns? Wenn sämtliche Komplikationen beseitigt sind und die Liebenden verbindlich zueinandergefunden haben?

Kehrt jetzt die Langeweile zwischen den beiden ein? Funktioniert eine Partnerschaft und ein gemeinsames Leben überhaupt? Passt man wirklich zusammen? Und BLEIBEN die beiden auch wirklich DAUERHAFT zusammen? Das alles sind Fragen, die in solchen Situationen niemals beantwortet werden. Und über die man sich oft überhaupt keine Gedanken macht. Weil man das Objekt seiner Begierde ja die ganze Zeit erst einmal für sich gewinnen wollte.

Was nicht nur in Büchern und Filmen passiert. Sondern allgegenwärtig in der Realität stattfindet. Tagtäglich überall auf der ganzen Welt. Der Zauber des Anfangs bleibt oft nicht wirklich bestehen, wenn die Normalität einkehrt.

Es ist ja nicht so, dass man nach der letzten gelesenen Seite das Buch zuklappt, oder der Vorhang im Kino geht zu und das Paar, das sich bekommen hat, verabschiedet sich mit einem innigen Kuss und alles ist gut und für den Rest ihres Lebens nur Friede, Freude und Sonnenschein!

Meist ist es so, dass Liebe - oder das, was wir unter Liebe verstehen - einfach nur romantisch verklärt und überhaupt nicht realistisch gesehen wird.

Was bei der Begegnung mit unserem Seelenpartner – und insbesondere mit unserer Dualseele – schnell festgestellt wird. Da hier einfach alles vollkommen anders und auf den Kopf gestellt ist. Denn es gibt nicht die typische Verliebtheit in den anderen, wie es bei der normalen „Herz-Liebe“ aus dem bedürftigen Ego der Fall ist. Da Seelenliebe einfach von Grund auf existiert. Sie ist einfach da. Als reine Seins-Liebe. Und da diese Liebe dermaßen tief und intensiv ist, muss man dies in sich erst einmal integrieren. Und lernen, mit dieser immensen Energie, die zwischen beiden Seelenpartnern fließt, umzugehen.

Verliebtheit wird oft mit Liebe verwechselt. Das Verliebtheitsgefühl einer normalen Herz-Liebe kann sich genauso schnell wieder verflüchtigen, wie es sich in einem gebildet hat. Das wird bei der wahren Seelenliebe niemals passieren. Denn egal was der Seelenpartner auch tut, BLEIBT die Liebe trotzdem in einem bestehen. Da der Seelenpartner ein Teil von einem selbst ist. Und die Liebe in uns selbst konstant anwesend ist.

Wenn Menschen ineinander verliebt sind, verbiegen sie sich oft massiv füreinander. Sie geben sich selbst auf und verzichten auf ihre eigenen Bedürfnisse, Wünsche, Sehnsüchte, Träume, Visionen und Ziele. Während bei wahrhaftiger Liebe der Partner genau das niemals zulassen würde.

Bei wahrhaftiger Liebe unterstützt man sich gegenseitig in allem, was man selbst und auch der andere für sich will und braucht. Weil es selbstverständlich ist, den Partner genauso anzunehmen und zu akzeptieren, wie er ist. MIT all seinen Fehlern und Schwächen und Macken und vielleicht „schlechten“ Angewohnheiten, die man am Anfang ja noch sooo süß findet, die aber mit der Zeit nur noch nervig sind und immer öfter Streit zwischen den Partnern verursachen.

Warum schimpfen beispielsweise so viele Menschen über nicht zugeschraubte Zahnpasta-Tuben? Was ist so schlimm daran, wenn die Zahnpasta-Tube offen herumliegt? Dann nimmt man eben gelassen und entspannt den Deckel der Tube und schraubt sie, ohne ein Wort darüber zu verlieren wieder zu. Ist so eine nichtige Kleinigkeit es tatsächlich WERT, zu streiten? Und sich genervt anzukeifen? Derlei Beispiele gibt es unendlich viele. Und doch ist diese eine Kleinigkeit nur ein Symbol für viele, viele unnötige Streitpunkte in unzähligen Beziehungen. Dann liegen die Klamotten des Partners eben verstreut herum. Oder er lässt alle Schranktüren offen. Und im Bad stehen unzählige Tiegelchen, Fläschchen und Döschen von irgendwelchen Cremes und Pflegeprodukten herum. Oder der Partner braucht nun mal ewig lange bis er die Spülmaschine ein- oder ausgeräumt hat. Na und? Genau DAS ist der Alltag. Die Normalität, die nach der Erfüllung der Sehnsucht zwischen den Partnern einkehrt. 

Ist es das WERT den Frieden in der Beziehung oder verbindlichen Partnerschaft permanent zu sabotieren? Indem man über solche nichtigen Dinge schimpft?

Bei „bloßer“ Verliebtheit nimmt man den anderen zwar als Partner, geht eine Beziehung oder offizielle Verbindung mit ihm ein, fängt aber nach einer gewissen Zeit an, ihn verändern zu wollen. Beziehungen einer normalen Herz-Liebe gleichen oft einem Kriegsschauplatz. Permanent gibt es Machtspielchen, unschöne Szenen, Dramen und Streit.

Natürlich ist auch eine Seelenverbindung nicht nur Friede, Freude und Harmonie. Sondern sie ist genauso geprägt von Diskussionen, Meinungsverschiedenheiten und manchmal auch Missverständnissen oder Streit. Weil man immer wieder einmal Worte oder Sätze formuliert, die dann beim anderen vollkommen anders ankommen, als man sie eigentlich wirklich gemeint hat. Allerdings gibt es bei der gelebten Seelenliebe keine Machtspielchen mehr. Keiner will „über dem anderen stehen“, sondern beide begegnen sich auf Augenhöhe. Mit liebevollem Respekt, Achtsamkeit, Verständnis und Rücksichtnahme füreinander.

Gehen wir doch mal fünf Jahre weiter. Was ist denn meistens Fakt fünf Jahre nach dem „Happy End?“

Ist es nicht sehr oft so, dass man sich nach einigen Jahren nicht mehr viel zu sagen hat als Paar? Dass man nur noch nebeneinanderher existiert, anstatt wirklich miteinander zu leben? Wenn man nach dieser Zeit überhaupt noch zusammen und ein wirkliches Paar ist?

Man braucht sich ja nur umzusehen, wenn man draußen in der Realität unterwegs ist. Viele Paare schweigen sich permanent an, oder gehen absolut respektlos miteinander um. Keiner nimmt mehr Rücksicht auf den anderen, sondern zieht aus purem Egoismus „sein Ding“ durch. Ohne auch nur ein bisschen die Konsequenzen für die Beziehung und Partnerschaft zu beachten. Man schweigt sich an, keift und zickt sich an, jammert und klagt, kritisiert und meckert, keiner kann es dem anderen mehr recht machen. Jeder wirft dem anderen permanent seine Fehler vor, ohne aber auch die eigenen wahrzunehmen und sein eigenes Fehlverhalten zu sehen.

Geschweige denn, wie oft einer der beiden oder beide die Beziehung an sich in Frage stellen. Oder sich immer wieder kurzzeitig trennen. Oder sich gar in irgendwelche Affären oder Abenteuer stürzen, nur um sich selbst wieder spüren zu können. Nichts anderes ist der Grund für außerpartnerschaftliche Affären. Weil man sich selbst wieder spüren will. Man will wieder die Sehnsucht fühlen. Man will wieder das Begehren und begehrt werden und das „Haben wollen“ in sich spüren. Dass der eigene Partner oder die Partnerin ja überhaupt nicht mehr geben KANN, da man diesen Menschen ja bereits BEKOMMEN hat! Also übt man sich in Beziehungs-Sabotage. Anstatt an der Beziehung und Partnerschaft gemeinsam zu arbeiten, damit sie dauerhaft funktioniert.

Soll DAS die Normalität sein, die nach der Erfüllung der Sehnsucht zutage kommt? Ist das die wahre Liebe? NEIN!

Das ist oder war lediglich einmal VERLIEBTHEIT – aber keine tiefe und wahre Seins-Liebe. Es war bedürftige Ego-Liebe. Um sich die eigenen Bedürfnisse durch den anderen zu stillen. Sobald sich ein Partner für den anderen ständig nur verbiegt, sich zurücknimmt, seine eigenen Bedürfnisse zurückstellt und nicht mehr beachtet, permanent nur das macht was der andere Partner will, das ist KEINE wahre Liebe! Von keiner Seite. Das ist lediglich emotionale Bedürftigkeit. Ein innerer Mangel. Der schnellstens beseitigt und aufgelöst werden darf. Innerer Mangel muss gestillt und ERFÜLLT werden. Das kann aber nicht der Partner für einen übernehmen. Dafür ist man SELBST verantwortlich.

Anfangs - zu BEGINN der Erfüllung der Sehnsucht - hat man sich noch begehrt und konnte nicht genug voneinander bekommen. Man ist im wahrsten Sinne des Wortes übereinander hergefallen, um die Lust und die Begierde nacheinander zu stillen. Mit der Zeit lässt das aber nach. Weil auch das irgendwann zur Gewohnheit wird. Weil man anfängt, seinen Partner als selbstverständlich anzusehen. Man gibt sich somit keine Mühe mehr. Man ZEIGT dem Partner nicht mehr, wie sehr man ihn liebt, begehrt und schätzt. Und genau das ist ein ganz fataler Fehler, der immer wieder in sehr vielen Beziehungen und Partnerschaften gemacht wird. Man nimmt seinen Partner als selbstverständlich an.

Derweil ist NICHTS selbstverständlich bei wahrer Liebe! Es ist eine absolut freiwillige und ganz bewusste Entscheidung, mit einem bestimmten Menschen eine beständige und dauerhafte Bindung einzugehen. Diese ganz bewusste Entscheidung FÜR einen bestimmten Menschen sollte NIEMALS als selbstverständlich angesehen werden! Denn das entbehrt jeglichem Respekt und Achtung vor genau dieser bewussten Entscheidung des Partners oder der Partnerin. Denn eigentlich ist es ein überaus kostbares Kompliment der eigenen Person, wenn der Partner sich ganz bewusst FÜR einen entscheidet. Denn immerhin will er ja nicht „irgendjemanden“.

Wie oft wird hingerissen und absolut verblendet in der Liebe geseufzt: „Ich würde ALLES für meinen Partner oder für meine Partnerin tun.“

Wirklich? ALLES?? Warum?

Man kann NICHT alles für seinen Partner oder für seine Partnerin tun. Man kann vieles tun. Aus wahrer und reiner Seins-Liebe – JA. Solange man gelassen und entspannt in sich selbst ruhen kann. Und trotz allem bei SICH bleibt. Sich nicht von sich selbst wegbewegt. Und keine faulen Kompromisse lebt. Aber ALLES für den anderen tun, nur weil man verliebt ist und selbst auf vieles verzichten? NEIN! Man kann NICHT sämtliche Erwartungen, Bedingungen oder Forderungen des Partners erfüllen die von IHM oder IHR gestellt werden. Das geht nicht. Sonst würde man selbst sich permanent verbiegen. Was wiederum KEINE wahre und tiefe Seins-Liebe wäre. Sondern emotionale Abhängigkeit und Bedürftigkeit. Eben Verliebtheit. Und keine echte und wahrhaftige Liebe.

Das ist leider oft Realität. Und diese Realität der Erfüllung seiner Sehnsucht nach einem bestimmten Menschen, wird leider auch meistens zur Pseudo-Normalität. Denn oft passt man in Wahrheit überhaupt nicht zusammen als Paar. Was sich aber erst in der Zeit der gemeinsam gelebten Normalität herauskristallisiert.

Man bewegt sich permanent zum anderen HIN - und WEG von sich selbst. Man lässt sich selber im Stich. Man kümmert sich nicht um sich, sondern lieber um die Bedürfnisse seines Partners. Und wird mit der Zeit immer unzufriedener. Und unglücklicher. Und irgendwann fängt man dann an, dem Partner die Schuld an all dem Kummer und Leid und der inneren Leere zu geben, die man selbst in seinem Inneren fühlt. Den ganzen Frust, den Ärger, die verdrängte Wut – all das schiebt man dem Partner zu. Weil er es einem einfach nicht erfüllen KANN! Und obwohl es in der EIGENEN Verantwortung liegt sich selbst glücklich zu machen. Und sich seine ur-eigenen Bedürfnisse zu erfüllen.

Ist DAS tatsächlich das „Happy End“ nach dem alle Welt sich absolut verzückt so sehr verzehrt? Ist es DAS, was die Menschen wirklich in der Liebe wollen?
NEIN!

Die Menschen wünschen sich Erfüllung PUR. Und zwar IMMER. Was aber nur dann möglich ist, wenn man auch fähig ist, wahrhaftig, tief und konstant zu lieben. 

Dafür muss man aber auch in der Lage sein sein eigenes Herz wirklich der wahren Liebe zu öffnen. Man muss die wahre Liebe in all ihrer Kraft ZULASSEN und dann auch AUSHALTEN können.

Das wahre „Happy End“ sieht eigentlich ganz anders aus. Beim wahren „Happy End“ wird konstant an der verbindlich gelebten Partnerschaft gearbeitet. Und zwar von beiden Partnern. Weil beide aufeinander achten. Und dafür sorgen, dass sich beide innerhalb der Partnerschaft gut aufgehoben, sicher und geborgen fühlen. Ein emotionales Zuhause besitzen. Ein emotionales Zuhause, das wärmt,  stützt und unterstützt, das auffängt und beschützt. Gegenseitig. Und NICHT nur einseitig. Beide sorgen in erster Linie für sich selbst und so gleichzeitig auch für den Partner. OHNE sich von sich selbst wegzubewegen. Ohne sich aus seiner eigenen Mitte zu entfernen. Beide sind imstande die Liebe des anderen zu fühlen. Sie zu empfangen. Sie anzunehmen. Sie zuzulassen und auszuhalten.

NICHT zu flüchten, wenn es ihnen zu „eng“ wird. Oder die Seele oder das Herz zu tief berührt wird. Oder alte seelische Verletzungen an die Oberfläche kommen die einen schmerzen. Oder wenn „zu viel“ seelische und emotionale Innigkeit, echte Intimität und wahre innere Nähe existiert. Was mitunter zwar Angst machen kann, aber man darf sich dann dieser Angst keinesfalls hingeben. Sich nicht in diese Angst flüchten. Denn Angst löst immer Vermeidungsverhalten und innere Blockaden aus. Und somit automatisch die Flucht. Vollkommen egal ob diese Flucht nur innerlich, also emotional passiert oder ob man schlimmstenfalls körperlich und räumlich vor dem Partner davonläuft. Und sich ihm verweigert. Denn die Wahrheit ist nun einmal die, dass man NIEMALS vor dem Partner oder der Partnerin als Person flüchtet. Sondern immer nur vor seinen eigenen Gefühlen, die vielleicht ein gewisses Verhalten des Partners oder der Partnerin in einem selbst auslöst. Diese Gefühle sind es die beachtet werden wollen. Die gesehen werden wollen. Die GEFÜHLT und angenommen werden wollen.

„Bloße“ Verliebtheit hat überhaupt gar nichts (!) mit tiefer, wahrhaftiger Seelenliebe – und purer Seins-Liebe zu tun.

Auch eine emotionale Sucht nach einem anderen Menschen ist KEINE wirkliche Liebe. Denn auch das ist eine immense innere emotionale Bedürftigkeit. Eine Abhängigkeit. Ein innerer Mangel. Den ein anderer Mensch NICHT stillen oder erfüllen kann.

Mit einem „Happy End“ oder der wahren Normalität nach der Erfüllung der Sehnsucht hat das ebenfalls überhaupt NICHTS zu tun.

Ist das „Happy End“ in der Liebe also ein Trugschluss? Eine Fata Morgana? Wunschdenken?

NEIN. Es muss nur so definiert und umgesetzt werden, dass beide Partner innerlich gelassen, zufrieden und glücklich in der jeweiligen Partnerschaft leben können.
Bloße Verliebtheit einer normalen Herz-Liebe und wahrhaftige und tiefe allumfassende Seelen-Liebe – Seins-Liebe - muss sehr bewusst voneinander unterschieden werden. Denn diese beiden so verschiedenen Arten von Liebe sind überhaupt nicht miteinander vergleichbar. Da sie auf absolut unterschiedlichen Ebenen stattfinden.
Menschen die noch niemals eine wirkliche erfüllende Seelenliebe kennengelernt und gefühlt haben, können nicht nachvollziehen und verstehen, was sich in einem Menschen innerlich abspielt der seinen Seelenpartner getroffen hat. Diese tiefgreifenden Veränderungen sind so deutlich spürbar, als ob man sich mitten durch einen verheerenden „wütenden“ Hurrikan durchkämpft. Nur zerstört einen dieser Hurrikan nicht, sondern er sorgt dafür, dass erst kein emotionaler Stein mehr auf dem anderen liegt, um dann alle diese Steine absolut umzuschichten und vollkommen neu wieder aufzubauen. Das ist, wie wenn man wie Phönix aus der Asche noch einmal ganz neu geboren wird. Durch einen viel zu engen Geburtskanal gezogen, geschoben und durchgequetscht wird. Man ist nachher ein vollkommen anderer Mensch, als man vor der Begegnung mit seinem Seelenpartner oder mit seiner Dualseele war. Und doch ist man vollständig sich selbst.

Und DAS ist das wahre „Happy End“ in der Liebe.

Dass man vollkommen gelassen in seiner Mitte ruht und fähig ist, die wahre Liebe einfach nur bewusst zu fühlen. Sie zuzulassen, sie anzunehmen und sie auch konstant auszuhalten. Bedingungslos. Dann kann man letztendlich auch wirklich die Liebe absichtslos geben – dem anderen schenken - ohne dass man erwartet, dass vom anderen etwas zurückkommt.

Auch in meinem Roman "Die Sternsteins - wer es wagt, zu lieben" spielt genau dieses Thema eine entscheidende Rolle. Wenn du neugierig bist, wie die Geschichte in meinem Buch endet, kannst du jederzeit in die Geschichte meiner Protagonisten eintauchen...


© Von Herzen, Isi Winderberg


Die Lebendigkeit wahrhaftiger Liebe

 


Gerade vor der Lebendigkeit der wahren Liebe haben die meisten Menschen unbewusst Angst. Da diese Lebendigkeit nicht unserem anerlernten Verhaltensmuster und unseren Konditionierungen entspricht. Denn wir haben gelernt, die Lebendigkeit des Fühlens zu unterdrücken, zu verdrängen und zu kontrollieren. Sie zu beherrschen und in einen goldenen Käfig zu sperren. Wobei der goldene Käfig den Todesstoß für jede Lebendigkeit und der Liebe an sich bedeutet. Denn man kann wahrhaftige Liebe nicht einfangen, festhalten, unterdrücken und kontrollieren. Und man kann sie auch nicht ausschalten. Weshalb wir mit unserem (Seelen-) Partner lernen dürfen, die Lebendigkeit der wahren Liebe wieder bewusst wahrzunehmen und intensiv zu spüren...


Wahre Liebe ist genauso wie Licht, Wasser und Luft das natürliche Elixier unseres Lebens. Dabei hat jedes einzelne Elixier dieselbe Bedeutung. Wir brauchen es, um uns wirklich lebendig zu fühlen. Um wirklich lebendig zu SEIN. Das Elixier der wahrhaftigen Liebe besteht aus unbändiger Kraft und Energie und ist somit überbordende Lebendigkeit pur.


Die unbändige Kraft, Energie und Lebendigkeit der wahrhaftigen Liebe muss allerdings frei sein, um sich in ihrer ganzen Schönheit und schöpferischen Kraft vollends entfalten und ausbreiten zu können.


Sobald wir wahrhaftige Liebe in einen Käfig sperren, der aus aus einem engmaschigen Gitter aus Angst, Unterdrückung, Kontrolle, Erwartungen, Ansprüchen und Bedingungen besteht, blockieren wir die Liebe und schlimmstenfalls stirbt sie uns ab. Weshalb es absolut notwendig ist, die wahrhaftige, tiefe und einzigartige Liebe zu vollkommen frei fließen zu lassen. Die Lebendigkeit dieser Liebe voller Vertrauen einfach geschehen zu lassen. Die Lebendigkeit anzunehmen und auszuhalten. Und nicht mehr davor zu flüchten.


Denn nur dann leben wir WIRKLICH bedingungslos die wahrhaftige Liebe. Alles andere wäre gewaltige (Selbst-) Täuschung und bunt schillernde Illusionen unseres Egos. 
Was wir ja über sehr lange Strecken unseres Lebens genauso gemacht haben.


Wenn wir an diesem Punkt unserer Weiterentwicklung angelangt sind, dass uns bewusst wird, dass wir die Lebendigkeit (der wahren, bedingungslosen Liebe) nicht wirklich gelebt haben - selbst wenn wir es vielleicht versucht oder ansatzweise umgesetzt haben - sondern dass wir uns in unserem Selbstschutzmechanismus die ganze Zeit in einem funktionalen Überlebensmodus befunden haben, ruhen wir bereits lange in unserer Mitte. Und all unsere vielen und dicken Selbstschutzmauern um unser Herz sind längst zu Staub zerfallen.


Durch sämtliche unserer Konditionierungen haben wir meist vergessen, wie Lebendigkeit sich tatsächlich anfühlt. Wie das „richtige“ Leben tatsächlich funktioniert. Wir haben vergessen, wie die Lebendigkeit der wahren Liebe sich anfühlt.


Stattdessen sind wir oft unflexibel, steril und starr geworden in unseren Handlungen. Wir sind unflexibel, steril und starr geworden in unserem Denken und wir sind unflexibel, steril und starr geworden in unseren Gefühlen. Und haben über viele Jahre lang permanent nur funktioniert. Und dem Perfektionismus den Vorzug gegeben. Die Lebendigkeit in der Liebe hatte so gar keine Chance, sich im Raum unseres Herzens konstant einzunisten und sich tief in unserem wahren authentischen Sein zu verankern.


Als Ersatz für die gelebte Lebendigkeit der wahrhaftigen Liebe haben wir unser Ego immer mehr aufgebläht, künstlich genährt und immer weiter gefüttert. Und zwar solange, bis unser Ego aus all seinen bedürftigen Nähten geplatzt ist. Alles in unserem Leben hat sich darum gedreht, immer noch mehr haben zu wollen. Niemals tatsächlich zufrieden zu sein. Und im wahrsten Sinne des Wortes inneren Frieden zu finden.


Die wahre Liebe hat unser Verstand als Gefahr eingestuft. Ja, auch bei uns Herzensmenschen. Nicht nur wie irrtümlich angenommen, nur bei den Kopfmenschen. Denn auch wir Herzensmenschen haben ja eine immense Angst genau davor entwickelt, von einem anderen Menschen wahrhaftig gesehen, angenommen und wirklich geliebt zu WERDEN.


Die Angst wahrhaftig geliebt zu WERDEN, zeigt sich beispielsweise darin, dass man – selbst wenn man ein verbindliches Paar ist – auf getrennte Wohnungen beharrt. Und so wirkliche emotionale und seelische Nähe vermeidet. Diese Angst zeigt sich darin, dass man permanent On-Off Beziehungen, Wochenendbeziehungen oder Fernbeziehungen führt und sich nicht wirklich auf die räumliche Nähe zum anderen einlässt. Die ja zwangsläufig entsteht, wenn man sich eine gemeinsame Wohnung teilt. Genauso wird die Lebendigkeit der wahrhaftigen Liebe ständig gedeckelt. Und darf sich nicht zeigen.


Sowohl die Liebe an sich, als auch die Lebendigkeit dieser Liebe muss so zwangsläufig in ihrem goldenen Käfig verkümmern. Da sie von beiden Seiten nicht bewusst genährt und gepflegt wird. Obwohl man nach außen gesehen all das hat, was man für sich braucht, herrscht doch eine emotionale Sand- oder gar Eiswüste in einem. Und es berührt einen weder im Herzen, noch in der Tiefe der Seele. Was man mit seinem immer größer werden Ego und der ‚immer noch mehr haben wollen und immer noch besser sein’ Mentalität versucht, zu kompensieren. Was aber nicht dauerhaft gelingt. Denn man wird dabei immer unglücklicher und fühlt sich so gar nicht lebendig. Man lebt schon lange nicht mehr, sondern man überlebt im wahrsten Sinne des Wortes.


Entscheidungen aus dem Herzen heraus zu treffen, fällt gerade den Kopfmenschen ganz immens schwer. Da sie besonders tief im Überlebensmodus festhängen. Und die Lebendigkeit des Fühlens und die Lebendigkeit der Liebe nicht kennen. Weil sie sie gar nicht gelernt haben.


Sie vermeiden die wahrhaftige Liebe mit einer solchen Konsequenz, dass sie lieber seelisch zugrunde gehen, anstatt die Lebendigkeit dieser Liebe zu spüren. Wobei der wahre Grund immer in der jeweiligen Vergangenheit liegt. Und einen sehr traurigen und tragischen Hintergrund hat. Denn nicht wenige haben in ihrer Kindheit die Erfahrung gemacht, dass ihnen immer wieder eingetrichtert wurde, wenn sie nicht so funktionieren, wie die Eltern das vorgeben, werden sie einen Elternteil für immer verlieren. Was diese Menschen als Kinder natürlich nicht wollten. Und ihnen eine unglaubliche Angst eingejagt hat. Und sie sich deshalb vollkommen unpassend an die Vorgaben der Eltern angepasst haben. Die wahren Gefühle haben sie von sich abgespalten, unterdrückt und verdrängt. Und diese als absolute Gefahr abgespeichert. So hat sich der Überlebensmodus in den Kopfmenschen festgesetzt und vollständig in ihrem Sicherheits-Denken etabliert.


Sie vermeiden die Liebe und deren Lebendigkeit, weil sie Angst haben, diesen Menschen nicht halten zu können. Sie haben immense Angst, dass dem anderen etwas schlimmes passiert, wenn sie sich auf ihn einlassen. Wenn sie ihn zu nah an sich heranlassen. Einigen Kopfmenschen ist dies durchaus bewusst, anderen wiederum nicht. Sie leiden in Wahrheit genau wie die Herzensmenschen. Nur auf vollkommen andere Weise. Sie wollen genauso mit ihrem geliebten Menschen zusammen sein. Nur ihr Verstand trichtert ihnen immer wieder ein: „Nein, pass auf dich auf und lass dich nicht verbindlich ein, sonst begibst du dich oder den anderen in zu große Gefahr. Und einem von uns oder uns beiden passiert etwas schlimmes“.


Diese unmenschliche Angst ist sehr gravierend und tragisch. Und die zugehörigen Herzensmenschen begreifen natürlich nicht, warum ihr geliebter Kopfmensch diese Liebe und die Verbindlichkeit meidet.


Die wahrhaftige Liebe mit unserem (Seelen-) Partner oder unserer Dualseele tatsächlich gemeinsam zu leben, bedeutet sowohl für den Kopfmenschen, als auch für uns Herzensmenschen eine ganz bewusste Entscheidung. Nämlich die sehr bewusste Entscheidung FÜR die wahrhaftige Liebe und FÜR echte Verbindlichkeit mit dem geliebten Menschen. Aber auch die Entscheidung FÜR die kompromisslos vorhandene Lebendigkeit, die mit dem gemeinsamen leben der wahrhaftigen Liebe automatisch verbunden ist.


Wahre Liebe ist die stärkste (positive) Kraft im Universum. Weshalb sie uns auch eine riesengroße Angst einjagt, wenn wir unserem Seelenpartner oder unserer Dualseele zum ersten Mal begegnen. Und das erste Mal in unserem Leben intensiv erfahren dürfen, was es tatsächlich bedeutet, wahrhaftig und tief zu lieben. Wirklich echt zu lieben. Bedingungslos zu lieben. Die Lebendigkeit, die lange Zeit tief in unserem Inneren vergraben war, wieder zum Vorschein kommt. Und wir wieder spüren, wie es ist, wahrhaftig zu FÜHLEN.


Und nicht tiefe Gefühle, die wir in unserem Herzen spüren, mit Pseudo-Liebe, die aus unserem Ego kommt, verwechseln. Denn es sind die Seelen, die sich zutiefst lieben und sich gegenseitig ehrlich begehren. Nicht das Ego. Nicht die Vernunft. Und auch nicht der Sicherheit suchende Verstand.


Wahre Lebendigkeit bedeutet Unvorhersehbarkeit. Unbeherrschbarkeit. Unkontrollierbarkeit.


Sie lässt sich nicht einordnen.


Lebendigkeit (ver-) heißt Bewegung. Temperament. Begeisterungsfähigkeit. Tatendrang. Handeln. Leidenschaft. Unterschiedlichkeit. Andersartigkeit. Gegensätzlichkeit. Vielfalt. Buntheit. Stärke. Schwäche. Ganzheit.


Beständigkeit.


Bedeutet Risiko. Bedeutet Mut. Bedeutet, sein Herz vollständig zu öffnen. Ohne ein Hintertürchen offen zu lassen um daraus im Notfall wieder flüchten zu können. Nein, es bedeutet, sich mit allen sich daraus ergebenden Konsequenzen vollständig einzulassen. Und sich emotional und seelisch verletzlich zu zeigen.


Lebendigkeit ist nicht vorhersehbar. Denn sie zeigt sich immer dann, wenn wir nicht damit rechnen. Weshalb sich das Leben und die bedingungslose Liebe auch nicht planen lässt. Wahre Liebe geschieht einfach. Lebendigkeit geschieht einfach. Und überfällt uns wie ein urplötzlich auftretender und tosender Orkan, der uns mit all seiner Kraft fast umbläst.


Dabei verhalten sich wahre Dualseelen immer vollkommen anders, als man in Tausenderlei Gedanken vom anderen denkt. Denn völlig egal, was wir auch denken, unser Dual tut mit absoluter Sicherheit das Gegenteil von unseren jeweiligen Gedanken. Genauso wie wir grundsätzlich immer das genaue Gegenteil von dem tun, was unser Dual von uns denkt. Was einfach am energetischen Prinzip der Gegensätzlichkeit zwischen beiden liegt.


Dualseelen verhalten sich grundsätzlich immer konträr zueinander. Und ergänzen sich genau deshalb einfach perfekt. Sie gleichen sich per se immer gegenseitig aus.
Nicht wenige sind dabei ernsthaft der Meinung, dass ihr Seelenpartner oder auch ihre Dualseele so überhaupt nicht zu ihnen passt. Was NICHT sein KANN. Denn dann sind es keine wahren Dualseelen. Und mit bedingungsloser, lebendiger Liebe hat diese Einstellung auch nichts zu tun.


Die Lebendigkeit von wahrhaft gelebter Liebe gleicht dem wechselnden, perfekt aufeinander abgestimmten Zyklus von Mutter Natur. Sie gleicht Wind und Wasser, die abwechselnd Stille und Ruhe verheißen und dann wieder aufleben und sich in wahren Stürmen des Lebens ergießen.


Es bedeutet das ständige Wechselbad der Gefühle. Gelebte Emotion pur. Bedeutet mal Stillstand, mal laue Lüftchen und mal Orkan. Das heißt lebendig sein. Das heißt, authentisch und echt sein. Das heißt, einfach natürlich sein.


Lebendigkeit heißt Fruchtbarkeit, Vitalität und Natürlichkeit. Entwicklung, Veränderung, Chaos. Wandlung, Flexibilität, vollkommene Toleranz und Akzeptanz. Und absolute Bedingungslosigkeit. Bedeutet Neugier, Kreativität und Phantasie.


Und gleichzeitig bedeutet es permanente Konstanz. Variablen existieren in der wahrhaftigen Liebe nicht. Denn wahre Liebe ist immer vorhanden. Und es gibt keinen Ersatz für sie.


In der Lebendigkeit des wahrhaftigen Lebens allerdings gibt es keine Konstante. Hier gibt es vielfältige und vollkommen unterschiedliche Variablen. Und keinerlei Starrheit.


Die elementare Konstante zwischen wahrhaftigen Seelenpartnern ist einzig die Logik des Herzens. Und die tiefe Verbundenheit beider Seelen. Alles andere spielt überhaupt keine Rolle. Auch Zeit nicht. Auch der Bindungswunsch nicht. Denn wahre Liebe bahnt sich grundsätzlich ihren ganz eigenen Weg. Egal, wie kompliziert und schwierig unser Weg der Entwicklung erscheint und wie scheinbar unmöglich die Situation zwischen beiden Seelenpartnern auch sein mag. Wie sehr dicke Schichten aus Angst diese Liebe auch zugedeckt halten und das Ego und der Verstand gegen das Herz intrigieren.


Wenn wir uns wenig lebendig fühlen, fühlen wir keinerlei Vitalität. Keine Lebensfreude und keinerlei Lebenslust. Wir sind deshalb nicht lebensmüde, aber nicht bindungsfähig und lebensuntüchtig. Eben nicht mehr emotional und seelisch lebendig. Denn wir pflegen unseren Überlebensmodus, anstatt die Lebendigkeit zu kultivieren. 
Was sich äußert in ständiger Müdigkeit, Unlust bis hin zur permanenten Erschöpfung. Wir lenken uns mit allen Mitteln von der Wahrheit ab und flüchten vor unseren wahren Gefühlen. Was IMMER ein mehr als deutliches Zeichen unserer Seele ist, endlich die wahre Lebendigkeit in uns zu befreien. 


Um die Lebendigkeit der wahrhaftigen Liebe und unseres wahren, authentischen Seins wieder zu befreien, ist es allerdings unabdingbar, Risiken einzugehen. Und wahrhaft mutig zu sein. In diesem Zusammenhang bekommt das Wort „wahrhaftig“ eine elementare Bedeutung. Denn im Zuge unserer ganzheitlichen Transformation und seelischen Weiterentwicklung werden wir auf allen Ebenen unseres Seins wieder wahrhaftig lebendig.


Alles in uns wird endlich (wieder) wahrhaftig. ECHT eben :)


Wir fühlen und leben ALLE unsere wahren Gefühle, auch wenn wir gelassen in unserer ureigenen (natürlich weiblichen) Mitte ruhen. Denn sämtliche unserer wahren Gefühle zu zeigen, bedeutet wirklich zu LEBEN. Bedeutet lebendiges SEIN pur.


Wahre, bedingungslose Liebe kann nur lebendig sein, wenn wir sie vollkommen FREI SEIN lassen und ohne jegliche Blockade fließen lassen.


Bedingungslose, wahrhaftige Liebe hat absolut nichts mit verbindlicher Beziehung und Partnerschaft zu tun. Sie kann lebendig sein, auch wenn wir alleine sein. Wenn unser Seelenpartner nicht bei uns ist. Wenn eben noch keine verbindliche geheilte Partnerschaft zusammen gelebt werden kann.


Wenn wir uns wahrhaft lebendig fühlen, blühen wir zusehends auf. Und unsere ganze Ausstrahlung verändert sich. Was auch anderen Menschen auffällt, die dann entsprechend darauf reagieren. Gerade dann, wenn wir überhaupt gar nichts dafür tun, um gemocht oder geliebt zu werden. Sondern indem wir einfach gelassen in unserer ureigenen Mitte ruhen.


Lebendigkeit entsteht dann, wenn wir uns mit etwas oder jemandem wirklich verbunden fühlen. Wenn unser Herz und unsere Seele davon (zutiefst) berührt wird. Wenn wir in emotionalem oder seelischen Kontakt mit etwas oder jemandem sind. Wenn wir vollständig im inneren Modus des absichtslosen Schenkens und Empfangens angekommen sind.


Die überberstende Fülle, die wir vom Leben erhalten, schenkt uns wahre innere Freiheit. Schenkt uns Beständigkeit. Und echte Lebendigkeit. Gelebte Lebendigkeit schenkt uns unser wahres Lebens- und Liebesglück :)


Diesen Text findest du auch in meinem Buch "Bedingungslos - wie es Seelenpartnern und Dualseelen gelingt, sich auf die wahre Liebe wirklich einzulassen". Wenn du in dieses Thema tiefer eintauchen und weitere tiefgehende Kapitel über die bedingungslose Liebe lesen willst, dann sieh dir gerne das Buch an.


© Von Herzen, Isi Winderberg



Zur Autorin


 

Isi Winderberg

 

Isi Winderberg ist Autorin von inzwischen elf Büchern. Seit ihrer Kindheit schreibt sie – zuerst für sich, heute für viele. Ihr Werk umfasst sowohl fundierte Fachbücher als auch Romane, Märchen und literarische Themeneditionen. Nach vielen Jahren als Therapeutin und spirituelle Mentorin widmet sie sich heute hauptsächlich dem Schreiben. Ihr Wissen und ihre Lebenserfahrung fließen in Texte, die berühren, die erinnern und innere Bilder entstehen lassen - und das Unsichtbare zwischen den Zeilen spürbar machen. Schreiben ist für sie mehr als ein Beruf. Es ist ihre Passion - die leise Magie, die ganze Welten erschafft und Worten ihre ureigene Lebendigkeit schenkt.