Kraftvoll lieben & authentisch leben                                                                                                                             Beratung bei Hochsensibilität - das besondere Geschenk der Natur                                                     Seelenpartner & Dualseelen

"Das große Glück der Liebe besteht darin, Ruhe in einem anderen Herzen zu finden..."  
Julie Jeanne de Lespinasse 

Sensible Seele Blog - Hochsensibilität & Hochsensitivität


Hochsensibilität und der Weg der Seele

Hochsensibilität und der Weg der Seele

"Das Ich ist ein Meer, grenzenlos und unermesslich.              Sagt nicht: Ich habe die Wahrheit gefunden,                    sondern lieber: Ich habe eine Wahrheit gefunden.                  Sagt nicht: Ich habe den Pfad der Seele gefunden.                Sagt lieber: Ich habe die Seele auf meinem Pfad wandelnd  getroffen. Denn die Seele wandelt auf allen Pfaden.                Die Seele wandelt nicht auf einer Linie, noch wächst sie wie ein Schilfrohr. Die Seele entfaltet sich wie eine Lotusblume mit zahllosen Blättern." (Khalil Gibran) 

Dem Ruf unseres Herzens zu folgen und den wahren Weg unserer Seele zu gehen, fällt vielen von uns sensiblen Menschen unglaublich schwer. Oft wissen wir überhaupt nicht wie das eigentlich geht. Wir fühlen unsere innere Stimme zwar, haben aber gelernt sie zu überhören. Und sie von uns zu schieben. Weil wir zu sehr in unseren alten Mustern und Konditionierungen verhaftet sind. Und weil emotionale Altlasten, Abhängigkeiten, Zweifel und Ängste uns plagen. 

Leider werden so oft nur Kompromisse gelebt. Oft haben wir auch durch diverse Umstände im Leben unser eigenes Selbst aus den Augen verloren. Oder wir hatten von Grund auf nicht die Möglichkeit einfach zu SEIN. Weil wir nicht so akzeptiert und angenommen wurden wie wir mit unserer Sensibilität nun einmal sind. 

Sind wir an einem gewissen Punkt im Leben angekommen, spüren wir überdeutlich, „nicht (mehr) wir selbst“ zu sein. Wir fühlen uns unwohl, sind unzufrieden, chronisch unglücklich, fühlen schmerzlich dass uns etwas elementares fehlt, spüren den starken Wunsch nach einer Veränderung...

Wir stellen uns viele existenzielle Fragen und suchen dringend nach Antworten. 

Dann gilt es, unseren wahren inneren Kern zu finden. Unser wahres und sensibles SO SEIN zu entdecken. Auf den leisen oder auch lauteren, dringlichen Ruf unserer eigenen so sensiblen Seele zu hören...

Unsere innere Stimme wahrzunehmen...

Wenn unsere innere Stimme ignoriert und der Weg unserer Seele verweigert wird, können chronische Unzufriedenheit, psychosomatische Beschwerden und auf lange Sicht sogar Depressionen die Folge sein. 

  • In uns hineinzuhören...
  • In uns hineinzuspüren...

Unsere Wahrnehmung und unser Bewusstsein für unser eigenes Selbst zu schärfen. 

  • Gefühle zu klären... 
  • Unsere Bestimmung zu finden...
  • Träume und Leidenschaften zu leben...
  • Unser wahres Selbst kennenzulernen...
  • Unsere Seele mit einzubeziehen...

Denn oft tun wir das was wir tun nur, weil wir es vermeintlich tun müssen. Aber das geschieht ohne jede Leidenschaft. Ohne Herz. Und ohne Seele. Wir tun es einfach nur. 

Eigenverantwortung zu übernehmen. Entscheidungen zu treffen. Zu Handeln. 

Und zwar ohne jegliche Konditionierung. Ohne jegliche emotionale Abhängigkeiten. Ohne Bewertungen. Ohne Fremdbestimmung. Ohne Angst. Vollkommen selbstständig. 

Was für viele von uns – gerade sensiblen - Menschen absolut unmöglich ist. Weil wir genau das niemals gelernt haben. Oder es im Laufe unseres Lebens wieder ver-lernt haben. Das ist niemandes „Schuld“ – es ist ganz einfach Ursache und Wirkung. Aktion und Reaktion. 

Wir tun oft das was wir tun lediglich „anderen zuliebe“. Wir verbiegen uns nach Strich und Faden wie eine Spirale, nur um geliebt, angenommen und akzeptiert zu werden. Weil wir uns nicht gut genug fühlen. Und wir verleugnen uns selbst. Wir verleugnen unser wahres ICH. 

Genau hier liegt aber der Knackpunkt! 

Denn wir werden in Wahrheit ja wieder nicht genauso angenommen, geliebt und akzeptiert wie wir im wahren Kern unserer Seele wirklich sind. Sondern wir werden nur „hingenommen“. WEIL wir uns den anderen zuliebe verbiegen. Um so den anderen zu gefallen. Weil den ANDEREN das so gefällt. Weil die ANDEREN das sehen wollen. Oder weil die ANDEREN genau das erwarten. 

Unser freier Wille und der wahre Ruf unserer Seele ist somit ‚ad acta’ und auf Eis gelegt. 

Wenn wir nämlich plötzlich ganz genauso sein würden wie und wer wir WIRKLICH sind – ohne Gutmütigkeit und ohne die permanenten Verbiegungskünste - würden wir ziemlich schnell merken, dass wir mit einem Mal gar nicht mehr so viele Menschen um uns haben die uns WIRKLICH mögen. Und die uns WIRKLICH akzeptieren. Es wird einige Menschen geben die sich ganz schnell von uns abwenden. Eben WEIL wir nicht mehr der ständige „Ja-Sager" sind und uns abgrenzen. Und uns nicht mehr alles gefallen und bieten lassen, aus Angst abgelehnt und nicht angenommen zu werden. 

Die Welt ist somit ganz schön aus den Fugen geraten. Denn...wir alle sind in gewissem Maße mehr oder weniger emotional abhängig und konditioniert, solange wir nichts aktiv dagegen tun. 

Frauen jagen Männern hinterher und kämpfen und „betteln“ um deren Zuwendung und Liebe nur um sie bei sich „halten“ zu können - und Männer lassen sich von Frauen umsorgen als ob sie ihre Mütter wären. 

Wir pflegen unsere Mängel und versuchen diese innere Leere meist ergebnislos mit den „falschen“ Dingen zu füllen. 

Wir leben oft an Orten an denen wir überhaupt nicht leben wollen. Wir umgeben uns mit Dingen und Menschen die uns eigentlich nur schaden. Wir haben Angst uns voll und ganz auf den Menschen einzulassen, den wir eigentlich wahrhaftig lieben. Und bleiben dabei lieber auf Sicherheitsabstand. Oder wir üben nicht den Beruf aus für den unser Herz wirklich brennt. Und verzichten darauf, unsere eigentlichen Hobbies, Leidenschaften und wahren Interessen zu pflegen. Wir verbiegen uns und jagen dem vermeintlich perfekten Leben hinterher. Und achten dabei überhaupt nicht auf uns selbst. Weil wir nur auf die Erwartungen anderer hören. Oder unseren eigenen Erwartungen nicht gerecht werden. Wir schaffen es oft nicht, unseren Verstand auszuschalten. Der uns immer wieder einen gewaltigen Strich durch unsere Rechnung macht. Und unser wahres Sein, den Weg unseres Herzens und unserer Seele sabotiert. 

Wir üben Druck aus und lassen uns erdrücken. Wir üben uns im Widerstand und kämpfen automatisch gegen alles an. Wir boykottieren uns quasi ständig selbst. 

Es herrscht ein solches Durcheinander an vertauschten Geschlechter-Rollen, inneren Blockaden, ungelösten Verstrickungen, „falschen“ Konditionierungen und Glaubenssätzen, seelischen Verletzungen, emotionalen Altlasten, Machtkämpfen, Manipulationen, mangelnder Selbstliebe und fehlendem Selbstwertgefühl, dass eigentlich niemand mehr so recht weiß wie er sich noch richtig und passend verhalten soll. Und wie er aus seinen gelebten Kompromissen wieder ausbrechen kann. 

Nur wenige Menschen schaffen es, wirklich bei SICH zu bleiben und den ur-eigenen Weg ihrer Seele zu gehen. Weil sie sich selbst ver-trauen und sich selbst etwas zu-trauen. 

Wir Frauen befinden uns oft im ‚Dornröschen-Schlaf’ und warten darauf, vom passenden Mann ‚aufgeweckt’ und „gerettet“ zu werden. Wir warten, dass er uns erlöst und befreit. 

Ohne zu wissen dass wir uns selber jederzeit befreien und erlösen können! 

Und Männer trauen sich nicht zu oder wissen nicht mehr, wie sich ein „echter“ Kerl zu verhalten hat. 

Viele Männer warten eigentlich unbewusst nur darauf, den starken „Ritter“, den echten Gentleman und den „Krieger des Herzens“ in sich wieder zu entdecken und diesen zu befreien. Und mit wahrem Mut die Frau ihres Herzens zu umwerben, zu erobern, sie zu halten, zu beschützen, sie aufzufangen und ihr ein wahrer Fels in der Brandung zu sein. Und zwar ohne zu urteilen, zu kritisieren und zu bewerten. Die Frau einfach so anzunehmen wie sie ist. Was die wahre Aufgabe eines Mannes wäre der gelassen in seiner Ur-Männlichkeit ruht. 

Es gibt zwar diese Männer noch, aber sie sind selten und rar geworden. Genau sie sind aber die wahren Diamanten unter den Edelsteinen. 

Auch gibt es natürlich wunderbare und bewundernswerte Frauen die bereits in ihrer Ur-Weiblichkeit ruhen. Und die sich ihrer wahren weiblichen Kraft durchaus bewusst sind. Und diese somit auch offen leben. 

Oft haben wir sensiblen Menschen aber die Fähigkeit verloren oder konnten sie nie entwickeln, auf unsere innere Stimme und unsere Seele zu hören. 

Natürlich gibt es viele Menschen die genauso glücklich sind wie ihr Leben verläuft. Und die nichts im Inneren oder Äußeren ändern wollen. Das ist dann vollkommen in Ordnung. 

Hier geht es mir auch um genau die Menschen die sehr wohl etwas in sich und um sich herum verändern wollen. Die eben eine immense Sehnsucht danach verspüren den ureigenen Weg ihrer Seele zu gehen. Und die wieder lernen wollen ihrem ureigenen Instinkt zu vertrauen und ihm zu folgen. 

Immer mehr sensible Menschen befreien sich heute aus der Haltung des „Schlafens“. Weil wir die Dinge hinterfragen. Und nicht mehr bereit sind immer nur zurückzustecken und uns für andere zu verbiegen. Wir wachen endlich auf und verändern uns aktiv und sehr bewusst. Wir nehmen nicht mehr passiv alles so hin wie es ist, sondern wir nehmen den Ruf unserer Seele wahr und erhören diesen. 

Den Weg unserer eigenen Seele können wir nur gehen, wenn wir mutig sind. 

Mut haben, uns immer wieder neuen Herausforderungen zu stellen. Mut besitzen, aus dem „alten Trott“ auszusteigen und uns zu bewegen. Mut zu zeigen zu uns selbst zu stehen. Ganz bei UNS zu bleiben und zu uns selbst ‚Ja’ zu sagen. Was auch nicht bedeutet uns vollkommen egoistisch und ohne jede Rücksicht auf andere zu verhalten. Sondern es bedeutet ganz einfach offen zu sein. Offen zu sein für Veränderung. Für Weiterentwicklung. Auf ‚Empfang’ zu stehen. Fülle im Leben zuzulassen. Annehmen können was sich uns bietet. Geben zu können ohne Erwartung dass etwas zurückkommt. Aus der eigenen ‚Bedürftigkeit’ auszusteigen. Keine Kompromisse mehr zu leben. Sondern auf unser Herz und unsere innere Stimme zu hören. Unseren Verstand auch einmal auszuschalten. Zu genießen. Uns ehrlich zu freuen. Uns dem Leben hinzugeben. Uns vertrauensvoll fallen zu lassen. Dankbar zu sein. Innere Ruhe und Gelassenheit auszustrahlen.

Den Weg unserer Seele zu gehen bedeutet ‚altes’ hinter uns zu lassen und ‚neues’ zuzulassen. Dabei helfen uns ganz enorm die fünf kraftvollsten Energien im Universum.

Die fünf kraftvollsten Energien sind: 

1. Liebe

Sie ist die höchste, kraftvollste und mächtigste aller Energien. Wenn wahre Liebe auf Resonanz stößt kann sie frei fließen. Wenn Liebe auf keinerlei Resonanz stößt – d. h. wenn sie nicht erwidert wird, verläuft sie im Sande und löst sich wieder auf. Denn wahre Liebe kann nur existieren wenn die Energie frei fließen kann. Wenn sie blockiert wird ist sie zwar da, es treten dann aber Komplikationen und Schwierigkeiten auf.

Die Liebe müssen wir in uns selbst entdecken und ausgraben. Wir müssen die wahre Liebe in erster Linie aus uns selbst beziehen. Wir müssen wahre Liebe zulassen können. Wir müssen die Liebe empfangen können. Wir müssen die Liebe zu uns selbst und die Liebe eines anderen Menschen annehmen und aushalten können. 

Wahre Liebe ist essentiell. Und genau deshalb so immens wichtig. 

2. Dankbarkeit

Je mehr wir für alles wirklich dankbar sind, und diese Dankbarkeit auch regelmässig zelebrieren, bekommen wir eine solche Fülle vom Leben zurück die wir uns nicht ansatzweise vorstellen können. Dankbarkeit zu zeigen macht daher sehr, sehr viel Sinn. Aber wir müssen die Dankbarkeit wirklich in uns fühlen. Sonst wirkt die Dankbarkeit im Sinne des Resonanzgesetzes nicht. Denn wir können ja nur das zurückbekommen was wir auch wirklich in uns spüren. Und was wir auch deutlich nach außen hin aussenden. 

3. Glaube

Glaube versetzt im wahrsten Sinne des Wortes Berge. Wenn wir an etwas glauben, können wir sehr viel bewegen. Wenn wir an etwas glauben, können wir sehr viel erreichen. Wenn wir glauben, werden wir gelassen. Wenn wir gelassen sind, können wir das Leben und das SO SEIN genießen. 

4. Freude

Wenn Freude aus unserem tiefsten Herzen und aus unserer tiefsten Seele kommt, macht uns das wahrlich glücklich. Wenn aus unserem tiefsten Inneren ein ehrliches Lachen nach außen aufsteigt und emporschwingt wie die perlenden Töne eines Musik-Instrumentes, dann bildet sich wahre Zufriedenheit in uns. Wenn wir uns ehrlich über Kleinigkeiten und Details freuen können, haben wir sehr viel gewonnen.

5. Gelassenheit 

„In der Ruhe liegt die Kraft...“

Wenn wir uns ständig über irgendwelche Dinge aufregen, jammern und beklagen, be-lastet das nur unsere Gedanken und unsere Seele. Gelassen in uns selbst zu ruhen, ist dagegen unglaublich ent-lastend für uns. 

Gelassenheit und ein entspanntes SO SEIN ist unendlich erfüllend und bereichernd. Weil wir so unsere eigene Wahrnehmung ganz bewusst einsetzen und genießen können. 

Wenn wir etwas an einer Situation ändern können, dann sollten wir es auch ändern. Wenn etwas wirklich nicht änderbar ist, sollten wir es annehmen und einen für uns geeigneten Umgang damit finden. 

Meditation oder ähnliches hilft uns enorm dabei in uns selbst ruhen zu können. Aber natürlich auch, aktiv unser Seelenleben aufzuräumen, Blockaden zu lösen und emotionale Altlasten loszuwerden ist unglaublich befreiend für unser gesamtes sensibles Sein. 

Ablehnung blockiert all diese Energien.

Wenn wir uns im ständigen inneren Gegen-Kampf und Widerstand befinden, töten wir jegliches reines ‚geben’ und ‚empfangen’ von Energien ab. Der Weg unserer Seele ist so übersät und versperrt von immer neuen größeren und kleineren Hindernissen. Und es herrscht Stillstand in unserem Leben. Wenn wir uns unserem wahren Selbst allerdings ganz bewusst werden, können wir es schaffen diese Hindernisse beiseite zu räumen. Damit so die Energie wieder frei fließen und sich bewegen kann. 

Uns innerlich frei und unabhängig zu fühlen, ist unabänderlich um den Weg unserer Seele in Ruhe und Frieden gehen zu können. 

Uns innerlich frei zu fühlen, ist ein unglaublich kraftvolles und machtvolles Gefühl. 

Die Kraft und die Macht zu uns selber zu stehen. Zu fühlen was unsere Seele eigentlich wirklich will. Und uns diesen Seelenwunsch auch tatsächlich zu erfüllen. Unseren wahren freien Willen dabei zu benutzen. 

Eben es NICHT zu ignorieren was wir wirklich in unserem Leben wollen – sondern es auch wirklich offen und authentisch zu LEBEN!

Da unsere Seele wenn sie außer Balance geraten ist, uns mit diversen Symptomen darauf aufmerksam macht. Sie schreit dann regelrecht auf, um sich Gehör zu verschaffen. Denn sie möchte Raum für sich haben. Raum sich zu entfalten und sich weiterzuentwickeln. Und schlussendlich um einfach zu SEIN. 

Unsere Seele verbindet sich automatisch mit den Menschen, den Dingen und den Seelen von denen sie lernen kann. 

Alles was wir unbewusst tun, ist ein Ruf unserer Seele. Unseres wahren Seins. 

Unser innerster und geheimster Seelenzustand kann sich äußern in jammern, klagen, weinen, Wutanfällen, lachen, Fröhlichkeit, Gelassenheit, innerer Ruhe, Harmonie, Selbstkritik, Selbstvorwürfen, Schuldgefühlen, Gewissensfragen, Glaubensfragen, Perfektionismus, Faulheit, Glück, Trauer usw...

Wenn wir Bilder malen, Geschichten schreiben, Musik komponieren, allgemein schöpferisch und kreativ tätig sind - exzessiv Sport betreiben oder arbeiten bis wir fast umfallen, nur um beispielsweise die Liebe die wir in uns tragen nicht spüren zu müssen, da die Intensität dieser Gefühle uns aus Angst uns fallen zu lassen bedrohlich erscheint; all das ist Ausdruck unseres Unbewussten und unserer Seele. All das sind Zeichen unseres wahren Seins. 

Unsere Seele macht uns ganz genau darauf aufmerksam was unsere wahren Sehnsüchte, Wünsche und Träume betrifft. Sie zeigt uns unseren wahren Lebensweg. Was sich bei Erfüllung dann äußert in Entspannung und Gelassenheit. Wir werden innerlich ruhig. Und es kann uns so leicht nichts mehr erschüttern. 

Indem wir uns selbst vertrauen, vertrauen wir unserer Seele. Von ihr dürfen wir uns führen lassen. Denn sie alleine kennt unseren wahren Weg. 

Wir müssen nur lernen die Melodie unseres Herzens und unserer Seele wahrzunehmen und auf sie zu hören. Und wie die brennende Flamme einer Kerze vollkommen in unserer ureigenen Mitte zu ruhen. 

 

                                                                   © Iris Fischer – sensible-seele.net 


Warum es so wichtig ist, uns abzugrenzen & Grenzen zu setzen

Hochsensibilität, Abgrenzung & Grenzen setzen

(Leseprobe aus meinem Buch "Hochsensibilität - das besondere Geschenk der Natur")                                                            Vielen hochsensiblen und hochsensitiven Menschen fällt es enorm schwer, Grenzen klar zu definieren. Gerade hier ist es aber extrem wichtig, bei sich selbst zu bleiben. Und ganz bewusst den eigenen Selbstschutz zu aktivieren. Pflanzen oder Tiere grenzen sich ab, indem sie aus reinem Selbstschutz Gift absondern, wenn sie sich bedroht oder angegriffen fühlen. Sie haben Stacheln um ‚Feinde’ abzuwehren. Oder sie ziehen sich bei Gefahr einfach zurück.

Wir hochsensiblen und hochsensitiven Menschen dagegen haben oft Angst uns abzugrenzen und „nein“ zu sagen, wenn uns etwas nicht gut tut. Wenn wir uns unwohl fühlen. Wir haben Angst mit Liebesentzug bestraft zu werden. Und dann die Kontrolle über uns oder die jeweilige Situation zu verlieren. Den Menschen zu dem wir „nein“ sagen zu verlieren. Oder Schwierigkeiten im Job zu bekommen, wenn wir „nein“ sagen weil wir nicht mehr können. Und uns überfordert fühlen.

Deshalb verhalten wir uns lieber PASSIV und lassen uns Dinge gefallen die uns auf Dauer schaden. Anstatt wir uns AKTIV darum kümmern dass es uns gut geht. Dass wir uns wohl fühlen.

Aber alleine mit dem „nein“ sagen ist es nicht getan. Wir brauchen eine Strategie, die uns hilft weniger die Gefühle, Stimmungen und Schwingungen anderer zu spüren. Eine Strategie, um negative oder zu starke Energien die uns nicht gut tun, aktiv abzuwehren. Und uns von für uns schadhaften Dingen bewusst abzugrenzen.

Eigentlich wäre es so einfach sich abzugrenzen. Nämlich, indem wir einfach auf unseren natürlichen Instinkt hören. So wie es der Rest der Natur – die Tiere und Pflanzen auch tun. Nur wir Menschen haben Angst uns zu wehren. Und bei UNS zu bleiben. Und uns um uns selbst zu kümmern. Um unser ur-eigenes Wohlbefinden.

Wir haben oft verlernt unseren natürlichen Instinkt wahrzunehmen. Und auf ihn zu vertrauen. Denn er wird übertönt von vielen anderen Dingen die wir für wichtig halten. Weil uns von klein auf immer wieder suggeriert wird, wie wichtig all diese anderen Dinge sind. Derweil wäre es gerade für hochsensible und hochsensitive Menschen am wichtigsten, sich erst einmal um sich selbst zu kümmern. Und dann kommt alles andere.

Unser natürlicher Ur-Instinkt wird überdeckt von der alltäglichen Reizüberflutung. Er wird überdeckt vom permanenten Lärm der Gedanken in unserem Kopf. Er wird überdeckt von  Konditionierungen, emotionalen Abhängigkeiten und permanenten Suggestionen von außen.

Deshalb ist es so wichtig, dass hochsensible und hochsensitive Menschen wieder ganz bewusst lernen, klare und gesunde Grenzen für sich zu setzen. Dass sie sich vielleicht auch einen regelrechten Schutzpanzer zulegen. Wie die Schildkröte einen hat. Natürlich nur imaginär gesehen. Manchmal ist es notwendig uns schlicht und einfach abzuhärten. Dinge die uns normalerweise belasten würden, schon im Vorfeld gar nicht an uns heranzulassen. Sondern sie ganz bewusst rechtzeitig abzuwehren. Und uns innerlich abzuschotten. Von innen sozusagen die Jalousie herunterzulassen. So dass nichts mehr durchkommt was wir nicht haben wollen. Und was uns nicht gut tut.

Leider sind wir aus reiner Angst oft viel zu gutmütig. Derweil ist Gutmütigkeit nur eine subjektive ‚Aufwertung’ von uns. Gutmütigkeit ist in Wahrheit nichts anderes, als ein „sich selbst aufgeben“ für andere. Wir geben uns selbst auf und verzichten auf unsere Wünsche, Sehnsüchte und Bedürfnisse, damit ANDERE sich ihre Bedürfnisse, Wünsche oder Ziele erfüllen können. Obwohl andere dasselbe für uns NICHT machen würden. Weil andere sich sehr wohl abgrenzen können. Und das auch zuweilen sehr heftig und kompromisslos tun. Wir aber geben anderen oft das Vorrecht vor UNS selbst. Vor unserem eigenen Wohlbefinden.

Gutmütigkeit ist also nur eine nette Verpackung. Sie ist in Wahrheit nur eine leere Illusion. Die wir uns aufrechterhalten, um uns vor uns selbst rechtfertigen und entschuldigen zu können. Damit wir weiterhin in unserer Hoffnung verharren können. Oder uns hinter unserer Angst und Unsicherheit verstecken.

Die Natur macht uns einiges vor, dass wir nur bewusst beachten müssten um zu sehen wie es „richtig“ funktioniert. Alles was fest im Erdboden verwurzelt ist und wächst, blüht und gedeiht - oder ein Herz hat das schlägt - lebt.

Soll heißen, auch Bäume, Blumen und Gras sind Lebewesen und haben eine Seele. Besitzen nachweislich Gefühle und Emotionen und können Schmerzen empfinden. Haben „Blut“ in Form von Harz, milchigen oder klaren Flüssigkeiten in ihren Stämmen oder Stängeln. Und in ihren Blättern haben sie feinste Äderchen. Pflanzen kommunizieren auf ihre Art miteinander. Und warnen sich gegenseitig bei drohender Gefahr. Sie beschützen sich gegenseitig. Sie ernähren sich sogar gegenseitig wenn es notwendig ist. Sie kommunizieren miteinander, auch wenn sie nicht „direkt“ eine Stimme haben so wie wir. Wenn Pflanzen keine Nährstoffe, Wasser und Licht bekommen, verkümmern sie und trocknen aus. Und werden krank oder sterben genauso, wie wir Menschen das tun würden. Auch sie müssen sich abgrenzen wenn es notwendig für sie erscheint.

Bäume sind eine immens machtvolle und starke Kraftquelle für unsere strapazierten Nerven und sensiblen und sensitiven Sinne. Deshalb zieht es ja hochsensible Menschen ganz automatisch oft in die Natur und in den Wald. Bäume senden Schwingungen und Energien aus, die uns unendlich gut tun. Und die nachweislich unser Wohlbefinden steigern. Die Kastanie, Eiche oder Buche sendet uns neue Lebenskraft. Der Olivenbaum ist das Sinnbild der Liebe und der Apfelbaum gilt als Baum des Lebens.

Auch blühende Blumenbeete geben uns frische Energie und neue Kraft. Und senden positive Schwingungen an uns aus. Wenn wir Gartenarbeit verrichten und mit unseren Händen in der lebendigen Erde wühlen, sind wir ganz bei uns selbst. Dann fühlen wir uns im wahrsten Sinne des Wortes entspannt und geerdet.

Abgrenzen in Form von Ich-Zeiten die wir uns regelmässig gönnen sollten, ist enorm wichtig für uns. Wenn wir diese Ich-Zeiten dann möglichst noch in der Natur verbringen, tun wir uns selbst unendlich Gutes. Denn ein abgrenzen und ein „nein“ zu anderen, ist ja gleichzeitig immer ein „ja“ zu uns selbst.

Wobei ein „nein“ zu anderen ja nichts mit Ablehnung und Abwenden von diesen Personen zu tun hat. Sondern wir sind in diesen Momenten einfach nur liebevoll und fürsorglich zu uns selbst. Dazu ist hin und wieder eine gesunde Abgrenzung notwendig.

Wenn wir unsere Haustiere bewusst anschauen, dann fällt uns auf dass sie meist ebenfalls sensibel sind. Weil sich das gegenseitig anzieht. Nicht wir sind es oft die sich die Tiere aussuchen, sondern die Tiere suchen uns aus. Beziehungsweise sie ‚finden’ uns.

Auch Tiere grenzen sich ab, wenn sie sich unwohl fühlen. Oder wenn sie einfach ihre Ruhe haben wollen. Spätestens wenn Hunde anfangen zu knurren, Katzen ihre Krallen ausfahren, oder eine Klapperschlange mit ihrer Schwanzspitze rasselt bevor sie ihr Gift von sich gibt, sollte man sich zurückziehen. Und deren Grenzen respektieren. Die sie ja vorher bereits mit ihrer Körpersprache eindeutig gesetzt haben. Einer Klapperschlange werden wir zwar im Normalfall in unserem Leben nicht begegnen, aber Sie verstehen schon was ich Ihnen damit sagen möchte.

Das alles sind natürliche und instinktive Grenzen. Die wir variabel, fließend und flexibel gestalten können. So wie es uns gerade gut tut.

Ganz anders ist es bei den Grenzen all unserer Sinne. Die uns von einem ‚zuviel’ an äußeren Reizen abgrenzen sollen. Von einem ‚zuviel’ an „fremden“ Gefühlen, einem ‚zuviel’ an Emotionen, Stimmungen und Schwingungen von anderen. Von einem ‚zuviel’ an für uns schadhaften Fremd-Energien, die unser gesamtes sensibles Sein bis in die letzte Faser fluten, wenn wir das zulassen. Und uns all das absolut überfordert. Weil es zu intensiv und stark ist. Und wir nicht wissen, wie wir mit all dem umgehen sollen.

Aber all unsere Grenzen verschwimmen nur allzuoft mit denen der anderen. Deshalb ist es umso wichtiger, dass wir lernen Grenzen ganz klar zu definieren. Und zwar nicht nur für uns selbst, sondern auch ganz klar nach außen. Für die anderen deutlich sichtbar.

Und was unsere feinsinnigen Wahrnehmungen der Gefühle, Emotionen, Stimmungen, Schwingungen, Energien oder störenden Lärmquellen betrifft, sollte jeder Mensch ganz bewusst seine ganz eigene Strategie für sich entwickeln, um sich passend abgrenzen zu können. Es kann auch nur jeder seine individuelle Strategie für sich entfalten. Es gibt keine allgemeingültige Methode die grundsätzlich bei jedem funktioniert. Außer unser natürlicher Ur-Instinkt. Der die Selbstschutzfunktion in uns aktiviert. Die sich aber auch wieder bei jedem Menschen anders auswirkt. Da der eine Mensch von Grund auf mehr aushält als es ein anderer tut.

Wenn wir ganz bewusst in uns hinein hören, und ganz bewusst in uns hinein spüren, dann wissen wir sehr genau, welche Gefühle, Schwingungen und Energien von uns selbst kommen und welche wir von außen in uns hinein lassen. Die wir ‚empfangen’ und in uns aufnehmen. Wenn wir sie nicht rechtzeitig blockieren und abwehren können. Und zurückschieben zu dem Menschen von dem sie kommt.

Sobald wir uns selbst erlauben uns regelmässig bewusst zu entspannen, sind wir auch in der Lage uns passend in jeglicher Weise abzugrenzen. Weil wir innerlich ruhig und gelassen sind. Und unser Stress-Pegel von Grund auf dann gar nicht so hoch werden kann. Weil wir das ganz bewusst gar nicht mehr zulassen. Weil wir uns so viel besser selbst kontrollieren können.

Wie sehr wir unsere selbst gesetzten Grenzen einhalten können, hängt natürlich auch wieder von verschiedenen Faktoren ab. Zum Großteil liegt es aber einfach daran, wie stark und gefestigt wir seelisch und emotional sind. Wenn wir innerlich stabil sind, haben wir viel mehr die Kraft bei uns zu bleiben. Und bewusst auf uns zu achten.

Wenn ich dabei mal wieder zur Natur zurückkehre – zu meinem Lieblingsbeispiel mit dem im wahrsten Sinne des Wortes grenzenlos weiten Himmel und der Weite des Meeres...

Das Meer und der Himmel vermittelt uns eine GRENZENLOSE und unendliche Weite und Tiefe. Sie geben uns RAUM frei zu atmen. Raum uns zu entfalten. Raum einfach zu SEIN. Auch die Savanne in Afrika, die Hochebene der Mongolei oder Patagoniens gibt uns dieses weite und tiefe Raumgefühl. Das Gefühl einfach SEIN zu dürfen. Absolut grenzenlos. Natürlich können wir jetzt deshalb nicht alle auswandern, nur um unser SEIN wahrhaftig und frei spüren zu können ;)

Aber wir können ganz bewusst einiges dafür tun, um uns da wo wir sind – egal wo wir uns aufhalten – wohl zu fühlen. Nämlich mit uns und in uns selbst wohl zu fühlen. Und uns mit den Menschen zu umgeben, die uns wirklich und wahrhaftig gut tun. Und bei denen wir nicht allzu starke Grenzen brauchen.

Wenn allerdings tiefgraue Wolkenfelder und dicke Wolkenschichten tief über unseren Köpfen hängen und die grenzenlose Weite des Himmels regelrecht von uns abschneiden, kann sich das sehr bedrohlich für uns anfühlen. Weil wir uns gewaltsam „niedergedrückt“ fühlen und wieder von außen begrenzt werden. Und wir nicht wissen wie wir mit dieser uns von außen auferlegten „Zwangsbegrenzung“ umgehen sollen. Denn sie beschneidet uns massiv, frei zu atmen. Und unser Sein zu entfalten. Sobald die uns bedrängenden Wolkenschichten mit ihrer subjektiv gefühlten negativen Energie wieder weitergezogen sind und sich verflüchtigt haben, fühlen wir uns sofort wohler. Wenn dagegen ganz hoch am Himmel einzelne Schleierwölkchen oder Schäfchenwolken über uns hinwegziehen, macht uns das gute Laune. Weil wir den tiefblauen Himmel immer noch sehen können. Und die Weite immer noch wahrnehmen und spüren können. So fühlen wir uns unbegrenzt.

Gerade hochsensible und hochsensitive Menschen brauchen unbedingt das Gefühl von seelischer und emotionaler ‚Freiheit’ für ihr gesamtes Wohlbefinden. „Zwangsbegrenzungen“ aller Art von außen, sind „Gift“ für unser sensibles und sensitives Sein. Dazu gehört auch das berühmte: „Du MUSST...“. Denn – wie ich ja auch schon öfter in meinen Artikeln erwähnt habe, treffen wir mehr oder weniger freie Entscheidungen mit allem was wir tun. Von „müssen“ kann gar nicht die Rede sein. Denn es gibt nur ganz wenige Dinge die wir alle tatsächlich wirklich tun MÜSSEN. Nämlich ganz einfach um existieren und leben zu können. Wir brauchen essentiell Luft zum atmen, Licht, Wasser und Nahrung zum Leben. Schlaf um uns zu regenerieren und Liebe die dank der Glückshormone die sich dann in uns bilden, dafür sorgt dass wir uns wohl fühlen. Und rundum zufrieden sind. Alles andere sind eigentlich unnötige Begrenzungen aller Art. Eigenbegrenzung oder auch Fremdbegrenzung. Innere und auch äußere Begrenzungen.

Wir brauchen dabei aber das grenzenlose Gefühl der Weite, ‚Freiheit’ und Stille um uns gesund zu entfalten. Wir brauchen das Gefühl, jederzeit frei atmen zu können. Nur ist uns das oft nicht bewusst.

Was uns in der Stadt wiederum fehlt. Denn eine Stadt ist im wahrsten Sinne des Wortes begrenzt. Sie begrenzt uns permanent in unserem gesamten sensiblen und sensitiven Sein. Eine Grenze geht nahtlos in die nächste über. Alles verschwimmt ineinander. Es bleibt kein Raum um uns wirklich und wahrhaftig zu entfalten. Frei zu atmen. Einfach nur zu SEIN. In der Stadt – je größer sie ist, und desto mehr Menschen sich in dieser Stadt aufhalten, desto weniger ist uns das möglich. Da es umso mehr Grenzen gibt. Umso mehr Gefühle, Emotionen, Stimmungen, Schwingungen, Energien und Lärmquellen fangen wir auf und absorbieren wir. In der Stadt sind wir regelrecht gezwungen Grenzen zu setzen. Da wir in diesen Energien „gefangen“ sind. Je klarer wir Grenzen deshalb definieren, desto besser für uns.

Begrenzung fängt ja schon mit unserem Besitz-Denken an. „Das ist meins und das ist deins...“

Wie jetzt deutlich ersichtlich ist, ist Grenze nicht gleich Grenze. Die eine Grenze brauchen wir dringend notwendig, während wir auf andere wiederum verzichten könnten.

Je freier wir uns fühlen und desto mehr Raum wir haben um uns zu entwickeln, desto mehr ein Mensch uns so nimmt wie wir sind, umso weniger Grenzen sind notwendig. Je weniger Raum wir zu unserer freien Entfaltung zur Verfügung haben und je mehr andere Menschen uns verändern wollen, desto mehr und klarere Grenzen sind notwendig.

Je weniger äußere Eindrücke Sie für sich verarbeiten müssen, je weniger Energien, Gefühle, Emotionen, Stimmungen, Schwingungen und Lärmquellen Sie von anderen wahrnehmen, desto mehr können Sie auch ganz bewusst bei SICH sein. Da die äußeren Wahrnehmungen Sie ja nicht dauern stören. Oder Sie belasten. Und Ihnen die Kraft und eigene Energie rauben.

Ihre ureigenen und ganz persönlichen Grenzen deutlich für sich zu definieren, sorgt in jedem Falle jederzeit für innere Klarheit bei Ihnen.

Natürlich ist es nicht einfach, sich gegen Fremd-Energien, Gefühle, Stimmungen und Schwingungen von anderen abzugrenzen. Das braucht schon ein bisschen Übung. Wenn Sie aber Geduld mit sich selber haben und konsequent etwas tun für Ihr ganz persönliches Wohlbefinden, wird sich das immer und in jedem Falle lohnen.

                                                                © Iris Fischer – sensible-seele.net

 

Hochsensibilität, Abgrenzung und emotionale Schmerzen

Hochsensibilität, Abgrenzung, emotionale Schmerzen

Oft werde ich gefragt wie man sich als hochsensibler Mensch besser oder überhaupt abgrenzen kann. Meiner Meinung – und auch meiner Erfahrung nach - kann man dies NICHT pauschal beantworten. Denn jeder Mensch ist individuell. Was für den einen Menschen passend und stimmig ist, trifft auf einen anderen noch lange nicht zu. Die Strategie des Abgrenzens muss somit IMMER auf die jeweilige persönliche Situation angepasst werden.

Abgrenzung an sich ist ein komplexes Thema. Und nicht mit wenigen Worten erklärbar. Auch wenn es sehr wohl allgemein gültige Methoden gibt, die aber auch nicht automatisch auf jeden hochsensiblen Menschen anwendbar sind. Genauso wenig wie sämtliche Entspannungsmethoden bei allen Menschen funktionieren und hilfreich sind.

Zum einen gibt es die Abgrenzung der Sinne.

Also die Abgrenzung von den permanenten äußeren Reizen. Beispielsweise von störenden Geräuschen, unerträglichem Lärm, Stimmengewirr, Gefühlen, Stimmungen und Schwingungen die man von anderen Menschen übernimmt und empfängt - und nicht mehr unterscheiden kann ob man jetzt die eigenen Gefühle und Emotionen, oder die der anderen Menschen wahrnimmt und spürt. Wo man sich fragt wo höre ICH auf und wo fängt DER ANDERE an. Somit fühlen die eigenen Sinne sich NOCH MEHR und noch intensiver (über-) stimuliert, überfüttert und überflutet. Was einen hochsensiblen Menschen ganz gravierend belasten, stressen, nerven und negativ beeinträchtigen kann. Weil man dann überhaupt nicht mehr durchblickt. Und sich nur noch unwohl in seiner hochsensiblen Haut fühlt.

Zum anderen gibt es die natürlichen Grenzen die jeder Mensch automatisch in sich trägt.

Sobald diese natürlichen Grenzen von irgendetwas oder irgendjemandem überschritten werden, fängt man an sich unwohl zu fühlen. Man merkt, dass sich gerade etwas nicht mehr passend und stimmig anfühlt und man eigentlich nur noch aus der jeweiligen Situation flüchten möchte.

Und zum dritten sind da die „künstlichen“ - ganz bewusst - gesetzten Grenzen sich selbst und anderen Menschen gegenüber.

Diese Grenzen können aber sehr variabel, verwaschen und verschwommen sein. Was nicht immer nur gut ist. Denn es gibt ja Menschen die genau diese flexiblen Grenzen von außen weidlich benutzen, ausnutzen und ständig übertreten. Und somit ganz gewaltig überstrapazieren. Und schon fühlen sich hochsensible Menschen nicht ernst genommen, nicht gewürdigt und nicht gesehen. Sie fühlen sich in ihrer Würde und ihrem Stolz verletzt weil sie sich immer wieder vermeintlich für andere verbiegen „müssen“.

Derweil kann von MÜSSEN überhaupt keine Rede sein!

Wenn man sich (als hochsensibler) Mensch permanent verbiegt um anderen zu gefallen und um gemocht, akzeptiert und geliebt zu werden verliert man sich in ganz gewaltigen Selbsttäuschungen! Denn man verbiegt sich nur deshalb weil man ANGST hat, nicht genügend beachtet und gesehen und geliebt zu werden so wie man ist. Diese Angst wiederum hängt mit einem zu geringen Selbstwertgefühl zusammen. Das bedeutet, dass man sich selbst vollkommen falsch BE-WERT-ET und sich somit SELBST seinem WERT beraubt! Niemand anders ist dafür verantwortlich dass man sich permanent für andere verbiegt. Es liegt in der eigenen Verantwortung welchen SELBST-WERT man sich gibt. Wie WERT-VOLL oder auch wie WERT-LOS man sich also SELBST fühlt. Auch das hat natürlich Gründe und Ursachen aus der Vergangenheit, denen man gezielt auf den Grund gehen sollte wenn man sich und sein Leben wirklich verändern möchte.

Es gibt die POSITIVE Form der Abgrenzung und die NEGATIVE Eigenbegrenzung.

Die positive Abgrenzung tut uns gut. Weil wir uns dann wohler fühlen. Und wir sie brauchen. Wir können uns sowohl gefühlsmässig – also emotional - als auch gedanklich (mit dem Verstand) oder räumlich abgrenzen.

Die negative Eigenbegrenzung tut uns überhaupt nicht gut. Kann sie uns nämlich gravierend im Alltag und im seelischen, geistigen und körperlichen Wohlbefinden immens belasten und beeinträchtigen.

Sehr oft ist es so, dass man sich selbst negativ begrenzt ohne dies überhaupt zu bemerken. Das äußert sich dann beispielsweise in gravierenden Ängsten (Verlustangst, Angst vor zuviel Nähe, Zukunftsangst, Existenzangst, Erfolgsangst, generalisierte Angst, Panikattacken), tiefen Depressionen, Perfektions-Denken oder massiven emotionalen Schmerzen.

Es kann durchaus passieren, dass man viele Jahre lang völlig ahnungslos unter diversen Ängsten, Panikattacken, Depressionen oder emotionalen Schmerzen leidet und überhaupt keine Vorstellung hat WOHER diese Symptome kommen. Diese körperlichen SYMPTOME sind das, was uns deutlich ZEIGT dass irgendetwas nicht stimmig ist in unserem Leben! Dass wir uns auf dem falschen oder unpassenden Weg befinden. Dass unsere Seele unter ganz gewaltigen Defiziten leidet. Dass wir dringend etwas ändern müssen für unser Lebens- und Liebes-Glück, unser Seelenheil und unser Wohlbefinden. Denn diese Symptome zeigen uns nichts anderes, als dass wir nicht das Leben leben dass wir eigentlich leben wollen. Sondern wir leben oft nur einen Kompromiss! Und dieser Kompromiss den wir Leben nennen und uns irgendwie mit diesem Leben arrangiert haben – auch wenn wir uns nicht wirklich wohl fühlen, macht uns auf Dauer unglücklich und lethargisch. Schlimmstenfalls werden wir richtig krank.

Vor allem dann, wenn wir unsere Gefühle oft jahrelang verdrängt und von uns geschoben, sie unterdrückt, regelrecht ‚einzementiert’ und nicht ausgelebt haben.

Weil wir uns mit unserer eigenen Begrenzung die Lust und die Freude am Leben nehmen. Ohne dass uns dies bewusst ist!

Wir hindern uns selbst daran wahre Liebe, Glück und hohe Lebensqualität zuzulassen und dies ganz selbstverständlich zu empfangen. Wir geben zwar und geben und geben...aber trotzdem blockieren wir die Lebensenergie. Weil wir immer nur haben wollen und nicht unterscheiden können zwischen haben wollen, annehmen und empfangen. Wir wollen „gewaltsam“ etwas haben und kämpfen mit allen Mitteln um dies auch zu bekommen. Und merken überhaupt nicht dass wir uns so selbst imaginär eingemauert, einzementiert und somit SELBST BEGRENZT haben. Und wundern uns dann dass überhaupt nichts mehr funktioniert. Wie auch wenn die Energie nicht mehr frei fließen kann. Sie kommt ja nicht durch die dicken und hohen unsichtbaren Mauern die wir um uns selbst errichtet haben.

Emotionale Schmerzen der Selbstbegrenzung können so massiv, intensiv und stark sein, dass man das Gefühl hat es zerreisst einen innerlich in tausend Stücke. Auch kann es sich anfühlen als ob einem das Herz und die Seele bei lebendigem Leib und vollem Bewusstsein herausgerissen wird. Und diese imaginäre Wunde blutet und blutet und blutet. Und schmerzt unendlich. Was regelrecht körperlich zu spüren ist. Das Resultat daraus ist, dass man hilflos dasitzt und stundenlang, wochenlang und schlimmstenfalls sogar jahrelang immer wieder bitterlich schluchzt und weint. Alleine kommt man da nicht heraus. Wenn man so etwas bei sich bemerkt, sollte man sich in jedem Fall fachliche Hilfe und Unterstützung holen.

Emotionale Schmerzen können sich mit Symptomen äußern wie massiv empfundener – vielleicht über viele Jahre – unterdrückter Wut die irgendwann aus einem herausbricht weil man es nicht mehr aushält sie immer nur zurückzuhalten. Vielleicht wird man mit einem Mal auch aggressiv, WEIL man diese Wut immer unterdrückt hat und sich nicht erlaubt hat diese Wut auszuleben. Weil einem ein Leben lang immer wieder suggeriert wurde dass es sich „nicht schickt“ wütend zu sein und diese Wut nach außen hin zu zeigen. Weil einem vielleicht über viele Jahre immer wieder eingebläut wurde dass man nur gemocht und geliebt wird wenn man sich anpasst und nur positive Gefühle zeigt. Genau daraus kann auch eine massive Verlustangst entstehen. Weil man sich aus lauter Angst nicht geliebt zu werden, an andere Menschen anpasst und permanent verbiegt. Und nur ja keine negativen Gefühle zeigt. Die schluckt man immer schön brav hinunter. Und begrenzt sich somit immer weiter selbst ohne es zu merken. Allerdings kann es dann passieren, dass man irgendwann handfeste Depressionen entwickelt. Genau aus diesen permanent unterdrückten und nicht ausgelebten Gefühlen.

Man fühlt sich hilflos weil man sich selbst unbewusst begrenzt und die Ursache für sein Unwohlsein sucht man dann im Außen. Wo sie aber nur vermeintlich zu finden ist. Man kommt gar nicht auf die Idee dass all dies aus einem selbst kommt. Dass niemand anders dafür verantwortlich oder gar schuld ist. Sondern nur man selbst! Und so suhlt man sich oft jahrelang in Selbstmitleid. Und merkt gar nicht wie emotional bedürftig man eigentlich die ganze Zeit ist. Anstatt man endlich einmal Eigenverantwortung übernimmt und seinen freien Willen einsetzt. Und sich von niemandem mehr im Außen beeinflußen lässt.

Emotionale Schmerzen kommen somit IMMER aus uns selbst! Aus unseren eigenen negativen Begrenzungen.

Das hat unter anderem zu tun mit Konditionierungen, falschen Bewertungen, falschen Interpretationen von Worten anderer Menschen, Situationen, Gedanken, Gefühlen und Handlungen.

Wenn man sich regelmässig gesund abgrenzt und vor allem aufhört sich selbst negativ zu begrenzen, gibt es keine emotionalen Schmerzen mehr. Dann gibt es keine Angst, keine Wut, keine Hilfosigkeit und keine Aggression.

Meiner Erfahrung nach leben viele hochsensible Menschen nur einen Kompromiss. Sie leben überhaupt nicht das Leben dass sie eigentlich die ganze Zeit leben wollen. Sie trauen sich nicht bei sich selbst zu bleiben. Oder sie schaffen es aus diversen Gründen nicht. Sie haben nicht die Kraft Entscheidungen zu treffen, Eigenverantwortung zu entwickeln und einen völlig neuen Weg zu gehen. Einen Weg der sie wirklich glücklich macht. Der sie aus ihrer Lethargie, Depression und Angst befreit. Weil sie permanent in einem inneren Zwiespalt sind und sich so immer weiter selbst begrenzen. Weil ihnen gar nicht bewusst ist dass sie eventuell emotional abhängig sind von dem Menschen an ihrer Seite oder sie sich jahrelang von anderen einreden haben lassen dass es „falsch und egoistisch“ ist bei sich zu bleiben und sich zu verwirklichen.

Auch in der Liebe grenzen sich viele hochsensible und emotional sensible Menschen nicht so ab wie es ihnen wirklich gut tun würde. Sie lassen sich viel zu viel gefallen. Und leiden auch da unter – oft ganz gewaltigen - emotionalen Schmerzen. Weil sie sich andererseits gleichzeitig auch wieder selbst begrenzen. Und zwar ganz einfach indem sie die Liebe die vom anderen kommt nicht wirklich annehmen, empfangen und zulassen (können). Was aber auch nicht an dem Menschen liegt den man an seiner Seite hat, sondern auch das liegt in einem selbst! Das liegt unter anderem an den Erwartungen, Sehnsüchten und Wünschen die IMMER aus einem selbst kommen und NIEMALS vom anderen! Die man aber automatisch auf den anderen projiziert und erwartet dass der andere einem dies zu erfüllen hat. Man schiebt so die Verantwortung von sich selbst weg, zum anderen hin. Und weil man sich selbst begrenzt, denkt man die Liebe tut weh wenn man dann enttäuscht ist. Nicht der andere enttäuscht einen, sondern man enttäuscht sich selbst! Weil man nicht in der Lage ist emotional loszulassen. Sondern man will die Liebe und die Situation kontrollieren. Aber die Liebe lässt sich nicht kontrollieren!

Und wahre Liebe tut auch NIEMALS weh!

Es ist NIEMALS die Liebe die schmerzt, sondern es sind IMMER die eigenen Begrenzungen die man spürt, die eigene Bedürftigkeit, die eigenen Blockaden – die „Einzementierung“ und Unterdrückung eigener Gefühle.

Die emotionalen Schmerzen können sich bis ins unerträgliche steigern. So dass man am liebsten davonlaufen möchte. Aber auch das ist keine Lösung. Denn die emotionalen Schmerzen gehen ja mit. Egal wohin wir uns flüchten. Da dies aus unseren eigenen Gefühlen und Emotionen resultiert. Es ist immer in uns selbst. Und vor uns selbst können wir nicht davon laufen.

Deshalb ist es umso wichtiger, mit der permanenten und ungesunden Selbstbegrenzung aufzuhören.

Manche Grenzen sind sehr deutlich wahrnehmbar, während andere wiederum kaum zu spüren sind. Sie verschwimmen ineinander und vermischen sich. Manche Grenzen sind flexibel, andere wiederum undurchdringlich. Aber sie sind doch die ganze Zeit da.

Sich als hochsensibler Mensch abzugrenzen – und das in jeglicher Hinsicht und auf allen Ebenen ist notwendig. Für das eigene Wohlbefinden, für die Seele, den Körper, das Herz und den Geist. Und natürlich für jegliche Sinne. Solange es sich um die natürlichen, positiven und ganz bewusst gesetzten Grenzen handelt. Gegen negative innere und äußere Eigenbegrenzung die einem eigentlich nur schadet, sollte man etwas unternehmen. Aber zuerst einmal muss einem dies natürlich bewusst sein. Erst dann kann man entsprechend handeln. 

                                                     © Iris Fischer – sensible-seele.net

 

Hochsensibilität, Hochsensitivität und energetische Wahrnehmung

Hochsensitivität & energetische Wahrnehmung

(Leseprobe aus meinem Buch "Hochsensibilität - das besondere Geschenk der Natur")                                                                Wir alle befinden uns in einem unendlichen Meer aus lebendigen Energien. Alles Leben fließt und alles Lebendige ist mit allem verbunden. Energien sind allgegenwärtig. Natürlich ist Energie unsichtbar. Aber trotzdem überdeutlich wahrnehmbar. Und eindeutig spürbar. Zumindest für hochsensible und hochsensitive Menschen.

Die Gefühle, Stimmungen und Schwingungen die wir bei uns und zwischen anderen Menschen wahrnehmen sind pure Lebens-Energien. Bereichernde Energien wie Liebe, Freude, Dankbarkeit, innere Ruhe und Gelassenheit oder schwächende Energien wie Angst und unterdrückte Gefühle.

Wir nehmen Stimmungen und Schwingungen anderer Menschen nur allzu deutlich wahr. Und absorbieren sie oftmals regelrecht. Das heißt, wir sind nicht in der Lage uns genügend abzugrenzen. Wo hört unser ICH in diesem Moment auf – und wo fängt der andere an?! Wir leiden mit den anderen, wir freuen uns mit den anderen. Wir fangen den seelischen Kummer anderer auf und übernehmen die intensiven Gefühle die andere in sich spüren. Gleichzeitig spüren und fühlen wir noch unsere eigenen Gefühle, Emotionen und Stimmungen.

Nicht umsonst rauben uns viele dieser intensiv empfundenen Wahrnehmungen im wahrsten Sinne des Wortes die Kraft und Energie. Und wir fühlen uns müde, ausgelaugt und erschöpft. Nicht nur körperlich, sondern auch seelisch und geistig. Die schwächende Kraft von Energien ist nicht zu unterschätzen. Da sie uns regelrecht krank machen kann. Permanent unterdrückte Wut, Frust, Enttäuschung, chronischer Stress oder auch Traurigkeit können wir bis in die letzte Faser unser Seins wahrnehmen und spüren. Ob diese Empfindungen wirklich aus unserem Selbst kommen, oder ob wir sie von anderen absorbieren spielt dabei keine Rolle.

Natürlich spüren wir Hochsensiblen und Hochsensitiven nicht nur die Energien zwischen uns Menschen. Sondern auch die Energien der Natur. Beispielsweise kann uns die Atmosphäre einer großen und einengenden Stadt regelrecht niederdrücken. Wir können zwischen den hohen Häusern nicht wirklich frei atmen. Und fühlen uns unwohl und regelrecht „umklammert“ von den dicht an dicht liegenden Straßenzügen und unzähligen Autos im Straßenverkehr.

Auch im Wald kann es passieren, dass uns das Gefühl überkommt, von der Natur „aufgesogen“ zu werden. Unsere eigene Energie „verschmilzt“ dann sozusagen mit der lebendigen Energie der Bäume. Trotzdem wir uns in der kraftgebenden und aufladenden Atmosphäre eines Waldes vollkommen entspannen können. Dieses Gefühl des Eins-Seins mit der Natur kann einerseits zwar beängstigend sein, andererseits aber auch wieder wunderschön.

Wenn wir dagegen an einem kilometerlangen Strand stehen und die grenzenlose Weite des Meeres, die Unendlichkeit des Himmels und den Horizont in der Ferne betrachten, spüren wir den unermesslich freien Raum in dem wir uns vollkommen ungehindert entfalten können. Wir fühlen uns absolut frei und gelöst. Und können mühelos atmen. Wir fühlen uns auch hier eins mit der Natur. Aber auf eine befreiende und unabhängige Weise. Und das stärkt und sättigt uns innerlich ungemein.

Für einen Menschen der solche Augenblicke der energetischen Verbindungen noch nicht am eigenen Leib gespürt hat, ist es natürlich schwer sich vorzustellen wie genau sich das anfühlt. Und vielleicht auch schwierig das zu verstehen. Vor allem sehr rational denkende Verstandes-Menschen weisen es gerne von sich, dass solche Wahrnehmungen tatsächlich existieren. Es handelt sich hierbei aber nicht um Einbildung. Auch mit Esoterik das hat ganze nichts zu tun. Es sind einfach außergewöhnlich feinsinnige und außersinnige Wahrnehmungen die auch für hochsensitive Menschen wirklich schwer auszuhalten sein können. Letztendlich sehe ich dies aber als wundervolle Begabung und absolute Bereicherung für das Leben.

Als hochsensible und hochsensitive Menschen ist es enorm wichtig, uns im Alltag gerade von den negativen Energien die uns von außen das Leben unnötig schwer machen, abgrenzen zu lernen. Denn wenn uns von außen unsere ureigene Energie regelrecht abgezapft wird – oder wenn uns Energie gleich welcher Form - „zu nahe“ kommt und wir sie in uns aufnehmen, kann das eine unglaubliche Belastung für uns sein. Die Intensität und Stärke dieser Energien kann uns regelrecht fluten. Wie ein Staudamm der bricht, und dessen Wassermassen ganze Landstriche niederwalzen. Genauso können wir uns unter dieser Energie-Flut regelrecht begraben fühlen.

Wenn wir nicht lernen einen passenden Umgang für uns selbst damit zu finden, kann uns das enorm im Alltag beeinträchtigen.

Auch positive Energie wie Liebe oder Zärtlichkeit können wir dermaßen stark und intensiv empfinden, dass sie uns „bedrohlich“ erscheint. Und uns diese unsichtbare „Bedrohung“ pure Angst macht.

Manchmal lässt uns die enorm spürbare Intensität der Energien ganz einfach die Flucht ergreifen. Was aber im Endeffekt überhaupt nichts nützt. Denn vor uns selber können wir nicht weglaufen. Die Energie ist ja ebenfalls IN UNS und von daher immer auch überall dort, wo wir uns physisch aufhalten. Es kann auch passieren, dass wir haltlos und unkontrolliert stundenlang weinen, wenn wir von einer solch intensiven Energie unvorbereitet überrollt werden.

Hilfreich kann es beispielsweise sein, wenn wir uns eine imaginäre Mauer aus Glassteinen vorstellen die wir um uns herum errichten. Die Höhe ist individuell variabel. Diese imaginären Glassteine sind klarsichtig, porös und durchlässig, weich und flexibel. Das heißt, wir schützen uns nicht vor der Energie – wie beispielsweise Liebe – an sich, sondern lediglich vor der überquellenden und uns bedrohlich erscheinenden Intensität und Stärke dieser Energie. Wir können unsere imaginäre Glasstein-Mauer so steuern, dass wir immer gerade soviel Energie durchlassen wie wir verkraften. Ohne aus Angst weglaufen und flüchten zu müssen.

Gegen die geballte Kraft all dieser Energien können wir nicht ankämpfen. Das macht überhaupt keinen Sinn. Da es überhaupt nichts bringt. Im Gegenteil. Wenn wir uns im inneren Widerstand und auf Abwehr gegen eine Energie befinden und auf Abstand im Sicherheitsmodus bleiben, bildet sich im selben Moment schon eine neue - nämlich wiederum schwächende - Energie in uns. Die uns zusätzlich belastet. Und alles eigentlich noch schlimmer macht. Und genau das wollten wir mit unserer Flucht ja vermeiden! Also kämpfen wir im Endeffekt gegen uns selbst. Was uns auf der Stelle treten lässt und uns überhaupt nicht weiterbringt.

Also ist es eigentlich sinnvoller und weitaus besser für unser Wohlbefinden, wenn wir versuchen die Energien einfach anzunehmen. Und mit ihnen zu leben.

Da die Energien sich sowieso in allem und jedem Lebendigen befinden, bleibt uns gar nichts anderes übrig als sie zu akzeptieren. Wir müssen nur eine Strategie finden die es uns ermöglicht mit diesen Energien passend umzugehen.

Es ist übrigens vollkommen normal, wenn sich die Wahrnehmung oder das Bewusstsein von hochsensiblen und hochsensitiven Menschen im Laufe des Lebens durch bestimmte Erfahrungen stark verändern. Oder auch intensivieren. Das bedeutet nur dass wir uns weiterentwickeln. Dass wir seelisch wachsen und reifen. Es kann passieren dass wir nach seelischen Tiefschlägen im Leben plötzlich aus unserem „Dornröschenschlaf“ erwachen und die Wirklichkeit erkennen und sehen. Es kann passieren dass wir Dinge wahrnehmen die wir zwar schon immer irgendwie gespürt haben, aber wir wollten sie nicht sehen. Und haben sie deshalb weit von uns geschoben. Und plötzlich sind diese Dinge dann sehr präsent. Und dulden keinen Aufschub mehr sie zu bearbeiten. Gerade in oder nach einer solch „sensiblen“ Phase im Leben kann es sein, dass die Hochsensitivität besonders intensiv und stark in den Vordergrund tritt. Das ist nichts schlimmes. Unser Bewusstsein und unsere Wahrnehmungen wollen uns dann auf etwas bestimmtes aufmerksam machen. Dass wir uns dann auch ganz bewusst ansehen und uns darauf konzentrieren sollten.

Am wichtigsten ist dabei, dass wir unser Selbst nicht verlieren. Und bei UNS bleiben lernen. Gerade WEIL es für hochsensible und hochsensitive Menschen so schwierig ist, sich innerlich von den wahrgenommenen (Fremd-) Energien abzugrenzen. Und auch mit den eigenen sehr intensiv empfundenen Gefühlen und Emotionen muss erst einmal passend umgegangen werden.

Eine Fremd-Energie in uns festzuhalten tut uns überhaupt nicht gut. Von daher sollten wir versuchen sie möglichst durch uns durch fließen zu lassen. Uns einfach gewahr sein dass sie zwar da ist, aber sie uns nicht weiter stört.                


                                                                                        © Iris Fischer – sensible-seele.net 

 

Die Illusions-Falle des Denkens

Die Illusions-Falle des Denkens

Wir sind, was wir denken – denken wir. Wir denken dass wir denken. Und genau hier sitzen wir bereits in der Falle. Nämlich in der Illusions-Falle des Denkens. Und sehr oft sogar in der Falle des negativen und destruktiven Denkens.

Eigentlich sieht das ganze in Wahrheit vollkommen anders aus: Nämlich - wir SIND, was wir FÜHLEN...!

Wir sind das, was unsere Gefühle, unsere Emotionen, unsere Intuition und unsere Seele uns sagt. Wenn wir unseren Verstand dabei ignorieren. Denn unser Verstand funkt uns leider immer wieder ganz gewaltig dazwischen. Und lockt uns wieder und wieder in die hundsgemeine Illusions-Falle des Denkens.

So wie wir denken – fühlen wir. So wie wir uns fühlen – danach Handeln wir.

Wir lassen uns von unserem Verstand aber immer wieder in die Irre leiten. Oft nehmen wir auch das auf, was andere zu uns sagen. Und kommen so absolut von unserem ur-eigenen Denken ab. Wir denken dann über das nach, was andere uns an DEREN Gedanken einflößen. Anstatt bei UNS zu bleiben und uns um UNSER ur-eigenes Denken, Fühlen und Handeln zu kümmern.

Sobald wir in der Illusions-Falle Denken landen, bewegen wir uns von UNS selbst weg.

Denn unser wahres SEIN besteht aus unseren hochsensiblen und hochsensitiven Sinnen. Unserer Seele. Unserem Herz. Unserer Intuition. Und unserem Instinkt.

Indem wir immer wieder über die unwichtigsten und unnützesten Dinge nachdenken, halten wir uns selber vom HANDELN ab. Gerade WEIL wir viel zu viel nachdenken.

Denn wir sollten ganz einfach nicht permanent so viel denken, sondern lieber HANDELN. Nämlich danach handeln was unser Herz, unsere Intuition und unsere Seele uns sagt.

Aber gerade bei hochsensiblen – hochsensitiven, hochbegabten und vielbegabten - Menschen ist das Denken ja sowieso äußerst vielschichtig, tiefsinnnig und komplex.

Das Denken kann man in verschiedene Kategorien einteilen, nämlich in: 

 

  • Wunschdenken - wir wünschen uns bestimmte Dinge ohne zu wissen ob sie uns jemals erfüllt werden
  • Phantasie-Denken - wir malen uns in den wildesten Farben und inneren Bildern nicht existente Situationen und Dinge aus
  • Chaotisches Denken - in unserem Kopf herrscht ein gedankliches Chaos, dass uns Kopfschmerzen und schlaflose Nächte bereitet
  • Klarheit im Denken - sortierte und aufgeräumte Gedanken
  • Einbildung / Wahn - irreales und verworrenes bis hin zum krankhaften Denken
  • Kreatives (unkonventionelles eben ANDERES) Denken – nicht nur EIN Weg führt uns zum gewünschten Ergebnis
  • Denken in Bildern bei den hochsensiblen Menschen

 

Wenn wir versuchen unsere Gedanken zu kontrollieren, kostet uns das unglaublich Kraft.

Genauso wie uns ein kontrollieren unserer Gefühle unglaublich viel Energie abverlangt. Und sich dadurch schlimmstenfalls chronische Erschöpfung in uns breit macht. Was aber nur passiert, indem wir uns von unseren Gedanken von unserem Herz und dem Weg unserer Seele und somit unseres wahren Seins abbringen lassen. Weil wir uns dagegen wehren. Und wir das nicht wahrhaben wollen. Und deswegen alles was wir eigentlich wollen und uns eigentlich unglaublich gut tut – weit von uns schieben.

Dafür ist ausschließlich unser Verstand zuständig. Weil wir uns von ihm verleiten lassen, uns in die Irre zu führen. Unser Verstand bringt uns weg von unserem Herzen. Ab von dem Weg unserer Seele. Und weg von unserer Intuition.

Denken ist ausschließlich Illusion. Je negativer wir denken, desto schlechter fühlen wir uns. Desto komischer und unlogischer handeln wir auch. Und oft ist genau das absolut falsch. Weil wir uns dann von der Realität und den Tatsachen abbringen lassen.

Sobald wir negativ – also destruktiv - denken, sollten wir sofort überprüfen:   

 

  • sind diese Gedanken real oder irreal - entsprechen sie den Tatsachen – sind unsere Gedanken also objektiv oder lediglich subjektiv empfunden
  • haben wir den Hang alles zu verallgemeinern
  • nehmen wir gewisse Dinge sofort persönlich (hochsensible Menschen haben genau dazu einen extremen Hang)
  • machen wir aus klitzekleinen und nebensächlichen Dingen eventuell einen Riesenwirbel

 

Hochsensible Menschen denken von Grund auf sowieso hoch komplex. Und vollkommen anders als nicht sensible.

Wenn wir KONSTRUKTIV denken, führt uns das zu Lösungen.

Wenn wir aber destruktiv denken, führt uns das in die Schattenwelt unseres gesamten Seins. Weil wir unsere Gedankenwelt als negativ bewerten. So gelangen wir in eine Abwärtsspirale aus schlechten Gedanken, dazu passenden unguten Gefühlen und entsprechend unpassenden oder sogar schädlichen Handlungen.

Gebrauchen SIE Ihre Gedanken – oder gebrauchen Ihre Gedanken SIE?

Eine weitere Illusion des Denkens führt uns zu der Tatsache dass wir in vielen Dingen auf den richtigen, passenden und perfekten Zeitpunkt warten.

Wir DENKEN dieser Zeitpunkt wäre perfekt, jener Zeitpunkt wäre es nicht. Derweil ist Fakt, dass es DEN einen perfekten Zeitpunkt überhaupt nicht gibt. Er wird niemals auftauchen. Weil WIR alleine es in der Hand haben, aus ALLEM den perfekten Zeitpunkt zu machen. Jederzeit! Nämlich indem wir uns auf den Augenblick konzentrieren. Und nicht auf die Zukunft. Was VIELLEICHT irgendwann einmal der perfekte Moment – der perfekte Augenblick – für uns werden KÖNNTE.

Wir DENKEN an das was wir WOLLEN – an das was uns fehlt - wir denken aber NICHT an das, was wir bereits HABEN. Was mitunter das BESTE ist, was uns überhaupt passieren kann. Wenn wir bewusst darauf achten. Weil wir es dann erst richtig SEHEN.

Und solange wir so DENKEN – werden wir uns auch immer entsprechend FÜHLEN. Und dann entsprechend HANDELN.

Indem wir unseren Gedanken die Verantwortung für unser Handeln überlassen, nehmen wir uns selber die Chance im Moment zu SEIN. Weil wir immer nur auf den perfekten Zeitpunkt warten...und warten...und warten...und damit schon in der nächsten Falle sitzen...

Und so leben wir eigentlich am wahren Leben vorbei.

Wenn unsere Gefühle, unser Herz und unsere Seele allerdings Wind davon bekommen wie wir unser wahres SELBST ständig mit unserem eigenen Verstand „betrügen“ – fangen wir an zu rebellieren. Weil wir in Wahrheit keine Lust darauf haben uns ständig zu verbiegen. Und uns von unseren destruktiven Gedanken ständig in die Irre und auf den falschen Weg für uns führen zu lassen.

Unser Verstand verleitet uns dazu unsere Gedanken zu bewerten. Und sie in Kategorien einzuteilen.

 

  • Gute Gedanken – schlechte Gedanken
  • Schädliche Gedanken – nützliche Gedanken
  • Passende Gedanken – unpassende Gedanken
  • Richtige Gedanken – falsche Gedanken
  • Reine Gedanken – „schmutzige“ Gedanken

 

Wir GLAUBEN lieber unseren Gedanken, als dass wir auf unser Gefühl vertrauen.

Wenn wir denken:

 

  • Das kann ich nicht“
  • „Das schaffe ich nicht“
  • „Das ist nichts für mich“
  • „Das wird ja sowieso nichts“
  • „Das funktioniert niemals“        

 

Dann GLAUBEN wir daran. Ohne dies auch nur ansatzweise überhaupt versucht zu haben. Und uns mit einer HANDLUNG davon überzeugt zu haben.

Genauso bilden sich dann die entsprechenden Gefühle in uns. Und ZWINGEN uns zu einer Handlung. Die oft aber GEGEN unser wahres Selbst gerichtet ist. Und deshalb unser Kopf und unser Herz oft sehr erbitterte Kämpfe miteinander führen. Weil unser Herz, unsere Seele – unser wahres Selbst – vollkommen andere Dinge wollen. Nämlich das, was WIRKLICH für uns gut, richtig und stimmig ist. Unser Verstand ist dazu nicht in der Lage. Denn er handelt nur nach der Vernunft. Oder nach der Logik. Und unser Herz, unsere Seele und unser wahres Sein handelt nicht vernünftig. Und auch nicht logisch. Sondern rein nach unserer Intuition und unserem Gefühl.

Unsere Intuition ist unser innerer Lebensberater. Der IMMER ganz genau weiß, was gut und richtig für uns ist. Nur müssen wir oft lernen unserem wahren Selbst, unserer Intuition und unserem Instinkt zu VERTRAUEN. Uns darauf verlassen dass wir so die richtigen Entscheidungen für uns treffen.

Dass unser Verstand das definitiv nicht kann. Weil wir ansonsten immer Kompromisse leben würden. Weil wir immer unser wahres Selbst mit unseren eigenen Gedanken betrügen würden.

Ein permanenter Kampf gegen uns selbst also. Den leider viele Menschen mit sich ausfechten. Und der Verstand sehr oft die Oberhand gewinnt. Und dessen Argumente viel zu oft beachtet werden. Weil wir uns im Widerstand mit unserem eigenen Selbst befinden.

Anstatt auf das GEFÜHL in uns zu hören.

Wenn wir denken:

 

  • „Natürlich schaffe ich das“
  • „Selbstverständlich kann ich das“
  • „Ich probiere das jetzt einfach aus, dann werde ich sehen ob das etwas für mich ist“
  • „Das wird schon richtig werden“
  • „Aber klar funktioniert das“

 

Dann GLAUBEN wir auch das. Und dann wird es auch genauso eintreffen.

Aus all diesen Gründen sollten wir uns ganz bewusst aus der Illusions-Falle des Denkens befreien. Und stattdessen unserem Herzen, unserer Seele und unserer Intuition vollkommen vetrauen. Weil wir so bei UNS bleiben. Und wir ganz wir selbst sein können.

Denn wenn wir unserem wahren Selbst vertrauen, dann GLAUBEN wir auch an uns selbst. Und dann schaffen wir auch alles was wir wirklich für uns wollen.

Weil es erst dann vollkommen stimmig und passend für uns wird.

 

                                                                             © Iris Fischer – sensible-seele.net 


Wenn unsere Gedanken Purzelbäume schlagen

Hochsensibilität & Gedankenkarussell

Es gibt ein 'Massenphänomen' unter den Hochsensiblen. Nämlich dass die Gedanken im Kopf permanent wild durcheinander purzeln. Und einem das Leben so richtig schwer machen. Weil man es einfach nicht schafft, den Verstand abzuschalten. Oder wenigstens seine Gedanken zeitenweise ein bisschen "mundtot" zu machen. Manchmal hat man regelrecht das Gefühl, eine Meisterschaft findet im eigenen Kopf statt. Die Meisterschaft des Denkens. So ein Getümmel an vielfältigen Gedanken ist vorhanden. Und wirbelt das sensible Sein vollkommen durcheinander. 

Wahrscheinlich erkennen Sie sich selbst gerade wieder. Auch mir persönlich geht es da nicht anders. Ich kenne dieses permanente überfließen der Gedanken nur allzu gut. Es ist, als ob man eine immer sprudelnde Quelle im eigenen Kopf hätte. Die ständig neue Gedanken produziert. Und diese immer wieder aufs Neue überfließen lässt...    

 

Viele hochsensible Menschen kennen sicherlich auch die typischen Sprüche von außen:  

   

  • „Denk doch nicht immer so viel nach“
  • „Mach dir nicht ständig über alles und jedes Gedanken“
  • „Warum zerpflückst du immer alles bis in alle erdenklichen Einzelheiten“    

  

Für hochsensible Menschen ist das aber völlig normal. Sie können nicht anders.    

Einerseits spricht permanentes Nachdenken für hohe Intelligenz. Andererseits zerpflückt man aber wirklich alles bis ins kleinste Detail. Was überaus anstrengend für den Verstand ist. Denn das viele Nachdenken macht unglaublich müde. Und es erschöpft nicht nur den Geist. Außerdem bringt es einen trotzdem nicht wirklich weiter.     

Aber – immerhin ist unser Verstand ja dafür da, dass er analysiert, prüft und abwägt. Der Verstand möchte Fakten sammeln. Er möchte Beweise und Gegenbeweise anhäufen. Der Verstand möchte Gründe und Ursachen herausfinden. Er bewertet. Er meldet Zweifel an. Er misstraut vielem. So legt er uns immer wieder Stolpersteine in den Weg. Und macht uns immer wieder einen Strich durch die Rechnung.    

Viele meiner Klienten fragen mich, wie sie es schaffen können den Kopf auch einmal abzuschalten und die Gedanken zu besänftigen. Das ist wirklich sehr schwer.     

Und beruhigenderweise haben wir Hochsensiblen das alle gemeinsam :)

Es gibt aber durchaus Strategien und Methoden, die Gedanken zwischendurch auch einmal dazu zu bringen, Ruhe zu geben.     

Zwar ist unser Verstand genau dafür da um zu funktionieren, aber man kann auch ihn, genauso wie den Körper, dazu bringen, zwischendurch mal etwas runterzufahren. Und etwas stiller zu werden.     

Allerdings ist es so:     

Je mehr wir uns ganz bewusst darauf konzentrieren, dass unser Verstand sich beruhigt, desto mehr muckt er dagegen auf. Bedeutet ganz genau, je mehr wir uns darauf fokussieren, dass unser Gehirn aufhört zu denken, desto mehr Gedanken bilden sich und spielen in unserem Kopf verrückt.     

Mir persönlich hilft es ungemein, wenn ich versuche, meine Gedanken lediglich zu beobachten. Ich weiß sie sind da. Und das ist auch okay so. Aber ich halte dann ganz bewusst keinen Gedanken fest! Was man aber meist ganz automatisch tut. Man fixiert sich auf einen bestimmten Gedanken und hält ihn beinahe zwanghaft fest. Und um genau diesen Gedanken bilden sich dann ‚zig’ neue Gedanken.     

Ich versuche dann oft – gerade beim stillen meditieren - meine Gedanken einfach nur fließen zu lassen. Wie Wolken, die leise am Himmel vorbeiziehen. Das wichtige dabei ist, die eigenen Gedanken nicht zu bewerten. Denn es ist eigentlich völlig egal, was man gerade denkt. Dabei gibt es kein „richtig“ oder „falsch“. Ich nehme es wahr, dass da viele Gedanken in meinem Kopf durcheinanderpurzeln, aber ich lasse mich davon nicht sonderlich beeindrucken. Natürlich funktioniert das nicht immer. Und nicht mit allen Gedanken. Wenn bestimmte Gefühle und Emotionen mit bestimmten Gedanken verbunden sind, gelingt auch mir das beruhigen meiner Gedanken nicht. Da ich ein äußerst emotionaler und gefühlsbetonter Mensch bin. Und dann ganz automatisch meine Gefühle und Emotionen mit meinem Verstand analysiere. Und mich selbst permanent reflektiere. Wenn ich es mittlerweile auch meist schaffe, mich sofort in meinem Herzen zu zentrieren. Und mich in meinen Gefühlen zu verankern. Und eben nicht mehr zu DENKEN. Das funktioniert wunderbar. 

Ich denke beispielsweise automatisch darüber nach, was ich bei bestimmten Dingen in meinem Leben anders oder noch besser machen könnte. Weil auch ich zugegebenermaßen einen Hang zum Perfektionismus habe. Was ja viele hochsensible Menschen von sich sagen. Wenn ich etwas tue, dann will ich es perfekt tun. Oder ich lasse es gleich ganz sein. Halbe Sachen gibt es bei mir nicht. Das habe ich schon lange abgeschafft. Allerdings liegt es ja nicht immer in meiner Hand, ob etwas besser gemacht werden könnte. Sondern es liegt einfach auch oft an den äußeren Umständen. Die man ja selbst nicht immer beeinflussen kann. Und es liegt auch an anderen Menschen die wiederum ihr eigenes Denken, Fühlen und Handeln haben. Was ja nicht zwangsläufig auch mit meinem Denken, Fühlen und Handeln übereinstimmen muss. Denn jeder Mensch denkt, fühlt und handelt ja aus seinen ureigenen Konditionierungen, Mustern und Glaubenssätzen heraus.     

Jedenfalls kann es aufgrund der Hochsensibilität ganz schön anstrengend und im wahrsten Sinne des Wortes nervig sein, permanent irgendwelche Gedanken im Kopf zu haben, mit denen man sich befassen muss.     

Wenn es allerdings um wichtige Entscheidungen geht, die ich treffen muss, höre ich einzig und alleine auf meine Intuition und auf mein Herz. Und natürlich auf die Stimme meiner Seele. Dann weiß ich, dass ich immer richtig liege. Außerdem ist mir mein weiblicher Ur-Instinkt eine überaus wertvolle Hilfe. Auf den ich mittlerweile gelernt habe, absolut zu vertrauen.     

Auch Männer haben ihren natürlichen Instinkt. Sie haben meistens – genauso wie viele Frauen - nur verlernt, auf ihn zu hören. Und ihn überhaupt zu benutzen. Weil viele – auch oder gerade sensible - Männer absolute Kopfmenschen sind. Und dann meist nur rational und sachlich denken. Gefühle lassen sie erst gar nicht zu. Obwohl sehr wohl starke und intensive Gefühle und Emotionen in ihnen vorhanden sind. Die sie aber unterdrücken und weit von sich schieben. Schlimmstenfalls sogar verleugnen. Weil die Intensität dieser Gefühle ihnen massive Angst einjagt. Und sie nicht damit umgehen können. Deshalb bleiben viele dieser sensiblen Männer lieber im Sicherheitsmodus ihres Verstandes. Was aber den riesengroßen Nachteil hat, dass sie so „freiwillig“ darauf verzichten, aus ihrem Herzen zu leben. Und ihr wahres Glück zu finden. Und sich so selbst emotional zwangsbegrenzen. Sie benutzen lieber ihren Verstand und analysieren alles bis zum „gehtnichtmehr“, als dass sie es zulassen könnten, ganz in ihren Gefühlen aufzugehen. Und sich ihren Gefühlen hinzugeben. Weil sie massive Angst haben, sich dabei selbst zu verlieren. Derweil verlieren sie sich nicht selbst, sondern sie leben lediglich ihre Gefühle und Emotionen aus. 

Der Verstand kontrolliert das Herz. Die Gedanken spielen uns immer wieder gewaltige Streiche. Weil viele Gedanken einfach nur Illusion und nicht Realität sind. Es sind eben „nur“ Gedanken. Unser Herz aber sagt uns die Wahrheit. Die  GEFÜHLTE Wahrheit wollen viele „verkopfte“ Menschen - sensible Männer genauso wie sensible Frauen - aber gar nicht sehen. Deshalb lassen sie sich von ihren Gedanken leiten. Da fühlen sie sich sicher. Lieber wägen sie permanent das „für und wieder“ einer Situation ab, als die Gedanken dass sein zu lassen was sie sind. Eben „nur“ die Illusion dessen, was gedacht wird. Und sich stattdessen ganz auf ihr Herz, auf ihre Intuition und ihren Instinkt zu verlassen. Sie spüren zwar eine unendliche und unbeschreibliche Sehnsucht danach, endlich ihre Gefühle ausleben zu können, aber der Kopf und die Gedanken, die hier durcheinanderwirbeln, lassen es nicht zu, dass der Verstand die Kontrolle über das Herz aufgibt. Und sich das Herz ganz den Gefühlen und Emotionen öffnet. Was die wahre Lebensqualität eigentlich rapide einschränkt.     

Herz über Kopf, sollte es eigentlich heißen. Aber leider heißt es bei den Verstandesmenschen lieber Kopf über Herz.  

Die Kontrolle über die eigenen Gedanken nicht loslassen zu können, bedeutet nichts anderes als Angst zu haben. Die Angst etwas zu verlieren. Nämlich SICH SELBST zu verlieren. 

Wenn man bei sich selbst bleibt, auf sein Herz hört und den Weg seiner Seele geht, KANN man sich NICHT selbst verlieren. Im Gegenteil. Dann IST man ganz bei sich selbst. Wenn man seinem Selbst erlaubt auf seine Gefühle zu hören und seine Gefühle auch zu LEBEN, gewinnt man ganz gewaltig an Lebensqualität.     

Kontrolle loszulassen, ist für viele Menschen gleichbedeutend mit Verlust. Und Verlust macht Angst. Unter Verlustangst leiden sehr viele Menschen. Verlustangst kann man aber definitiv loswerden.     

Es ist außerdem ein immenser Unterschied, ob man etwas emotional loslässt und sich abwendet, oder ob man etwas ganz einfach annimmt. Und es somit akzeptiert, wie es ist. Denn nur indem man etwas vollkommen annimmt, kann man auch Neues und somit Fülle, wirklich in sein Leben ziehen. Und somit Bereicherung und Erfüllung ‚empfangen’.     

Das ist dasselbe Prinzip wie beim ‚haben wollen’ aus dem Ego und einem emotionalen Mangel heraus und dem ‚empfangen’ mit dem Herzen.

Beides bewirkt - sowohl beim loslassen und annehmen, als auch beim ‚haben wollen’ und ‚empfangen’ - vollkommen gegensätzliche Dinge.     

‚Loslassen’ bedeutet (Kontroll-) Verlust und sich anderen Dingen zuwenden. Und annehmen bedeutet Akzeptanz. Man bekommt etwas dazu. Man bekommt nämlich emotionale Freiheit. Und fühlt sich nicht mehr abhängig und eingeengt durch die Verlustangst.     

Das alles fängt an mit Gedanken. Man DENKT man verliert die Kontrolle, also FÜHLT man die Angst. Und die gedachte und gefühlte Angst bewirkt ein angstvolles HANDELN. Man verkrampft sich innerlich und macht zu. Sowohl gedanklich als auch emotional.     

Wenn man etwas unbedingt ‚haben’ will, fängt man an dafür zu kämpfen. Und verbraucht dafür unnötig Energie. Man macht sich Gedanken über das „WIE bekomme ich das was ich unbedingt ‚haben’ will“. Und schon wieder kontrolliert man seine Gedanken UND die Situation an sich. Weil man nie gelernt hat, gelassen und vertrauensvoll loszulassen und einfach geduldig ‚abzuwarten’ und das Leben so ‚anzunehmen’ wie es ist. Erst dann kann man wirklich die Fülle des Lebens empfangen. Man muss dann nicht mehr seinen Verstand und seine Gedanken kontrollieren. Weil man nicht mehr ‚haben’ will, sondern gelassen und entspannt in sich ruhen kann. Und einfach nur ‚empfängt’, was kommt. Was auch die Gedanken in einem sehr beruhigt. Und sie einen nicht mehr permanent aufmüpfig mit Lärm und Getöse im Kopf nerven.         

Bei sehr vielen hochsensiblen und hochsensitiven Menschen ist es ja so, dass sie Gedanken und Gefühle von anderen Menschen übernehmen. Und zeitenweise überdeutlich deren Gedanken denken und intensiv deren Gefühle fühlen. Bei Menschen die einem sehr nahestehen, ist das ganze noch einmal extremer. Was für die nicht hochsensiblen Menschen dann schon beängstigend und erschreckend sein kann. Weil sie quasi von den Hochsensiblen regelrecht „gelesen“ werden. Und im wahrsten Sinne des Wortes seelisch, emotional und geistig gläsern sind.     

Was sehr belastend für die eigene Person – für das eigene hochsensible Selbst – sein kann. Weil man sich unbedingt und dringend von diesen Gedanken und Gefühlen ANDERER abgrenzen sollte! Vor allem wenn man kaum noch unterscheiden kann was denn nun die eigenen Gedanken und Gefühle sind und welche gehören tatsächlich den anderen. Hier sollte man sehr bewusst und konzentriert in sich hineinhören und bewusst erspüren, was noch zu einem selbst gehört und was nicht. Denn man kann NICHT die Verantwortung für Gedanken und Gefühle übernehmen die man von anderen Menschen 'auffängt'. Man kann nur für die eigenen Gedanken, Gefühle und Handlungen Verantwortung übernehmen.

Wenn uns ein bestimmtes Problem beschäftigt, dann denken wir automatisch darüber nach.

 

  • Wir grübeln...und grübeln...und grübeln...unablässig...und ständig...
  • Wir grübeln über die Vergangenheit, die Gegenwart oder die Zukunft nach. Wir fragen uns, was wir anders oder besser hätten machen können. Oder wir fragen uns, was noch auf uns zu kommt
  • Wir ziehen uns entweder zurück, oder wir reden ständig darüber und "nerven" dann oft andere. Weil sie uns nicht verstehen können. Oder uns einfach nicht verstehen wollen. Aus den unterschiedlichsten Gründen
  • Wir denken darüber nach, wer oder was das Problem verursacht haben könnte, wir denken darüber nach wie wir das Problem beseitigen und lösen können, wir machen uns oft sogar Selbstvorwürfe oder reden uns Schuldgefühle ein
  • Oder wir sind enttäuscht, weil bestimmte Erwartungen die wir an einen bestimmten Menschen hatten, von diesem Menschen nicht erfüllt worden sind.
  • Oder das ungelöste Problem macht uns Angst. Weil wir nicht wissen, wie wir damit umgehen sollen. 
  • Wir machen uns Sorgen und malen uns innerlich die schlimmsten Szenarien aus, die passieren könnten. Egal ob das nun realistisch ist oder nicht. 
  • Wir sehen nur das negative. Und unsere Gefühle und Emotionen spielen nun ebenfalls verrückt. Und so rutschen wir in die Negativ-Gedankenspirale ab. 
  • Wir versuchen zwar immer wieder, das Gedankenkarussell in uns abzustellen und zu stoppen, aber meistens funktioniert das nicht. 
  • Und je mehr wir uns damit beschäftigen das Gedankenkarussell in uns anzuhalten, desto schlimmer dreht es sich. 

 

Also bleibt im Endeffekt eigentlich nur eins. Es zu akzeptieren dass die Gedanken da sind. Dass sie in Bewegung sind, je mehr wir sie beachten und bewerten. Dass die Gedanken in unserem Kopf herumspuken, herumwirbeln und sprichwörtliche Purzelbäume schlagen.

Natürlich gibt es noch einige Methoden mehr, vorübergehend die Gedanken zu beruhigen. Und dem Kopf auch einmal ganz bewusst eine kleine Auszeit zu gönnen. Am wichtigsten ist aber trotzdem, zu versuchen die Gedanken einfach wahrzunehmen. Die Gedanken zu beobachten und sie fließen zu lassen. Einfach fließen lassen. Ganz gemütlich. Wie ein kleiner Fluss, in dem das Wasser langsam und gemächlich vor sich hin strömt.

Sie können auch versuchen, jeden einzelnen Ihrer Gedanken in eine schillernde, imaginäre Seifenblase oder in Luftballons zu packen und diese dann gemächlich in die Lüfte schweben zu lassen...und so jeden einzelnen "nervenden", belastenden und störenden Gedanken vertrauensvoll loszulassen...

Ganz abschalten können wir unsere Gedanken leider nicht. Schließlich haben wir unser Gehirn ja deshalb erhalten, DAMIT es denkt.

Es ist wie alles andere bei Hochsensibilität auch. Eine Frage des „Wie gehe ich für mich selbst am passendesten damit um.“

Auch beim Gedanken beruhigen gilt, was für den einen Menschen super funktioniert, passt für einen anderen noch lange nicht. Deshalb sollte jeder hochsensible Mensch für sich seine ureigene Strategie des Gedanken beruhigens finden....

Einen "kleinen" Tipp möchte ich Ihnen zum Schluss noch geben:

Glasklare Klarheit! Absolute Klarheit in der eigenen Gedankenwelt zu schaffen, ist immer sehr wertvoll. Und überaus nützlich und effektiv.   

                                                                     © Iris Fischer – sensible-seele.net  


Die Wahrnehmung unseres sensiblen Seins

Hochsensibilität & Selbstwahrnehmung

Ich habe ja schon Artikel über die Wahrnehmung hochsensibler und hochsensitiver Menschen geschrieben. Hier und jetzt möchte ich mich auf die Selbstwahrnehmung konzentrieren. Denn die Wahrnehmung von uns selbst – von unserem eigenen sensiblen Sein - kann sehr verzerrt sein. Und tatsächlich stark von der Realität abweichen. Vor allem dann, wenn wir ein destruktives Denken besitzen. Und uns selbst deshalb als negativ wahrnehmen. Selbst wenn wir von außen immer wieder die Bestätigung bekommen, dass unsere Selbstwahrnehmung „falsch“ ist. Und wir von anderen als sehr positiv wahrgenommen, gesehen und erlebt werden.

Dabei ist es aber einerseits auch wieder vollkommen normal, dass wir uns meist anders wahrnehmen als wir von außen von anderen Menschen gesehen und erlebt werden. Da die Wahrnehmung an sich ja eine sehr subjektive Angelegenheit ist. Und von vielen Faktoren bestimmt wird. Selbst die Personen die uns sehr innig und nahe stehen und die uns in- und auswendig kennen, nehmen uns anders wahr, als wir uns selbst sehen. Natürlich nehmen wir wiederum diese Personen ebenso anders wahr, als sie sich selbst wahrnehmen. Denn auch deren Wahrnehmung über die eigene Person ist ja subjektiv. Und entspricht ebenso nicht immer den realen Tatsachen.

Auch kann es passieren, dass gerade hochsensible Menschen von Kindheit an in der Familie die „Sündenbock-Funktion“ erhalten haben. Und so ständig impliziert bekommen wie negativ und „falsch“ sie doch aufgrund ihrer Sensibilität sind. Und wie „unpassend“ ihr anders-denken, anders-fühlen und anders-handeln ist. So entwickeln diese natürlich ein vollkommen falsches Selbstbild von sich. Und ihre Selbstwahrnehmung ist nur eine Illusion. Da sie ja absolut fremdbestimmt ist. Und nicht aus dem reinen Sein kommt.

Eine gesunde (Selbst-) Wahrnehmungsfähigkeit ist aber immens wichtig. Das eigene sensible SO SEIN wirklich zu sehen. Und uns selbst auch so anzunehmen wie wir eben nun mal mit unserer Sensibilität sind. Nicht, den sensiblen Teil von uns abzuspalten weil wir ihn vielleicht nicht mögen. Weil wir vielleicht überhaupt nicht sensibel SEIN möchten. Das wird auf Dauer nicht funktionieren. Genauso wie es nicht funktioniert, irgendwelche Gefühle auf Dauer wegzudrücken. Und diese zu ignorieren.

Oft ist es einfach so, dass wir uns von den Meinungen und Bewertungen anderer beeinflussen lassen. Oder schlimmstenfalls gar abhängig davon machen. Und halten deren Denken dann für „richtig“. Diese Gedanken übernehmen wir als unsere eigenen und denken dann, dass wir selbst es sind, die so denken. Wir denken, dass wir denken. Was aber letztendlich nur eine Illusion ist.

Auch sind wir von Kindheit an darauf konditioniert, uns mit den Gedanken anderer zu identifizieren. Wir werden darauf konditioniert, unserer Selbstwahrnehmung nicht zu glauben. Und ihr nicht zu vertrauen. Stattdessen hören wir auf die Wahrnehmung anderer.     

 

  • „Du bist nicht perfekt genug...“
  • „Du bist nicht intelligent genug...“
  • „Du leistest nicht genug...“
  • „Du bist zu gefühlsbetont...“
  • „Du bist einfach zu sensibel...“
  • „Du bist nicht gut genug...“

 

Das sind destruktiv bewertende Sätze, die uns prägen. Denn wir werden nicht so akzeptiert und angenommen wie wir sind. Stattdessen sollen wir uns ÄNDERN. Und so werden, wie ANDERE uns wahrnehmen und sehen wollen. Wir dürfen bei diesen Menschen nicht einfach (sensibel) SEIN.

Unsere Selbstwahrnehmungsfähigkeit ist dann ganz empfindlich gestört. Und wir verlernen, unserer Selbstwahrnehmung zu GLAUBEN. So bilden sich dann chronische innere Zweifel. Und die Leidensspirale dreht sich immer weiter nach unten.

Wir SIND also, was wir erinnern...

„Ich denke, also bin ich...“ sagte bereits Renè Descartes, der französische Philosoph, Mathematiker und Naturwissenschaftler.

Soll heißen, wir sind genau das, was wir über uns selbst DENKEN. Wenn wir also DENKEN dass wir sensibel sind, SIND wir dann tatsächlich sensibel?

Oder SIND wir sensibel weil unser wahres SEIN – unsere Gefühle, Emotionen und unsere Seele - von Natur aus grundsätzlich sensibel ist?

Letzeres ist tatsächlich die Wahrheit. Nicht unser Denken macht uns zu hochsensiblen oder emotional sensiblen Menschen. Sondern unser natürliches SEIN ist sensibel.

Was ich damit ausdrücken möchte ist, dass unser illusionäres Denken uns einen gewaltigen Streich spielt, was unsere Wahrnehmungsfähigkeit betrifft. Deshalb ist auch unsere Wahrnehmung unseres Selbst oft so negativ oder gar destruktiv.

Dass unsere Selbstwahrnehmung oft so negativ ist, hat mit einem gewaltigen Mangel an Vertrauen zu tun. Wir vertrauen unserer eigenen Wahrnehmungsfähigkeit nicht. Wir vertrauen unserer Intuition nicht. Wir vertrauen nicht darauf, was wir in unserem Herzen und in unserer Seele WAHRNEHMEN. Wir vertrauen nicht unserem Ur-Instinkt.

Unser sensibles SO SEIN kennt aber in Wahrheit die ganze Wahrheit. 

Wir sehen diese Wahrheit leider nur allzu oft nicht. Schlimmstenfalls schieben wir sie von uns. Wenn wir sie nicht sehen möchten.

Stattdessen vertrauen wir unserem Verstand. Der aber nur eines kann:

Immer neue Gedanken zu produzieren. Und diese Gedanken dann zu bewerten. Und somit unsere natürliche Wahrnehmungsfähigkeit zu sabotieren und ganz gewaltig zu schwächen. Und wir fallen auch noch darauf herein.

Wer aber bewertet unsere Gedanken als negativ?

Das sind schlichtweg WIR alleine. Allerdings sind WIR wiederum unsere Gedanken! Und zwar die Gedanken mit denen wir uns identifizieren. Und so unser ICH bilden. Und so DENKEN wir, wir denken negativ. Oder wir denken im günstigsten Falle, wir denken positiv. Und konstruktiv.     

 

  • Unser Denken IST nicht unsere Wahrnehmung! Aber unser Denken beeinflusst unsere Wahrnehmung über uns selbst
  • Unsere Wahrnehmung kommt aus unserem wahren SEIN. Von unseren sensiblen Sinnen. Aus unserem Herzen. Und aus unserer Seele

 

Die Essenz unseres wahren sensiblen Seins – unsere natürliche Selbstwahrnehmung - wird überdeckt vom Spektakel, den unsere Gedanken in unserem Kopf permanent veranstalten. Und sie wird zugedeckt vom weit ausgebreiteten Mantel unserer Gefühle und Emotionen. So dass wir weder unsere Sensibilität, noch unser wahres Sein wirklich bewusst spüren können.

Was wir dadurch außerdem nicht spüren können, ist unser wahrer SELBST-WERT!

Wir erkennen und sehen nicht den tiefen und weiten Raum in uns, der unser wahres Sein ausmacht. Wir nehmen nicht die wahrhaftige Stille in unserem wahren Sein wahr, die uns erfüllt. Wir wissen oft gar nicht, dass es diesen tiefen und weiten Raum in uns überhaupt gibt. Eben WEIL wir uns nicht erlauben unser Selbst wirklich wahrzunehmen. So können wir überhaupt nicht in diesen tiefen und weiten Raum in uns eintauchen. Und uns auf uns selbst fokussieren.

Unsere Selbstwahrnehmung leidet, weil wir uns nicht auf uns selbst konzentrieren. Weil wir nicht achtsam genug sind. Weil wir nicht fürsorglich genug zu uns selbst sind. Weil wir uns selbst nicht genügend lieben. Sondern weil unsere Gedanken (!) ständig woanders sind. Unsere Gedanken sind überall, nur nicht bei uns selbst. Sie sind in der Vergangenheit und klammern sich dort fest. Oder die Gedanken hängen bereits in der Zukunft und machen sich Gedanken (!) und Sorgen um Dinge, von denen absolut niemand wissen kann, wie sie VIELLEICHT einmal werden KÖNNTEN.

Da niemand jemals in der Zukunft war. Denn Zeitmaschinen gibt es ja leider oder glücklicherweise nur im Film ;)

Und die Vergangenheit können wir sowieso nicht ändern. Warum also hängen so viele Menschen immer wieder in ihrer Vergangenheit fest und lassen diese nicht los?!

Dadurch befinden sie sich niemals im Hier und Jetzt. Sondern immer woanders.

Die wenigsten Menschen können den Moment bewusst leben. Und den Moment bewusst in vollen Zügen genießen. Derweil ist aber immer nur der Moment wichtig im Leben. Die Fähigkeit den Moment wahrzunehmen. Sich selbst im Moment wahrzunehmen. Nicht wie man sich selbst in seiner Vergangenheit erlebt und gesehen hat. Nicht wie man glaubt, in der Zukunft zu SEIN. Sondern das eigene Selbst wahrzunehmen wie man tatsächlich IST. Im Moment IST. Sein sensibles Sein einfach nur zu genießen. Sich auf die Wahrnehmung seines wahren sensiblen Selbst wirklich einzulassen. Dieser Selbstwahrnehmung zu vertrauen. Und sie anzunehmen. Sich dieser Wahrnehmung über sein eigenes sensibles Selbst hinzugeben. Dem Moment hinzugeben und diesen zu leben. Den Moment ganz bewusst zu spüren. Mit der Wahrnehmung aus eben diesem Moment. Nicht dem nächsten. Denn das wäre ja schon wieder die Zukunft. Und eine veränderte subjektive Wahrnehmung über sich selbst.

Selbst Beziehungen werden NICHT im Moment gelebt. Sondern man ist oft damit beschäftigt sich Gedanken zu machen, wie es in der ZUKUNFT besser funktionieren könnte. Anstatt einfach den Moment zu genießen. Das zusammen SEIN zu genießen. IN Liebe zu sich und dem anderen einfach nur zu SEIN. Und aus jedem Augenblick das beste aus sich, aus dem Menschen den man liebt und aus der Beziehung in der man zusammen IST, herauszuholen.

Wir verpassen so viele wunderbare und kostbare Augenblicke – auch mit dem Menschen den wir bedingungslos, tief und wahrhaftig lieben - weil wir nicht fähig sind, IM Moment  bewusst zu SEIN. Diese Augenblicke sind unwiederbringlich für immer verloren. Weil sie dann Vergangenheit sind. Anstatt wir es aber in der GEGENWART besser machen, trauern wir diesen verpassten Möglichkeiten nach und halten uns so wieder in der Vergangenheit auf. Was ja überhaupt keinen Sinn macht.

Die Wahrnehmung verändert sich ständig. Unsere Wahrnehmung ist nie gleich. Nicht solange wir unsere Wahrnehmung unseres Selbst auf unsere Gedanken projizieren. Und unsere Gedanken für die absolute Wahrheit halten. Nicht, solange wir nicht unserem wahren sensiblen Sein einfach vertrauen. Es nicht zulassen, dass unser wahres SO SEIN unsere eigentliche Wahrnehmung ist. Die uns immer die Wahrheit sagt.

Unser innerster Kern ist die Sensibilität. Das ist unser wahres Sein. Nicht unser ICH und nicht unsere Gedanken sind sensibel. Denn unser ICH besteht nur aus Gedanken.

Die Identifikation unseres ICHs über unsere Gedanken löst sich erst dann auf, wenn wir den Moment als Moment bewusst akzeptieren. Den Moment des JETZT annehmen. Uns infolge dessen immer im ‚Jetzt’ aufhalten. Und unser wahres sensibles Sein bewusst wahrnehmen. Es uns ganz bewusst ansehen. Bewusst in uns hineinspüren. Uns ganz bewusst auf uns selbst einlassen.

So können wir auch lernen mit unserer Sensibilität passend umzugehen. Wenn wir aufhören, unsere Sensibilität über unserer Gedanken zu definieren. Sondern es zulassen, unserer Wahrnehmung zu vertrauen. Und somit natürlicherweise einfach nur sensibel SIND.

Unsere sensible Seele leidet deshalb so stark, weil wir sie nicht wahrnehmen. Weil wir nicht auf sie hören. 

Unsere emotionalen Schmerzen sind für uns dann unerträglich, wenn wir uns nicht erlauben unsere Gefühle zu spüren. Und diese zu leben. Unser Herz-Schmerz ist deshalb so groß, weil wir nicht auf unsere Intuition vertrauen. Sondern weil wir uns über unsere Gedanken definieren. Und lieber unseren Kopf entscheiden lassen. So werden wir aber niemals das wahre Glück erleben. Unser wahres sensibles Sein einfach genießen zu können. Unsere Selbstwahrnehmung zu stärken und unser bestes SELBST zu SEIN, dass wir nur SEIN können.

Stattdessen sind wir oft nur eine Imitation von anderen. Weil wir genau darauf konditioniert sind. Oder wir werden als Schablone „missbraucht“. Damit wir im Strom mit den anderen schwimmen. Obwohl wir das oft überhaupt nicht wollen.

Anstatt wir bewusst darauf achten, unser eigenes bestes Original zu SEIN. Einfach authentisch zu SEIN.

Unsere ureigenen natürlich angelegten hochsensiblen Fähigkeiten sind ja genau dazu da, um ANDERS zu denken. Um ANDERS zu fühlen. Und vor allem um ANDERS zu handeln. Um eben sensibel zu SEIN. Einfach wir SELBST zu SEIN. Mit allen Konsequenzen. Aber wir TUN es oft nicht.

Ob aus Angst oder Zweifel an uns selbst, WEIL wir unserer Selbstwahrnehmung nicht vertrauen. Sondern uns lieber auf unsere Gedanken verlassen. Stattdessen leben wir oft nur Kompromisse. Weil wir auch hier nicht genügend auf unsere Selbstwahrnehmung achten. Sondern auf die Flut unserer Gedanken hören. Die wir wiederum sofort bewerten. Oder uns auf das Urteil und die Wertungen anderer verlassen. Andere für uns entscheiden lassen. Was wiederum ‚Gift’ für eine gesunde Wahrnehmung unseres eigenen Selbst ist.

Die Wahrheit ist eigentlich, dass unsere Gedanken sich selbst bewerten. Denn unser ICH besteht ja nur aus Gedanken. Unser ICH ist somit auch nur Illusion.

Nicht aber unser wahres sensibles Sein. Dieses ist echt. Das ist der Kern unserer Existenz. Unsere natürlich angelegte Sensibilität.

Um in den wahren innersten Kern unseres sensiblen Seins vorzudringen und in ihn einzutauchen, ist es notwendig, dass wir unserer Selbstwahrnehmung bedingungslos GLAUBEN. Dass wir unseren sensiblen Sinnen bedingungslos VERTRAUEN. Dass wir auf die Sprache unserer Intuition bedingungslos HÖREN. Dass wir der Stimme unseres Herzens und dem Ruf unserer Seele bedingungslos FOLGEN. Nur so kommen wir in die Lage, uns auf uns selbst einzulassen.

Solange wir uns selbst weder glauben, noch uns selbst vertrauen, noch unserer inneren Stimme bedingungslos folgen können, ist unsere Selbstwahrnehmung nicht stark und gefestigt genug. Sie ist nicht konstant. Sondern bleibt immer von den permanent wechselnden subjektiven Gedanken abhängig.        

Eine gesunde Selbstwahrnehmung hat etwas zu tun mit bewusster Aufmerksamkeit unserem Selbst und unserem wahren Sein gegenüber. Auch die Körperwahrnehmung kann so gesteigert und bewusst mit Aufmerksamkeit versorgt werden.

Wenn wir unsere Aufmerksamkeit ganz bewusst auf unser wahres Selbst lenken – uns auf unser sensibles Sein fokussieren - fallen uns vielleicht Fähigkeiten, Talente, Leidenschaften, Sehnsüchte, Interessen, liebenswerte Eigenschaften oder Verhaltensweisen an uns auf, die wir vorher nicht gesehen haben. Vielleicht bemerken wir mit einem Mal, dass da Gefühle in uns sind, die wir die ganze Zeit unterdrückt und nicht gelebt haben. Die aber mit aller Macht aus uns herausbrechen wollen. Und die sich eventuell schon lange irgendwie bei uns bemerkbar machen wollten. Nur wir haben dies nicht wahrgenommen. Oder wir haben es ganz einfach ignoriert und weggeschoben. Weil unsere Aufmerksamkeit mit ganz anderen Dingen abgelenkt und beschäftigt war. Nämlich hauptsächlich mit unseren bewertenden Gedanken. Oder auch mit Aktivitäten im Außen. Um vor unseren Gefühlen zu flüchten.

Vielleicht bemerken wir mit dieser bewussten Aufmerksamkeit auf uns selbst aber auch, dass wir eigentlich ein vollkommen anderes Leben leben möchten. Oder zumindest einen völlig anderen und ganz persönlichen Lebensrhythmus für uns bevorzugen. Vielleicht fällt uns endlich auf, wie wenig wir uns eigentlich um unser wahres Sein gekümmert haben. Wie fremdbestimmt wir viele Jahre lang gelebt haben. Und wie sehr wir unser Bild über uns selbst von den Meinungen und Bewertungen ANDERER abhängig gemacht haben. Und deshalb ein vollkommen verzerrtes Bild über uns selbst aufgebaut haben. Wir erkennen vielleicht endlich, wie und wer wir WIRKLICH sind. Oder wie ausgehungert wir danach sind, endlich den Weg unseres Herzens und unserer Seele zu gehen. Vielleicht bemerken wir mit einem Mal bewusst, wie wenig wir die ganze Zeit auf unsere kraftvolle Ur-Weiblichkeit als Frau oder auf die wahre Ur-Männlichkeit als Mann geachtet haben. Oder wie oft wir uns selbst emotional und seelisch absolut vernachlässigt haben. Wie oft wir gegen unseren Instinkt, gegen unsere Intuition und gegen unser Gefühl gehandelt haben.     

 

  • Eine gesunde Selbstwahrnehmung sollte objektiv, realistisch und ohne jegliche Bewertung aussehen
  • Eine gesunde Selbstwahrnehmung hat etwas zu tun mit dem Bild, dass wir uns von uns selbst erschaffen

 

Unser wahres sensibles Sein ist wie ein tiefblauer, endlos weiter und absolut stiller Himmel. Der  immer noch vorhanden ist, selbst wenn er mit dicken grauen Wolkenfeldern verschleiert und so aus dem Blickfeld unserer Aufmerksamkeit verschwunden ist. Ab und zu blitzt dieses tiefe Blau – unser wahres Sein - vielleicht hervor. Die Wolkenfelder sind dabei das Synonym für all die Dinge die unser wahres Selbst – unser sensibles Sein – verdecken. Und wir es dadurch nicht sehen können. Wenn wir aber unsere Aufmerksamkeit und unsere Wahrnehmung gezielt darauf richten, können wir Schicht für Schicht in unser wahres Sein eintauchen und in die unendliche Tiefe und den endlos weiten Raum der Stille in uns hinein sinken.

Diejenigen von Ihnen, die regelmässig meditieren, haben ja schon eine leise Ahnung davon, wie sich diese wahrhaftige Stille in unserem inneren Raum tatsächlich anfühlt.

Je mehr wir uns also in unserer ureigenen Mitte befinden, desto stärker und echter ist auch unsere Selbstwahrnehmung. Je positiver wir unser eigenes Selbst - unser sensibles Sein - wahrnehmen, desto mehr strahlen wir dies nach außen. Und desto authentischer sind wir auch...

 

                                                                                              © Iris Fischer – sensible-seele.net 

 

Unsere sensible Ich-Identität

Unsere sensible Ich-Identität

  „Das ICH ist die Spitze eines Kegels, dessen Boden das All ist“ - Christian Morgenstern

Normalerweise sehen wir Menschen uns automatisch von allem getrennt. Wir sind ICH und andere sind eben die Anderen. Sie sind das DU. Obwohl sie genauso ICH sind. Nur aus unserer Sicht eben nicht. Und vom Leben an sich und vom Rest der Welt sehen wir uns ebenfalls als getrennt an. Das ‚EinsSein’ kennen wir meist überhaupt nicht.

Alles in unserem Leben spielt sich in ICH-Form ab:

 

  • Ich will
  • Ich möchte
  • Ich glaube
  • Ich hoffe
  • Ich fühle
  • Ich muss
  • Ich warte
  • Ich kann
  • Ich soll
  • Ich bin
  • Ich denke
  • Ich brauche
  • Ich werde

 

Das sind aber alles nur Gedankenkonstrukte. Denn unser gedankliches und unser gefühltes ICH - unser wahres und ureigenes sensibles Selbst-  sind eindeutig zwei grundverschiedene Dinge.

Unser wahres ICH – unser Herz und unsere sensible Seele möchte einfach nur Sein.

Unser wahres ICH – unser ureigenes Selbst - verlieren wir sehr oft im anderen. Wir verlieren uns im Partner, in unseren Kindern und in unserem Job. Wir verlieren uns in unseren Träumen, Wünschen und Sehnsüchten. Wir verlieren uns in Illusionen und Phantasien. Wir verlieren uns in Nichtigkeiten, Gedanken und Dingen die ab-wesend sind. Wir verlieren uns im Mangel. In das was uns fehlt. Und ziehen so immer noch mehr Mangel an.

Wir verlieren uns nicht in dem was an-wesend ist. Was immer und zu jeder Zeit da ist. Nämlich wir selbst. Unser ureigenes sensibles SEIN. Weil wir uns selbst oft gar nicht sehen. Wir stellen uns selbst – unser (da sein und unser sensibles so Sein ) oft hinter allem anderen zurück. Das bedeutet, wir nehmen uns selbst nicht wichtig genug. Wir stellen unsere ureigenen sensiblen Bedürfnisse und Wünsche oft hinter denen der anderen zurück. Und versuchen, es allen anderen recht zu machen. Was aber schlicht und einfach nicht gelingen kann. Weil es immer jemanden gibt der dabei auf der Strecke bleibt. Und sehr oft sind das leider dann wir selbst. Nur erkennen wir das oft über lange Zeit überhaupt nicht. Weil wir dazu konditioniert sind uns anzupassen. Wir sind darauf getrimmt uns zu verbiegen. Und permanent zu funktionieren und Leistung zu zeigen. Selbst wenn wir erkennen sollten was uns schadet und eindeutig nicht gut tut, harren gerade wir sensiblen Menschen immer noch weiter aus. Weil oft eine immense Angst und Unsicherheit vor Veränderung da ist. Weil Zweifel herrschen. Die aber immer nur auftreten wenn unser gedankliches ICH und unser wahres so Sein im inneren Konflikt miteinander sind. Wenn wir nicht auf unser wahres Selbst hören. Wenn wir unser Herz, unsere Seele, unsere Intuition und unseren Ur-Instinkt ignorieren.

Deshalb kämpfen wir permanent mit all unserer Kraft für das was uns FEHLT. Anstatt wir uns darauf konzentrieren auf das was wir bereits HABEN. Anstatt uns auf unsere Stärken zu besinnen. Anstatt uns selbst vollkommen zu vertrauen, legen wir unseren Fokus auf unsere Schwächen. Und führen einen oft aussichtslosen Kampf gegen uns selbst. Manchmal können zwar auch Schwächen zu Stärken werden wenn wir dies nur richtig deuten und sehen, aber diese Schwächen lasse ich jetzt ganz bewusst außen vor. Da das ein ganzes Thema für sich ist.

Die echten Schwächen meine ich hier, die uns am weiterkommen hindern. Die uns nur ausbremsen. Die wir deshalb nicht brauchen. Und deshalb auch getrost ignorieren und hinter uns lassen können. Ist es doch ein riesengroßer Unterschied, ob wir uns der Sonne oder dem Schatten zuwenden!

Unsere erlebte und gelebte Realität entsteht aus uns selbst. Wir selbst sind es – unser ureigenes ICH – das unsere individuelle Realität gestaltet. Und ist es doch ein immenser Unterschied, ob unsere ‚bedürftigen’ Gedanken oder unsere wahren Gefühle und Emotionen diese Realität in Besitz nehmen...

Indem wir für oder gegen etwas kämpfen, sorgen wir ganz automatisch dafür, dass die Energie in die vollkommen falsche Richtung fließt. Und wir erst recht nicht das bekommen was wir meinen dass uns zusteht. Weil wir es ganz einfach ‚haben’ wollen. Dabei ist es aber ein riesengroßer Unterschied ob unsere Gedanken – und somit unser ‚bedürftiges’ ICH - etwas haben möchte, oder ob unser wahres Sein – unser Herz und unsere Seele - danach verlangt. Ja sich sogar danach verzehrt und brennt. Denn das sind die Dinge auf die wir uns konzentrieren sollten. Auf die wir uns sogar konzentrieren DÜRFEN. Nur erlauben wir uns selbst genau das oft nicht. Weil wir das so nicht kennen. Wir glauben nicht daran, dass wir selbst es in der Hand haben uns Dinge zu erfüllen. Wir vertrauen ganz einfach darauf nicht. Oder wir sind sogar davon überzeugt davon, dass wir überhaupt nicht verdient haben das zu bekommen was wir eigentlich ‚haben’ wollen. Und da die Energie hier in die vollkommen falsche Richtung fließt, bekommen wir natürlich auch nicht das was uns „fehlt“. Weil wir genau für das falsche kämpfen. Weil wir nicht darauf vertrauen, dass das Leben uns genau das schenkt was wir für uns brauchen. Weil wir nicht aus tiefstem Herzen und aus tiefster Seele davon überzeugt sind, genau das verdient zu haben. Denn wir SIND es wert all die Dinge zu bekommen die wir WIRKLICH für uns ‚haben’ wollen. Und zwar jeder einzelne von uns!

Und für das was das Leben uns als Belohnung für unser Vertrauen schenkt, müssen wir nicht kämpfen.

Warum sollten wir es nicht wert sein das zu bekommen was wir wirklich wollen?! Das ist alleine unser gedankliches ICH. Nicht unser wahres und ureigenes Selbst, dass da aus uns spricht. Denn unserem Herzen, unserer Intuition und unserem Instinkt vertrauen und glauben wir oft nicht. Auf die Stimme unserer Seele hören wir oft nicht. Und unsere wahren  Gefühle unterdrücken wir oder schieben sie von uns weg. Und wollen sie nicht spüren.

Körper, Geist und Seele sind aber eine untrennbare Einheit. Alles was wir denken, fühlen und handeln gehört somit zusammen. Und ist ein Teil von uns. Von unserem wahren sensiblen Sein.

Wir nehmen aber oft alles als getrennt voneinander wahr. Wir spalten Teile unseres eigenen Selbst von uns ab. Wir nehmen uns nicht an genauso wie wir sind. Wir sind davon überzeugt nicht gut genug zu sein. Nicht genügend wert zu sein. Nicht liebenswert zu sein.

Wir spalten immer das von uns ab, schieben es weg, verdrängen es oder verleugnen es sogar, was uns an uns selbst nicht gefällt. Was wir an uns selbst nicht mögen. Was wir an uns selbst nicht ‚haben’ wollen. Sehr oft kämpfen wir dann gegen uns selbst. Was aber überhaupt keinen Sinn macht. Weil es absolut nicht funktioniert. Denn somit sabotieren wir unser ICH. Unser wahres und ureigenes Selbst.

So befinden wir uns nicht in unserer Mitte. Und können nicht gelassen und entspannt in uns selber ruhen. Und vertrauensvoll der Dinge harren die vom Leben zu uns kommen wollen. Da wir das „EinsSein“ mit uns selbst ja überhaupt nicht wahrnehmen und sehen.

Das paradoxe daran ist, genauso lange wie wir gegen unser wahres ICH – unser ureigenes Selbst kämpfen - bekommen wir nicht das, was wir eigentlich ‚haben’ wollen. Weil wir innerlich nicht ehrlich – also ECHT - davon überzeugt sind, diese Dinge auch wahrhaftig verdient zu haben. Weil wir es nicht wirklich FÜHLEN. Denn nur das was wir wirklich fühlen, kommt auch tatsächlich zu uns.

So ist es beispielsweise mit der Dankbarkeit.

Wenn wir zwar denken dass wir dankbar sind, aber es nicht wirklich fühlen – sind wir NICHT wirklich dankbar. Denn dann kommt die Dankbarkeit nicht aus unserem tiefsten Herzen. Die Dankbarkeit ist dann nicht wirklich echt. Auch wenn wir gedanklich davon überzeugt sind die Dankbarkeit tatsächlich zu empfinden.

Genauso ist es mit wahrhaftiger und tiefer Liebe. Solange wir nicht wirklich an die wahre Liebe glauben, wird sie auch aus unserem Leben fern bleiben. Selbst wenn wir uns noch so sehr danach verzehren und uns danach sehnen. Dass was wir oft tatsächlich in uns fühlen, ist das Gefühl von jemandem im Außen geliebt werden zu wollen!

Und so ist es auch mit Hochsensibilität. Wir können diesen Teil von uns versuchen abzuspalten. Wir können die Sensibilität in uns ignorieren. Wir können sie wegdrücken. Wir können auch verleugnen (hoch-) sensibel zu sein. Auf Dauer wird uns genau das schaden. Weil unser innerster und wahrer Kern dabei immer genau das bleiben wird was wir sind. Nämlich schlicht und einfach hochsensibel. Oder rein emotional sensibel. Oder auch hochsensitiv. Oder hochbegabt. Oder auch Vielbegabt. Was immer wir in unserem tiefsten inneren Kern sind. Unser wahres ICH – unser tatsächliches ‚so Sein’ - können wir nicht als getrennt von uns sehen.

Das ‚haben’ wollen unseres wahren ICH`s, die Erfüllung der Bedürfnisse unseres ureigenen  Selbst – unseres Herzens und unserer sensiblen Seele - ist dabei nirgenwo im Außen zu finden. Das können wir nur IN uns selbst finden. Und ausschließlich wir selbst können uns dies auch erfüllen.

Alles was von außen noch dazu kommt, ist eine zusätzliche Bereicherung und Ergänzung zu uns selbst. Aber unser ICH bleibt immer unser ICH. Egal ob gedanklich oder unser wahres Selbst.

Allerdings können wir lernen zu unterscheiden, welches unserer ICH’s gerade aktiv in uns ist. Und etwas ‚haben’ will.

Wollen unsere ‚bedürftigen’ Mangel-Gedanken etwas haben, oder verlangt unser Herz und unsere Seele nach wirklich dauerhaft sättigender Nahrung. Das ist ein ganz gewaltiger Unterschied.

Wir können sehr wohl wahrnehmen und spüren was wir wirklich für uns wollen. Was wir wirklich für uns brauchen. Und was wirklich wichtig für uns ist.

Wir sind immer genau das was wir suchen. Suchen wir nach Liebe, nach Anerkennung, nach Glück, nach Zufriedenheit, nach emotionaler Unabhängigkeit, nach ‚Freiheit’ oder danach unsere Kreativität, unsere Sehnsüchte oder unsere Leidenschaften auszuleben. Genau dies alles SIND wir bereits. Wir können es nur nicht sehen. Weil wir uns selbst im Weg stehen.

Wir müssen lernen uns selbst zu erkennen. Unser wahres Selbst – unser ureigenens sensibles SEIN wirklich zu sehen. Nicht mehr auf unser ‚bedürftiges’ gedankliches ICH zu hören.

Wir müssen entdecken wer wir selbst – unser wahres ICH – wirklich sind. Wir müssen entdecken was wir wirklich für uns brauchen. Und was wir wirklich für uns wollen. Und was wirklich wichtig für uns ist. Wir sollten uns nicht in Nichtigkeiten und im Mangel verlieren. Wir sollten die Liebe in uns entdecken. Und uns in der Liebe zu uns selbst verlieren. Dann kommt auch die wahre Liebe von außen in unser Leben.

Uns selbst bewusst wahrzunehmen – zu erkennen – anzunehmen. Unser wahres ICH wirklich zu sehen. Unser „EinsSein“ mit all unseren Anteilen in uns zu akzeptieren. Denn wir sind bereits vollkommen wie wir sind. Wir müssen uns nicht noch mehr „perfektionieren“. Wir sind bereits ein Ganzes.

Alles was uns anderes einbläuen will, sind lediglich’bedürftige’ Gedanken, falsche Konditionierungen und negative Glaubenssätze. Die uns aber nicht wirklich weiterhelfen. Da sie uns nur verwirren und uns schaden.

Das „EinsSein“ unseres wahren ICH müssen wir allerdings fühlen. Das lässt sich nicht mit Worten erklären. Gerade sensible Menschen sind doch für ihre enorme Feinfühligkeit anderen gegenüber bekannt. Uns selbst gegenüber deshalb ganz bewusst ins Fühlen zu gehen und unserem ureigenen Urteilsvermögen vollkommen zu vertrauen, ist etwas auf das wir uns sehr bewusst einlassen müssen. Ansonsten funktioniert genau das nicht. Weil wir das oft niemals gelernt haben. Oder uns nicht erlaubt wurde. Und wir uns das deshalb selbst nicht erlauben.

Gefühle und unser wahres ‚so Sein’ können wir aber tatsächlich nur fühlen, wenn wir uns unsere Gefühle ganz bewusst eingestehen. Und sie uns selbst erlauben. Wenn wir das Gefühl der Trennung bereits schon einmal erlebt haben. Denn nur wenn wir wissen wie „getrennt sein“ sich anfühlt, können wir auch das ‚EinsSein’ bewusst erleben und zulassen. 

Gedankliche und gefühlte Dualität ist somit aufgelöst.

Nur mit Bewusstheit kommen wir von unserer ‚bedürftigen’ gedanklichen ICH-Identität in unsere gefühlte wahrhaftige „so Sein“ Identität.

Denn unser wahrhaftiges ICH – unser sensibles Sein - ist unser ureigener Kern.

 

                                                                                                            © Iris Fischer – sensible-seele.net 

 

Die inneren Schatten der sensiblen Menschen

Die inneren Schatten sensibler Menschen

Jeder Mensch trägt irgendwelche inneren Schatten mit sich herum. Man könnte sie auch die sogenannten „blinden Flecken“ unseres Seelenlebens nennen. Bei hochsensiblen und emotional sensiblen Menschen wirkt sich das aber noch eine ganze Ecke intensiver und stärker auf das gesamte Sein aus. Da sensible Menschen sowieso oft in einem inneren Zwiespalt stecken. Weil sie es allen recht machen wollen. Und sich selbst natürlich auch. Und das ist gerade für sensible Menschen ganz besonders schwer.

Alles hat seine Licht- und Schattenseiten. Alles hat Gegensätze. Tag und Nacht, Ebbe und Flut, Himmel und Erde, Feuer und Wasser, klein und groß, dick und dünn, arm und reich, kalt und heiß, weich und hart, oben und unten, innen und außen, weiblich und männlich, schwarz und weiß, bunt und einfarbig, attraktiv und hässlich – alles bedingt einander. Nichts funktioniert ohne einander. Man muss es nur richtig sehen.

Ist Ihnen schon einmal aufgefallen dass ein vermeintlich „hässlicher“ Mensch superlieb und super sympathisch sein kann und eine solche außergewöhnliche und faszinierende Ausstrahlung hat dass man sich diesem Menschen nicht entziehen kann? Auch das gibt es. Also ist „hässlich“ eine rein subjektive Empfindung und „hässlich“ nicht immer tatsächlich hässlich. Die INNERE Hässlichkeit eines Menschen ist dagegen sehr viel schlimmer. Das ist dann eine definitive Schattenseite.

Genauso kann man das auf einen rein äußerlich bildschönen Menschen anwenden. Dieser  kann theoretisch der böseste und gemeinste Mensch sein.

Wenn man nun die inneren Schattenseiten betrachtet, wird natürlich umso klarer WARUM gerade sensible Menschen sich so schwer damit tun in erster Linie auf sich selbst zu achten. Und sich selbst Gutes zu tun. Bevor sie es dann allen anderen recht machen wollen. Nämlich eben WEGEN ihrer feinen und detaillierten Wahrnehmung, ihren intensiven Gefühlswelten und der permanenten Überfütterung und daraus resultierenden Überforderung all ihrer Sinne. Und natürlich auch aus dem permanenten Gefühl des Anders-Seins heraus.

Dabei sollte einem allerdings bewusst sein, dass man es NIEMALS allen Menschen recht machen kann. Irgendwer bleibt dabei immer auf der Strecke. Sei es das eigene Selbst oder der Partner / die Partnerin, der Rest der Familie, der Job oder auch Hobbies, Interessen, Fähigkeiten, Talente, Gefühle und Leidenschaften die man ignoriert, auf die Seite schiebt und nicht so auslebt wie man es eigentlich gerne tun möchte.

Ein schönes Beispiel dass mir letztens eine sehr liebe und humorvolle Klientin geschildert hat ist dabei die eigene Kreativität die tief und fest schläft. Und die einfach nicht aufwachen will. Weil man partout nicht weiß wie man sie aufwecken soll. Und weil die eigene Kreativität eingeschlafen ist, wird man selbst dauerhaft müde, lethargisch und erschöpft. Genau dieses Beispiel zeigt deutlich, dass die Auswirkungen mit der Zeit drastisch zunehmen und bis hin zu einer handfesten Depression führen können (nicht zwangsläufig muss!). Wenn man hier die eigenen Schatten nicht erkennt WARUM die eigene Kreativität eingeschlafen ist, wird man unterschwellig immer unzufrieden und unglücklich sein. Auch können sich als Folge daraus diverse körperliche Symptome bemerkbar machen. Das sind dann ebenfalls Hilferufe der eigenen Seele sich um die inneren Schatten zu kümmern.

Die inneren Schatten erst einmal zu erkennen, damit man sie im zweiten Schritt beseitigen kann, ist dabei alles andere als einfach. Das ist so, wie wenn man einen Spaziergang in der Sonne macht und der eigene Schatten einen permanent „verfolgt“. Da man ja mit ihm verbunden ist. Und man ihn vermeintlich abschüttelt, sobald man in den größeren Schatten eines Baumes, eines Berges oder einer Häuserzeile tritt. Somit wäre der eigene Schatten zwar unsichtbar, aber immer noch vorhanden. Das ist ein Paradoxon, aber wahr. Und nur weil man seine inneren Schattenseiten – die sogenannten „blinden Flecke“ selber nicht sieht, heißt das noch lange nicht dass sie nicht vorhanden sind. So wie jeder Mensch seinen äußeren Schatten immer bei sich hat, auch wenn er nicht immer sichtbar ist, sind auch die inneren Schatten permanent vorhanden. Auch wenn man sie nicht sieht oder nicht sehen will. Weil man ebenfalls verbunden ist mit ihnen.

Um seine inneren Schatten zu erkennen, braucht man einen anderen Menschen der einen selbst spiegelt. Natürlich wird man automatisch von jedem Menschen gespiegelt der einem selbst nahe steht. Aber keiner kann so effektiv spiegeln wie der echte Seelenpartner. Nur so kann man seine eigenen inneren Defizite, seine Fehler, seine verdrängten Erfahrungen, Enttäuschungen und Verletzungen, nicht verarbeitete Traumata, weggeschobene Gefühle, Konditionierungen, alte Denk- und Verhaltensmuster, Bewertungen, falsche Verknüpfungen, inneren Konflikte seiner Persönlichkeitsanteile, blockierte Energie usw. wirklich bewusst wahrnehmen und erkennen.

Um alte Muster effektiv aufzulösen, reicht es oft nicht aus, einfach nur mit Affirmationen und positiven Glaubenssätzen entgegenzuwirken. Man muss das „Übel“ regelrecht an der Wurzel packen und gezielt damit arbeiten.

Wir sind das was wir erinnern. Wenn Sie an Ihre allererste Erinnerung Ihres Lebens zurückdenken. Welche Erinnerung fällt Ihnen da spontan ein? Und wie alt waren Sie damals? Wenn Sie eine negative Erinnerung vor Augen haben, und Ihnen überwiegend auch andere negative Erinnerungen einfallen, sind Sie bereits einer negativen Konditionierung auf der Spur. Wenn Sie dagegen eine positive Erinnerung vor Ihrem geistigen Auge sehen, und auch weitere Erinnerungen Ihres Lebens überwiegend positiver Natur sind, haben Sie Glück gehabt. Dann sind Sie positiv konditioniert.

Oft sind es allerdings unsere BEWERTUNGEN von Gedanken, Gefühlen, Situationen und anderen Menschen die uns das Leben unnötig schwer machen. Dann sind wir in einer gewaltigen Denkfalle gelandet. Eine der inneren Schattenseiten unseres Da-Seins.

Denkfallen oder die Illusion von Gedanken sorgen sehr oft dafür dass wir uns selbst, unser Glück und die Liebe blockieren. Und die Energie kann nicht mehr frei fließen. Nicht weil ein bestimmter Mensch so IST wie er ist, denken wir gewisse Dinge über ihn. Sondern es ist unsere eigene Sichtweise der Dinge, die diesen Menschen so wirken lässt wie wir ihn sehen! Es ist unser inneres Bild dieses Menschen – oder auch einer bestimmten Situation - dass uns gewisse Gedanken denken lässt. Und dann entsprechende Gefühle in uns auslöst. Auch wenn diese Gefühle dann falsch oder negativ sind. Es sind unsere BEWERTUNGEN oder unser Urteil über diesen Menschen, die dafür sorgen dass er sich in unseren Augen „falsch“ verhält. Weil er unsere Sichtweise über ihn spürt und uns unbewusst spiegelt. Genauso wie wir diesen Menschen ebenfalls spiegeln. Denn dieser Mensch ist NICHT „falsch“. Unsere Gedanken aber sind es. Manchmal SEHEN wir die Wahrheit nicht. Wir SEHEN das Glück nicht, dass sich direkt vor unseren Augen befindet! Es ist wie ein blinder Fleck auf einem Spiegel. Und manchmal bekommen wir diesen bestimmten Menschen als Spiegel vorgesetzt um genau diese - unsere eigenen blinden Flecken und inneren Schatten – zu erkennen und SEHEN zu können. Um uns so verändern und heilen zu dürfen. Und unser inneres Bild und unsere Bewertungen über diesen Menschen oder auch einer Situation, zu verschieben und wieder gerade rücken zu können. Die Illusion unserer Gedanken sorgt dafür, dass uns immer wieder das fatale Bedürfnis überkommt eine bestimmte Situation „kontrollieren“ zu müssen. So können wir nicht „loslassen“. Und einfach nur darauf vertrauen dass alles gut wird. Denn wir können das Leben, die Liebe und das Glück nicht kontrollieren. Aber wir können lernen all das gelassen zu ‚empfangen’.

„Verändere DU dich, und die Welt um dich herum wird sich verändern! Denn wenn du nur darauf wartest dass sich etwas verändert, verändert sich niemals etwas!“© Iris Fischer

Wenn wir in der Denkfalle oder in der Illusion unserer Gedanken festsitzen, machen wir permanent den Fehler und bewerten all unsere Gedanken, Gefühle und unsere Handlungen. Und natürlich bewerten wir auch andere Menschen. Und ganz besonders bewerten wir Situationen die uns unangenehm sind. Und da haben wir auch schon ein Paradoxon. Nicht die Situation an sich ist es, die wir als unangenehm empfinden, sondern es sind einzig und alleine unsere Gedanken und die sich daraus bildenden negativen Gefühle die dafür sorgen dass wir die Situation als solche als negativ bewerten. Es sind falsche Verknüpfungen von Gedanken und Gefühlen die uns so handeln lassen.

 

Denkfallen sind beispielsweise:

 

  • Das kann ich nicht
  • Das schaffe ich nicht
  • Das ist eigentlich nichts für mich
  • Das ist zu schwierig für mich
  • Ich bin zu „blöde“ oder zu „dumm“ das zu schaffe
  • Das wird doch sowieso nichts
  • Ich mache ja sowieso alles falsch
  • Ich werde niemals erfolgreich sein
  • ALLES läuft immer schief
  • NIE mache ich was richtig
  • Ich MUSS perfekt sein

 

All diese Sätze sind traurige Überbleibsel aus negativen Glaubenssätzen die wir in der Kindheit erlernt haben.

Andere Schattenseiten sind beispielsweise eine völlig falsche Wahrnehmung von LIEBE.

Nichts wird so viel und so oft missbraucht wie das Wort „Liebe“. Unter dem Deckmantel von Liebe wird sich gegenseitig sehr viel Leid, seelische Verletzungen und Enttäuschungen zugefügt. Wir sind darauf konditioniert permanent Erwartungen und Anforderungen zu haben an den Menschen an unserer Seite. Und reagieren alles andere als liebevoll, verständnisvoll, gelassen und geduldig, wenn uns diese Erwartungen und Ansprüche oder auch Wünsche und Sehnsüchte nicht erfüllt werden. Das ist aber keine wirkliche und wahre Liebe.

Denn echte Liebe ist immer bedingungslos.

Und auch diese Bedingungslosigkeit in der Liebe wird immer wieder falsch dargestellt und falsch verstanden.

Bedingungslose Liebe meint NICHT, dass man keine Bedingungen mehr stellen darf an den Menschen an seiner Seite. Sondern – mit bedingungsloser Liebe ist gemeint, dass wir den Menschen an unserer Seite ganz genauso annehmen und akzeptieren wie er oder sie nun einmal ist. Schließlich haben wir diesen Menschen so kennen- und lieben gelernt WEIL dieser Mensch so ist wie er ist.

Aber viele Menschen machen den fatalen Fehler und fangen irgendwann an, genau diesen Menschen den sie doch vermeintlich so sehr lieben, immer mehr verändern zu wollen. Dieser Mensch wir dann kritisiert, beschimpft, die Bedürfnisse und Gefühle dieses Menschen werden nicht beachtet, es wird auf den Gefühlen des anderen regelrecht herumgetrampelt, dieser Mensch kann einem überhaupt nichts mehr recht machen usw...

Bedingungslose Liebe ist, dass man den Menschen an seiner Seite TROTZDEM liebt und mit ihm zusammen ist. Auch wenn er einem nicht immer alle Wünsche und Bedürfnisse, Erwartungen, Anforderungen und Sehnsüchte die man an diesen Menschen hat, erfüllen kann oder es ganz einfach manchmal auch nicht will. Was ja auch wiederum Gründe und Ursachen hat die man hinterfragen sollte.

Wir sollten nicht permanent den anderen „runtermachen“ weil er nicht immer so funktioniert wie wir das gerne hätten. Weil er das gar nicht permanent KANN.

Das hat in erster Linie erst einmal mit UNS SELBS etwas zu tun. Wir verhalten uns dann so, wenn wir vom anderen ERWARTEN dass er uns unsere inneren Defizite und inneren Mängel ausgleicht. Und das funktioniert nicht. Genau aus dem Grunde können auch viele Menschen nicht alleine sein. Weil sie unter einem inneren Mangel leiden. Und aus diesem Mangel heraus fühlen sie sich dann einsam. Ein Mensch der diesen inneren Mangel SELBST ausgleichen kann, wird sich NIEMALS alleine oder einsam fühlen wenn er tatsächlich mit sich alleine ist. Denn wenn man diesen Menschen liebt mit dem man alleine ist – nämlich SICH SELBST – dann kann man sich NICHT einsam fühlen! Dann genügt man sich selbst. Erst dann ist man wirklich in der Lage seinen Partner oder seine Partnerin als ZUSÄTZLICHE Bereicherung im eigenen Leben zu sehen. Weil dieser Mensch einem einfach auf allen Ebenen einfach nur gut tut. Und nicht als Glücksquelle dient, die man dafür verantwortlich macht, dass man sich glücklich fühlt. Dafür ist man erst einmal selbst zuständig. Und niemand anders. Das nennt man dann Eigenverantwortung übernehmen.

Auch die inneren seelischen Mangelzustände sind Schatten in uns, die es zu finden gilt, um sie wieder auszugleichen. Damit wir ins HABEN und in die FÜLLE und somit ins wahre (Liebes-) GLÜCK kommen.

Dadurch dass die hochsensiblen Menschen so sind wie sie sind, wird das ganze aber oft erschwert. Weil man erst einmal zu sich selbst finden muss um sich MIT seiner Sensibilität ganz genauso annehmen und akzeptieren zu können wie man ist. Dann erst kann man sich um seine inneren Schatten und „blinden Flecke“ der Seele kümmern.

Der innere Schatten in uns ist alles was negativ ist. Was uns belastet und stresst. Was uns einfach nicht gut tut. Was sich nicht „stimmig“ und irgendwie „komisch“ anfühlt.

Auch Angst ist ein immens großer innerer Schatten. Gerade bei hochsensiblen und emotional sensiblen Menschen.

 

  • Angst hindert
  • Angst hemmt
  • Angst blockiert
  • Angst lässt vermeiden
  • Angst kontrolliert
  • Angst lässt flüchten und weglaufen

 

Die inneren Schatten und „blinden Flecke“ sorgen oft dafür dass wir nicht das Leben leben, das wir eigentlich leben wollen. Sondern dass wir „nur“ einen Kompromiss leben. Und dabei aber innerlich kreuzunglücklich und alles andere als wirklich zufrieden sind.

Auch sorgen diese inneren Schatten dafür dass wir uns nach außen hin verstellen und uns „Masken“ aufsetzen. Um nur ja nicht anzuecken bei anderen Menschen.

Beispielsweise die Maske der Arroganz, die Maske der „Coolness“, die Maske des „immer fröhlichen und gut gelaunten“, die Maske der Anpassung und des Verbiegens...

Auch ein permanentes „zu viel“ an Make Up, ein Bart oder eine Sonnenbrille kann eine Maske des Selbstschutzes für uns sein. Dahinter kann man sein wahres ICH, seine Ängste und Unsicherheiten sehr gut verstecken.

Kennen Sie die Geschichte von den Clowns, die eigentlich sehr, sehr traurige Menschen sind und nur andere mit ihrem Clown-Sein erfreuen um ihre eigenen Unzulänglichkeiten zu überdecken und zu kompensieren? Das ist nicht so ganz aus der Luft gegriffen...

Auch das Gefühl im Schatten eines anderen Menschen zu stehen – also nicht gut genug bzw. nicht so gut wie der andere zu sein - gehört in diese Themen-Rubrik.

Manchmal ist der Schatten größer oder kleiner als wir selbst. Manchmal haben wir das Gefühl der eigene Schatten verschluckt uns regelrecht. Weil er so dominant und riesig ist. Oder er ist so klein und kümmerlich, dass wir ihn kaum mit bloßem Auge wahrnehmen. Manchmal ist der eigene Schatten ganz klar und deutlich zu erkennen und ein anderes Mal sehr verschwommen und diffus. Manchmal macht uns unser Schatten Angst, weil wir uns von ihm verfolgt fühlen. Er wirkt dann dunkel und bedrohlich auf uns. Wie ein schwarzes, riesiges Wolkengebirge dass sich hoch über uns auftürmt und ein Unwetter ankündigt. Manchmal suhlen wir uns auch regelrecht in unseren Schatten. Machen damit aber eigentlich alles immer noch schlimmer. Manchmal ist unser Schatten auch von uns abgetrennt und wir müssen ihn wieder zusammenflicken und in uns integrieren. Manchmal macht es aber auch richtig Spass mit unserem Schatten zu spielen. Und wir amüsieren uns königlich. Weil wir uns wieder Kraft und Energie daraus holen. Dass alles kann man sowohl auf den äußeren, als auch auf den inneren Schatten beziehen. Allerdings ist Schattenarbeit an sich nicht immer wirklich leicht.

Innere Schatten und „blinde Flecke“ gibt es unendlich viele. Und sie sind bei jedem Menschen wieder anders. Obwohl viele Dinge parallel bei sehr vielen Menschen vorkommen. Trotzdem sind die Menschen und ihre jeweiligen Schicksale immer individuell zu sehen.

Wenn es beispielsweise darum geht die blockierte Energie in sich wieder freizusetzen, alte Muster, Verstrickungen und Konditionierungen zu erkennen, zu lösen und zu heilen, muss man schon gewillt sein sich selber zu verändern. Sonst funktioniert das nicht. Wenn man darauf wartet dass der andere anfängt sich zu ändern, wird gar nichts passieren. Und alles bleibt beim alten. Manchmal muss man sich einfach überwinden und den Anfang machen. Dann ziehen automatisch auch andere Menschen mit. In der Beziehung und Partnerschaft beispielsweise. Oder in der Familie. Verändert sich einer, verändern sich die anderen ebenfalls automatisch. Nur muss einer gezielt diesen Veränderungsprozess in Gang setzen. Und meistens ist das die Aufgabe der Frau. Gerade wenn es um die Rollenverschiebung des männlichen und weiblichen Verhaltens an sich geht.

Wichtig ist in jedem Falle dass man seine eigenen inneren Schatten und „blinden Flecke“ erkennt. Und in sein SELBST integriert. Anstatt gegen die abgespaltenen seelischen Anteile permanent anzukämpfen. Oder sie zu übergehen und zu ignorieren. In der Hoffnung dass die Zeit die Wunden schon heilen wird. Zeit alleine heilt die Wunden nicht. Wenn man darauf wartet, setzt man sich einer ganz gewaltigen Selbst-Täuschung aus. Da gehört schon ein bisschen mehr dazu. Wenn man gewisse Dinge nicht weiß, kann man auch nicht daran arbeiten. Und dann hilft auch die Zeit nicht dabei, diese Schatten in sich aufzulösen. Sie werden dann nur verdrängt.

Manchmal sind die inneren Schatten allerdings notwendig um sich selber ins richtige Licht rücken zu können. Und um zu sich zu finden. MIT seiner Sensibilität. Und IN seiner ur-weiblichen und ur-männlichen Rolle.

Erst wenn man all seine inneren Schatten und „blinden Flecke“ aufgespürt hat, kann man wirklich bei sich selbst ankommen. Und in sich ruhen. Dann genügt man sich selbst. Und macht nicht mehr andere für das eigene Glück verantwortlich. Dann befindet man sich IN Liebe. Man ist IN Liebe zu sich selbst, IN Liebe zu dem Menschen an seiner Seite und IN Liebe mit allem. Man IST Liebe. Dieses wundervolle und einmalige Gefühl muss man selber spüren. Das kann man nicht erklären. Man muss es einfach FÜHLEN.

Und so wie der äußere Schatten zu einem gehört, sind die inneren Schatten mit dem eigenen Selbst verbunden. Man muss diese inneren Schatten nur wieder in seine Seele und in sein Herz integrieren.

Wenn man die inneren Schatten geheilt und all seine „blinden Flecke“ aufgedeckt hat, findet man auch ins wahrhaftige Glück. Und in die wahrhaftige und bedingungslose Liebe. Die Energie kann wieder frei fließen.

Die inneren Schatten sind dann zwar teilweise irgendwo noch vorhanden, aber sie stören und belasten einen nicht mehr.


                                                                                   © Iris Fischer – sensible-seele.net

  

Hochsensibilität und Depressionen

Hochsensibilität & Depressionen

Meiner Ansicht und meiner Erfahrung nach sind Depressionen ein Symptom für die auf Eis gelegte tiefe Sehnsucht und Suche der Seele nach dem eigenen (Lebens-) Sinn. Ein Symptom für die Vernachlässigung des eigenen Selbst. Ein Symptom der Nichtbeachtung der eigenen Intuition und der emotionalen, geistigen, seelischen, schöpferischen und kreativen Fähigkeiten. Ein Symptom der nicht ausgelebten Talente und Leidenschaften. Ein Symptom des übergehens der ur-eigenen Bedürfnisse, Wünsche, Träume, Sehnsüchte und Ziele. Ein Symptom missachteter, ignorierter, unterdrückter, weggeschobener und verleugneter Gefühle und Emotionen.

Sind Depressionen also ein überdeutliches Zeichen derjenigen sensiblen Menschen die sich nicht selbst verwirklichen? Die sich fremdbestimmen lassen? Und die sich permanent für andere verbiegen? Die sich selbst nicht genügend beachten und von anderen nicht gesehen fühlen? Oder die gar völlig überbehütet werden und nicht ihre eigenen Entscheidungen treffen dürfen? Die aus vollkommen falscher Rücksichtnahme auf andere mit ihrer wahren eigenen Meinung immer hinter den Berg halten müssen? Und die oft jahrelang einen vernichtenden Kampf gegen sich selber führen? Da deren Kopf und Herz erbitterte Gegner sind, weil sie nicht den Mut haben, ihr Herz gewinnen zu lassen? Und stattdessen immer wieder den Illusionen ihres Verstandes verfallen? Ein Synonym dafür, dass sie sich von der Essenz ihrer Seele, ihrem wahren Kern und ihrem wahren Sein - ihrer ureigenen Mitte  – um Lichtjahre entfernt haben?

Werden solche Menschen depressiv, die sich abhängig machen von den Meinungen, Urteilen und Bewertungen anderer? Weil sie sich selbst nicht vertrauen und sich nichts zutrauen?

Die sich nicht selbst leben, sondern die sich von anderen leben lassen? Die ihren eigenen Lebensentwurf verkümmern lassen und stattdessen immer nur Kompromisse eingehen? Die sich permanent selbst enttäuschen und selbst verleugnen und aus Angst lieber das tun, was andere von ihnen wollen?

Meiner Erfahrung nach ein ganz großes „Ja“! 

Depressionen aufgrund einem gravierenden Mangel, Grenzen setzen zu können und einer unendlichen Suche der Seele nach dem:

 

  • „Wer bin ICH eigentlich wirklich“
  • „WAS ist der wahre Sinn meines DaSeins“
  • „WIE schaffe ich es, ICH SELBST zu sein und MICH zu verwirklichen“
  • „DARF ich wirklich meine Gefühle leben, ohne mich selbst dabei zu verlieren“
  • „WIE kann ich das schaffen“


Viele hochsensible Menschen entwickeln irgendwann im Laufe ihres Lebens irgendeine Art von Depression. Es gibt abwechselnd je nach Tagesform passive und aktive Phasen. Tieftraurige und absolut erschöpfte und antriebslose Phasen. In denen man überhaupt nichts tun kann. Weder geistig noch körperlich. Außer daliegen und sich ausruhen. Oder gleich schlafen. Und nur weil man trotzdem ab und zu einmal lacht und oberflächlich gesehen fröhlich ist, heißt das noch lange nicht dass man nicht doch unter einer Depression leidet. Die Unterschiede sind so vielfältig wie die Menschen selbst.

Man muss sich nur einmal folgendes vorstellen:

Eigentlich haben wir alles was wir zum Leben brauchen. Wir haben alle ein Dach über dem Kopf, wir sind mehr oder weniger finanziell versorgt, wir schwelgen im „Luxus“ uns das Wasser aus dem Wasserhahn holen zu können, wir drehen die Heizung an wenn uns kalt wird, wir drücken den Lichtschalter, um der Dunkelheit zu entgehen, wir gehen im Supermarkt einkaufen, wir haben mehr als genug zu essen und zu trinken, wir besitzen genügend Kleidung und Schuhe die wir oft genug nicht ein einziges mal getragen haben, wir haben Luxusgüter wie Autos, Fernseher, Computer, Handys usw..., wir können uns ins Flugzeug setzen und irgendwohin in Urlaub fliegen - wir haben Beziehungen, Partnerschaften und Familien, und sind dennoch oder gerade deshalb unzufrieden und unglücklich!

Viele hochsensible Menschen leiden unter chronischen Depressionen. Die Dunkelziffer ist noch weitaus höher, als offizielle Zahlen das vermuten lassen.

WARUM ist das so?

Diese Menschen haben meiner Erfahrung nach die Kontrolle über sich selber und über ihr Leben verloren. Da man mit zuviel Kontrolle der falschen Dinge eben das Gegenteil von dem erreicht, was man eigentlich will. Und so das WAS man will, erst recht nicht bekommt. 

Weil hinter der Kontrolle in Wahrheit eine ganze Menge Angst steckt.

 

  • Angst nicht zu genügen
  • Angst zu versagen
  • Angst vor Veränderung
  • Angst SICH SELBST zu leben
  • Angst authentisch zu SEIN
  • Angst, sich seinem eigenen Selbst und seinen wahren Gefühlen zu stellen
  • Angst Fehler zu machen 
  • Angst andere zu enttäuschen, lieber enttäuscht man sich die ganze Zeit selbst
  • ...usw...


Sie versuchen mit allen möglichen Aktionen und Aktivitäten - oft über viele Jahre lang - innere Defizite und Mängel auszugleichen. Was aber nur schwerlich gelingt. Auch haben viele Menschen oft viele Jahre lang das Gefühl dass ihnen irgendetwas elementares fehlt im Leben. Das kann die unbewusste Suche nach tiefer, wahrer und bedingungsloser Liebe aber auch fehlender Selbstwert und fehlende Selbstliebe sein. Oder man ist unzufrieden und unglücklich weil man lediglich ein Leben mit lauter Kompromissen lebt. Weil man perfektionistisch ist und nicht die Anerkennung und das Lob bekommt dass man sich so sehr ersehnt. Und dafür immer noch weiter kämpft. Und sich nicht verwirklichen und seine Fähigkeiten, Talente und Leidenschaften ausleben kann.

Weil man sich selbst einfach nicht erlaubt so zu sein wie man eigentlich schon immer ist.

Man darf in unserer heutigen Gesellschaft als Mann nicht mehr wirklich ‚Mann’ sein und als Frau nicht mehr richtig ‚Frau’. Man spürt dass irgendetwas nicht richtig und nicht stimmig ist und kann es nicht einmal für sich definieren. Man fühlt sich irgendwie unwohl und findet doch keine Worte dafür. Vielleicht lehnt man auch seine Sensibilität ab oder kann bzw. darf sie aus verschiedenen Gründen nicht ausleben. Man ist emotional abhängig von anderen Menschen, man verbiegt sich permanent und lässt sich „fremdbeeinflussen“ und „fremdbestimmen“ usw...

Leider sind wir darauf konditioniert, jederzeit zu funktionieren und Leistung zeigen zu müssen. Jederzeit erreichbar zu sein. Wir sind darauf konditioniert, uns anderen anzupassen und uns selbst zu vergessen. Oft wissen wir überhaupt nicht mehr, wer wir eigentlich wirklich sind. Wir sind darauf konditioniert, uns um andere zu kümmern, nur nicht um uns selbst. Wir kennen uns selbst oft überhaupt nicht mehr.

 

Fragt man die Menschen:

 

  • Wer bist du wirklich?
  • Was willst du tatsächlich?
  •  Was sind deine Fähigkeiten?
  • Wohin zieht es dich im Leben?
  • Was macht dich aus?


erntet man oft nur betretenes Schweigen. Oder den folgeschweren und tragischen Satz „Ich weiß es nicht“.

Das ist leider trauriger Fakt. Und so ist es kein Wunder dass wirklich viele – gerade sensible  Menschen - unter Depressionen leiden.

 

Depressionen zeigen meiner Ansicht nach den Hunger nach wahrem Leben.

 

  • Den Hunger nach Lebendigkeit
  • Den unstillbaren Hunger nach Leichtigkeit und innerer Freiheit


Menschen die unter Depressionen leiden sind vollkommen ausgehungert. Sie spüren sich selbst nicht mehr. 

Sie sind ausgehungert nach Dingen, die aus der Tiefe ihrer Seele kommen.

 

  • Ausgehungert nach wahrer und bedingungsloser Liebe
  • Ausgehungert, ihre Gefühle jederzeit zeigen und ausleben zu dürfen. Auch die negativen. 
  • Ausgehungert nach Akzeptanz
  • Ausgehungert nach Respekt
  • Ausgehungert nach Zufriedenheit
  • Ausgehungert nach Achtsamkeit
  • Ausgehungert nach innerer Ruhe
  • Ausgehungert nach Gelassenheit
  • Vollkommen ausgehungert nach wahrem Glück
  • Unendlich ausgehungert danach, einfach SIE SELBST sein zu dürfen. Genauso wie sie sind. WEIL sie so sind wie sie sind


Das zeigt sich auch sehr deutlich an den Konzentrationsschwierigkeiten und Schlafproblemen, die bei depressiven Menschen  auftreten. Und dem ständigen rattern des Gedankenkarussells. Weil man aus dem Grübeln überhaupt nicht mehr herausfindet. Man grübelt und grübelt und grübelt und findet doch keine Lösung für die Dinge, über die man nachdenkt.

Bei all dem ist es ja kein Wunder dass man chronisch müde, antriebslos, seelisch, geistig und körperlich unendlich erschöpft wird. Man resigniert innerlich und gibt auf. Und zwar unbewusst. Man findet keinen Ausweg.

Eine Lösung des ganzen Dilemmas liegt dabei ausschließlich in uns selbst!

Wir finden diese nicht im Außen. Wir finden sie nicht im einnehmen von Medikamenten. Wir finden sie nicht, indem wir von Arzt zu Arzt rennen. Auf der Suche nach immer neuen Behandlungsmethoden. Die sowieso nichts bringen. Und die Symptome letztendlich nur zudecken. Oder oberflächlich ankratzen. 

Eine Lösung liegt nicht darin, einen depressiven Menschen unter Druck und unter Zugzwang zu setzen.

Die Lösung liegt ausschließlich IN UNS SELBST...

Nur wir selbst können die bedrohlichen dunklen Wolken der Depression verscheuchen und von uns schieben. Das kann niemand anders.

Es ist ganz einfach die tiefe und pure Sehnsucht der eigenen Seele, die hier lauter als laut um Hilfe schreit...

Weil sie endlich gehört, gesehen und gelebt werden will...


                                                                                     © Iris Fischer – sensible-seele.net 


Die Perfektionsfalle

Die Perfektionsfalle

Viele sensible Menschen leben in dem Trugschluss, wenn sie perfekt wären, würden sie ein besseres und glücklicheres Leben führen. Sie sind der Überzeugung, dass – wenn sie ein perfektes Familienleben, den perfekten Partner/die perfekte Partnerin, das perfekte Haus oder die perfekte Wohnung, das perfekte Auto, den perfekten Job, das perfekte Aussehen, den perfekten Charakter usw. hätten und wenn sie alles perfekt machen würden was sie tun, wären sie glücklicher als je zuvor.

Derweil ist - wenn man der Perfektion hinterherhechelt, es tatsächlich so - als ob man wie ein Verdurstender durch eine staubtrockene Wüste irrt. Und man findet einfach kein Wasser. Sprich - man ist weit davon entfernt perfekt zu sein. Es muss auch niemand perfekt sein. Denn gerade die Unperfektheit - die Unvollkommenheit eines Menschen macht einen Menschen doch erst interessant.

Perfektion ist meiner Meinung nach langweilig.

Weil dann keinerlei Raum mehr für Vielfalt, Unterschiedlichkeit, Individualität, Veränderung und für Entwicklung bleibt.

Gerade die unvollkommenen und unperfekten Menschen, die mit Charme und Humor zu ihren Fehlern, Macken, Eigenheiten, falschen Entscheidungen usw. stehen können, nehmen sich selber ganz genauso an wie sie nun einmal sind. Sie wollen gar nicht anders sein. Denn sie lieben sich so wie sie sind. Und werden dafür auch von anderen geliebt. Weil diese Menschen authentisch sind. Weil sie offen und ehrlich sind. Weil es ihnen egal ist was andere über sie denken. Sie machen sich nicht von den Bewertungen anderer abhängig. Und genau damit zeigen sie Persönlichkeit und Charakter. Und wirken gerade deshalb auf andere Menschen liebreizend und sympathisch. Weil sie unangepasst und unperfekt glücklich sind. 

Menschen mit einer gewissen Verschrobenheit, Schrulligkeit, Skurillität, Extravaganz oder mit rebellischem Charakter gehören beispielsweise hierzu. 

Das einzige was wirklich vollkommen ist, ist die Natur. Denn die Natur hat alles ganz perfekt aufeinander abgestimmt. Der Mensch entstammt zwar ebenfalls der Natur, ist aber in der Realität weit davon entfernt natürlich zu leben. Denn leider leben wir in einer immer künstlicher werdenden Welt, in der nur noch Leistung zählt und ständige Erreichbarkeit an der Tagesordnung ist. Wir Menschen können und dürfen überhaupt nicht mehr natürlich leben. Weil wir immer irgendwie von allen Seiten unter Erfolgsdruck gesetzt werden. Wir sollen immer nur funktionieren. Und wenn uns tatsächlich einmal niemand anders unter Druck setzt, sind wir trotzdem nicht mit uns zufrieden. Dann setzen wir uns nämlich selber unter Druck. Anstatt innerlich ruhig und gelassen zu bleiben. Uns zu entspannen, mit der Schulter zu zucken und zu sagen: "Na und, dann bin ich eben unperfekt. Und nicht vollkommen. Das ist völlig egal."

Nein, das bringen viele Menschen nicht fertig. Sie hetzen immer weiter nach Perfektion und Vollkommenheit. Und sind dabei niemals glücklich und zufrieden.

Die Wahrheit hinter dieser ganzen Perfektionsfalle will dabei aber niemand sehen. Das wird alles verdrängt. Und oft auch verschwiegen. Denn die Wahrheit kann emotional verdammt weh tun. Auch wenn die Wahrheit manchmal notwendig ist. Und diese emotionalen Schmerzen will niemand wahrhaben. Niemand will sie spüren.

Die Wahrheit ist nämlich eigentlich ganz einfach. Viele Menschen wollen einfach nur perfekt und vollkommen sein, weil sie nach Anerkennung und Lob lechzen. Weil sie niemals genügend Anerkennung und Lob in ihrem Leben erfahren haben. Und immer noch nicht bekommen.

Das ist auch der Grund, warum beispielsweise viele Frauen unsicher sind und ihre Männer mit Fragen in Verlegenheit bringen wie sie denn in diesem oder jenem Outfit aussehen würden. Sie wollen einfach nur Lob erhalten. Und Anerkennung dass sie gut genug sind so wie sie sind. Und die Männer sollten in diesen Momenten nur ja nichts "falsches" sagen. Aber auch  Männer brauchen selbstverständlich Anerkennung und Lob. Nur wieder auf andere Art und Weise. Was auch oft zu Missverständnissen in Beziehungen führt.

Fehlendes Lob und fehlende Anerkennung. Das ist oft die eigentliche Ursache nach dem Streben nach Perfektion und Vollkommenheit.

Und natürlich auch, weil heutzutage überall suggeriert wird dass man immer perfekt funktionieren soll. Und alles im Leben an sich perfekt sein soll.

Dass das perfekte Aussehen, das perfekte Heim, der perfekte Partner/die perfekte Partnerin, das perfekte Auto, das perfekte Einkommen, der perfekte Job, das perfekte Kind zu haben usw. unbedingt und dringend notwendig ist um von anderen Ansehen zu bekommen. Dass nur Volllkommenheit gewünscht und toleriert wird.

Genau deshalb ist auch Sensibilität in der Allgemeinheit nicht gewünscht. Weil Sensibilität als Unvollkommenheit gilt. Die immensen Vorteile die sensible Menschen von Natur aus in sich tragen, wollen von vielen Menschen überhaupt nicht gesehen werden. Da sensible Menschen oft zu Unrecht als kompliziert und neurotisch angesehen werden.

Das Gefühlsleben von sensiblen Menschen kann allerdings – wenn wir ganz ehrlich sind – sehr wohl kompliziert und chaotisch sein. Das stimmt schon. Aber es ist gleichzeitig auch äußerst vielfältig, intensiv, sehr tiefgründig, facettenreich, geheimnisvoll und faszinierend.

Kompliziert wird es erst dann, wenn man als sensibler Mensch nicht den passenden Umgang mit sich selbst und mit seinen eigenen Gefühlen und Emotionen findet. Und auch wenn das eigene Umfeld nicht mit den sensiblen Menschen umgehen kann. Mit dieser Sensibilität nicht zurechtkommt.

Aber gerade diese Unperfektheit macht einen sensiblen Menschen erst so richtig interessant. Und eigentlich dann doch wieder perfekt so wie er ist.

Solange man allerdings von sich selber nicht wirklich überzeugt ist, und sich trotz seiner eigentlich von der Natur perfekt eingerichteten besonderen Gabe als unperfekt empfindet und wahrnimmt, kann man gar nicht mit sich selber zufrieden und glücklich sein. Und wenn dann noch die emotionale Abhängigkeit von den Bewertungen anderer dazukommt, führt man quasi einen permanenten – eigentlich schon verlorenen - Kampf gegen Windmühlen.

Es ist ein fataler Irrglaube das Perfektion in das Leben führt, das man wirklich aus tiefstem Herzen und aus tiefster Seele führen möchte.

Wenn wir alle perfekt wären und somit alle gleich, wie langweilig und öde wäre dann unsere Welt. Oder?

Würden Sie in einer perfekten Welt mit lauter perfekten Menschen leben wollen? Also ich ehrlich gesagt nicht. 

Natürlich ist es völlig legitim, Anerkennung und Lob bekommen zu wollen für Dinge, die man geleistet und wirklich gut gemacht hat.

Allerdings tut man sich selber keinen Gefallen wenn man immer wieder nach Perfektion und Vollkommenheit strebt. Und vor allem nicht deshalb, „weil es die anderen ja auch tun!“

Denn – alleine die viele Zeit die Menschen damit verbringen sich selber und ihr enges Umfeld in dem sie sich befinden zu perfektionieren, könnte man schon für sehr viel sinnvollere Dinge verwenden.

Nämlich für den Partner/die Partnerin wirklich dazusein, seine Leidenschaften, Hobbies, Talente und Fähigkeiten zu entfalten, auszuleben und zu pflegen, sich seine Träume, Wünsche und Sehnsüchte zu erfüllen, in seine eigene Mitte zu finden, sich selbst zu lieben und auf sein eigenes Wohlergehen zu achten d. h. sich selber achtsam zu behandeln, auf seine Intuition zu hören und nach seinem Herzen zu leben.

Aus der „Verkopfung“ der Perfektionsfalle herauszukommen und so zu leben dass wir uns in uns selbst und in unserem Leben wohl fühlen können. Dass wir den Menschen an unserer Seite - der mit seinem freien Willen mit uns sein Leben teilt, und der uns wirklich liebt - wirklich sehen so wie er ist, und ihm auch die Liebe entgegenbringen die er verdient hat. Als der Mensch der sich für uns von Herzen entschieden hat und wir uns schließlich auch für ihn ganz bewusst entschieden haben.

Für all das ist keine Perfektion und keine Vollkommenheit notwendig. Denn der Weg des eigenen Herzens stellt eigentlich den einzigen Weg dar, den man für sich „perfektionieren“ sollte. Da der Weg des eigenen Herzens immer der passende für uns selbst und für den Menschen an unserer Seite ist.

Manchmal ist gerade das Unperfekte und Unvollkommene notwendig, um wirklich glücklich zu sein im Leben. Gerade DAS ist dann perfekt für uns. Nur übersehen wir das leider allzu gerne.

Wenn man denn spürt dass man in der leidigen Perfektionsfalle sitzt, sollte man sich in jedem Fall bemühen, da wieder herauszufinden. Denn es gibt Mittel und Wege, genau die Anerkennung und das Lob zu bekommen, dass man auch verdient hat für die Dinge die man tagtäglich leistet in seinem Leben. Dazu sollte man sich aber nicht emotional abhängig machen von den Bewertungen oder den Beurteilungen anderer.

Wenn wir ständig nur damit beschäftigt sind uns selber überholen zu wollen, kann das nur danebengehen. Und irgendwann sind dann zwangsläufig die Konsequenzen aus genau diesem Verhalten zu spüren, dass wir an den Tag legen, wenn wir in der Perfektionsfalle sitzen und es uns darin gemütlich machen.

Vielleicht leben wir so unbewusst und unabsichtlich genau an unserem Glück vorbei. Weil wir es vor lauter Perfektionsdenken überhaupt nicht sehen und wahrnehmen, dass wir eigentlich oft genau das was uns glücklich macht, direkt schon vor unserer Nase haben. Und überhaupt nichts anderes mehr brauchen. Weil es genau richtig ist so wie es ist. Eben unperfekt und nicht vollkommen. Und wir vielleicht dennoch oder gerade deshalb vollkommen glücklich sein können in unserem Leben!

Trägt Ihr Leben Ihre eigene persönliche Handschrift? Oder stellt sich bei genauem Hinsehen heraus, dass Ihr Leben fremdem Einflüssen unterliegt? 

Und Sie überhaupt nicht die Entscheidungsgewalt über Ihr eigenes Leben haben? 

Sitzen Sie bereits in der Perfektionsfalle und haben es sich darin schon so richtig gemütlich gemacht? Oder möchten Sie ganz schnell da wieder herauskommen, weil Sie sich in Ihrem Perfektionsdenken gefangen und nicht wirklich wohl dabei fühlen?

Dann nehmen Sie Ihr Leben in die Hand. Hören Sie auf Ihr Herz und auf Ihre Intuition. Um die Anerkennung und das Lob dass Sie für Ihr seelisches Wohlbefinden brauchen zu bekommen, müssen Sie nicht perfekt sein.

Sie sind genau richtig so wie Sie sind. Auch mit Ihrer Unperfektheit und Unvollkommenheit.

Und vielleicht gerade deshalb eigentlich genau perfekt!    


                                                                                   © Iris Fischer – sensible-seele.net 


Die Sache mit dem Urvertrauen

Die Sache mit dem Urvertrauen

„Vertrauen ist eine Oase des Herzens, die von der Karawane des Denkens niemals erreicht wird" - Khalil Gibran

Urvertrauen zu besitzen, ist ein unermesslich wertvolles Geschenk. An uns selbst und an andere Menschen. Urvertrauen zu besitzen bedeutet, uns uns selbst und einem anderen Menschen bedingungslos hinzugeben. Uns in dieses Vertrauen hineinfallen zu lassen. Ohne jede Kontrolle. Hinabzusinken ins bodenlose. Zu schweben wie auf einer dicken, weichen Wolke, die am grenzenlos weiten Himmel leise dahinzieht. Nicht wissend, wohin sie uns trägt. Unsere Seele, unser Herz und unseren Körper einem anderen Menschen zu schenken. Ohne zu hinterfragen was dieser Mensch mit unserer Seele, mit unserem Herzen und mit unserem Körper tut.    

Urvertrauen ist ein unerschütterlicher Seins-Zustand. Urvertrauen ist die Anwesenheit von Liebe und die Abwesenheit von Angst.

Ohne Angst zu sein, ist die Grundvoraussetzung für innere Wandlung.

Vertrauen und Zuversicht ist ein Duo das zusammengehört. Denn ohne Zuversicht gibt es kein Vertrauen und ohne Vertrauen besitzen wir keine Zuversicht. Zuversicht bedeutet, aus allem was IST, das beste herauszuholen. Immer eine Lösung parat zu haben. Aus der immersprudelnden Quelle der Hoffnung zu schöpfen und niemals aufzugeben. Innere Stärke und Kraft zu besitzen, um immer weiterzumachen. Eben zuversichtlich zu sein, dass alles genauso kommt und laufen wird wie es sein soll.

Uns selbst und dem Leben an sich bedingungslos zu vertrauen bedeutet, uns kompromisslos darauf einzulassen. Und zu ‚empfangen’ was das Leben für uns bereithält. Darauf zu vertrauen, dass wir immer genau das bekommen, was wir in unserem Leben für uns brauchen.

Das was wir nicht brauchen, stossen wir per Resonanzgesetz sowieso ab. Weil es uns nicht weiterbringt. Weil es keinen Nutzen für uns hat. Und weil es uns auch nicht ‚berührt’.

Uns selbst und anderen Menschen absolut pures und reines Vertrauen entgegenzubringen, bedeutet unvorstellbar mutig zu sein. Vor allem dann, wenn wir es nicht gelernt haben überhaupt auf uns selbst vertrauen zu DÜRFEN. Obwohl wir immer gespürt haben dass wir uns selbst sehr wohl vertrauen können. Weil wir ja als hochsensible und auch hochsensitive Menschen immer sehr genau gespürt haben was für uns nun „richtig“ ist. Und was sich ‚stimmig’ für uns anfühlt.

Wie sollen wir lernen uns selbst zu vetrauen, wenn uns schon unsere Mütter nicht vertraut haben? Weil sie sich selbst wiederum nicht vertrauen konnten? Oder dies auch gar nicht durften?

Wenn schon unsere Mütter uns nicht geglaubt und uns nichts zu-getraut haben, wie sollen wir uns selber zutrauen das „richtige“ für uns zu tun? Die „richtigen“ Entscheidungen für uns zu treffen?

Wir können unserem Selbstvertrauen ja überhaupt keinen Glauben schenken. Wenn von Grund auf immer misstrauisch beäugt wurde, welche Entscheidungen wir für uns getroffen haben. Wenn ständig kritisiert wurde was wir taten. Wenn uns immer wieder suggeriert wurde dass wir angeblich nicht gut genug sind. Wenn unsere Meinung nicht gefragt war. Wenn unser Urteilsvermögen in Frage gestellt wurde. Nur weil wir ‚anders’ sind und schon immer anders sein wollten als unsere Mütter. Weil wir sehr genau gespürt haben dass schon unsere Mütter nicht authenisch sind. Weil schon sie zu ihrer Mutter nicht das Urvertrauen bilden konnten, das eigentlich so wichtig ist zwischen Mutter und Kind. Denn nur so können wir das Urvertrauen fürs Leben in uns ausbilden. Und unerschütterlich in uns selber ruhen.

Sehr viele Menschen misstrauen allem und jedem. Vor allem auch sich selbst. Was ja kein Wunder ist, wenn wir bedenken wie oft unser Urvertrauen bereits missbraucht wurde in unserem Leben.

Wenn wir einem Menschen unser vollstes Vertrauen schenken und dieser Mensch missbraucht dieses Vertrauen dann – beispielsweise mit permanenten Lügen, Untreue und Unzuverlässigkeiten - ist dadurch oft ein solch tiefer Riss im Gebilde unseres überaus sensiblen Urvertrauens entstanden, dass es für uns fast unmöglich ist, den Weg über diesen Abgrund zurück zu schaffen.

Gerade für hochsensible und emotional sensible Menschen wiegt das Vertrauen dass sie einem anderen Menschen entgegenbringen, oft schwerer als Gold. Was für den, der dieses Vertrauen nicht zu schätzen weiß, sehr oft den „Todesstoss“ für Freundschaft, Liebe und Beziehung bedeuten kann.

Für uns sensible Menschen bedeutet ein Verlust des Urvertrauens immense emotionale und seelische Schmerzen. Denn es ist mit das schlimmste überhaupt, wenn das Urvertrauen dass wir in einen anderen Menschen setzen, von diesem – egal in welcher Form – enttäuscht und missbraucht wird. Vor allem wenn wir eigentlich per se an das Gute im Menschen glauben.

Urvertrauen ist wie ein winziges Samenkorn, dass wir in die dunkle, nährende Erde setzen. Dass dann mit Liebe, Licht und Wasser zu einem zarten Pflänzchen heranwächst. Dieses zarte Pflänzchen des Urvertrauens kann aber nur zu einer großen, kräftigen und starken Pflanze heranwachsen, wenn es fortwährend liebevolle Pflege und Aufmerksamkeit bekommt. Dieses Pflänzchen muss mit aller Achtsamkeit, Zuversicht und voller Hoffnung behandelt werden. Da es ansonsten verkümmern wird und jämmerlich eingeht.

Die frühkindliche Bindung zu unserer Mutter ist unabdingbar, wenn es darum geht, das unerschütterliche Urvertrauen in uns zu entwickeln. Dazu gehört, dass jegliche unserer Grundbedürfnisse und Wünsche per se von unserer Mutter befriedigt und erfüllt werden. Dass wir ihre Liebe zu uns spüren. Und zwar von der Stunde unserer Geburt an. Wenn unsere Mutter – aus welchen Gründen auch immer – nicht dazu in der Lage ist, uns unsere Bedürfnisse zu erfüllen und uns zu lieben, können wir kein Urvertrauen in uns entwickeln. Da wir so schon mit einem emotionalen und seelischen Mangel ausgestattet, ins Leben geschickt werden.

Natürlich können diese Mütter nichts dafür dass sie so handeln. Denn sie tun das unbewusst. Und weil sie es nicht anders kennen. Da sie selber Mängel in sich tragen. Und das Urvertrauen nicht in sich entwickeln konnten. Das ist eines der dunkelsten Geheimnisse die viele Mütter in sich tragen. Und von Generation zu Generation unbewusst immer weitergegeben wird.

Wohl aber gibt es natürlich auch diejenigen, die es bewusst anders machen. Und entgegen dem handeln, wie ihre Mütter es gemacht haben.

Damit wir uns seelisch gesund entwickeln können, MÜSSEN wir von Anfang an die Bewunderung und Liebe unserer Mutter spüren. Die ersten mindestens drei Lebensjahre gelten als die wichtigsten für eine gesunde seelische und emotionale Entwicklung von Kindern. Bei hochsensiblen Kindern ist dies sogar essentiell und existenziell noch wichtiger.

Unser Urvertrauen bildet sich aus einem Gefühl der emotionalen Sicherheit, Geborgenheit und Liebe. Auch unser Selbstwertgefühl und unsere Liebesfähigkeit hängt von der Bildung des Urvertrauens ab. Die Glaubenssätze mit denen wir als Kinder aufwachsen, tun ihr übriges dazu.

Urvertrauen bedeutet, uns bei einem anderen Menschen zu Hause zu fühlen. Uns ihm ohne mit der Wimper zu zucken bedingungslos anzuvertrauen. Aus einem tiefen Wissen heraus, dass wir uns auf diesen Menschen hundert Prozent verlassen können.

Sehr oft wachsen wir aber schon als Kinder mit einem emotionalen und seelischen Mangel auf. Und können so weder uns selbst, noch anderen Menschen bedingungslos vertrauen. Vielleicht in Teilbereichen. Und auf einigen Ebenen. Aber niemals zu hundert Prozent. Und niemals auf allen Ebenen unseres sensiblen Seins. Es wird immer ein Rest Misstrauen vorhanden sein. Auf irgendeiner Ebene werden wir immer Angst, innere Zweifel und Gegenwehr in uns spüren. Auf irgendeiner Ebene haben wir immer das Gefühl für das was uns zusteht kämpfen zu müssen. Und das knabbert dann oft über viele Jahre lang an uns. „Zerfranst“ den unschuldigen Rand unserer Seele. Frisst Löcher in den Teppich unseres Gefühlsleben.

Urvertrauen in uns zu entwickeln, fängt in unserem Kopf an. Mit den Bewertungen die wir all unseren Gedanken anhängen. 

Jeder einzelne Gedanke bekommt von uns ein Schild mit einer Bewertung um den Hals gehängt.

Wenn wir beispielsweise denken dass wir ja eh nicht liebenswert sind so wie wir sind, und somit kein Vertrauen von anderen verdient haben, vertrauen wir uns auch nicht selbst. Und KÖNNEN somit auch NICHT einem anderen Menschen bedingungslos vertrauen. Und da andere Menschen ja genau diese inneren Zweifel in uns spüren, bekommen wir natürlich genau dies wieder zurück. Und uns wird ebenfalls nicht voll und ganz vertraut. Weil eben jene Menschen auf uns „anspringen“, die ebenfalls Vertrauensdefizite in sich tragen.

Es sei denn, ein bestimmter Mensch „beweist“ uns eindeutig, dass er unser tiefstes Urvertrauen wirklich und wahrhaftig verdient hat. Dass wir ihm – weil es sich so definitiv richtig und absolut ‚stimmig’ für uns anfühlt – ohne dass auch nur der leisteste Hauch eines Zweifels in unserem Innersten zu spüren ist, vorbehaltslos unser Herz, unsere Seele und unseren Körper schenken. Ganz einfach weil wir spüren und zwar mit jeder sensiblen Faser unseres gesamten Seins, dass dieser Mensch uns absolut annimmt und sein lässt wie wir sind. Weil er unseren wahren Wesens- und Seins-Kern wahrnimmt und sieht. Denn ein solcher Mensch sieht uns ausschließlich mit seinem Herzen. Seine Seele erkennt unsere Seele. Dieser Mensch liebt uns absolut wahrhaftig und bedingungslos. Auch wenn wir das vielleicht nicht sofort erkennen und sehen können.

Das kann ein einziger Mensch in unserem Leben sein. Dem wir wirklich und wahrhaftig absolut bedingungslos auf jeglichen Ebenen vertrauen. Und dem wir uns vollkommen hemmungslos hingeben. Voll von purem und reinem Urvertrauen sind. Weil alles in uns sich bei diesem Menschen angekommen und zu Hause fühlt. Weil dieser Mensch unser gesamtes Sein ‚berührt’. Weil dieser Mensch emotionale Wärme und Stabilität ausstrahlt. Weil wir spüren, dass dieser Mensch authentisch ist. Dass wir uns auf diesen einen Menschen hundert Prozent verlassen können. Es besteht von Anfang an absolute Klarheit zwischen uns und ihm. In unserem gesamten Denken, Fühlen und Handeln. Nichts ist trübe, nichts findet im Verborgenen statt. Unsere Gedanken im Kopf bekommen bei diesem Menschen ein besonders wertvolles Schild mit der Aufschrift „bedingungsloses Urvertrauen“ um den Hals gehängt. Unser Herz und unsere Seele sind zutiefst berührt. Unsere Intuition schreit laut „ja“.

Was für ein seltenes und unermesslich wertvolles Geschenk des Lebens an uns!

Wir müssen lernen unserer Intution und unserem Ur-Instinkt (wieder) zu vertrauen. Mit unserem Herzen zu fühlen und mit unserer Seele zu ‚sehen’. Nicht auf die Gedanken in unserem Kopf zu lauschen, die sowieso nur alte Gewohnheiten und negative Glaubenssätze in uns abspulen.  Immer und immer wieder. Und das jedes einzelne Mal GEGEN unser wahres Gefühl.

Unser GEFÜHL ist es, dem wir absolut vertrauen sollten. Dem wir uns hemmungslos hingeben können. Dem wir unbedingt und ganz bewusst Beachtung schenken sollten.

Wir sollten das Leben ausschließlich FÜHLEN.

Wir sollten jegliche Ängste in uns Loslassen. Jegliche Zweifel in uns begraben. Jegliche Gedanken mit negativen Bewertungen aus unserem Kopf verbannen. Und ihnen keinen Zutritt mehr zu uns gewähren.

Uns lieber darauf verlassen dass unser Urvertrauen uns leise und sicher - wie die flauschige, weiche Wolke am grenzenlos weiten Himmel - genau da hinbringt, wo es für uns persönlich absolut richtig und ‚stimmig’ ist. Und wo wir uns unendlich wohl mit uns selber und mit anderen fühlen.

Auch wenn es uns verdammt schwer fallen sollte, wirkliches Vertrauen zu uns selbst und auch zu anderen aufzubauen, lohnt sich das auf alle Fälle. 

Denn unser Leben gewinnt dadurch ganz enorm an Lebensqualität.

Und auch wenn unser Vertrauen mit Samthandschuhen angefasst werden muss - denn es ist zerbrechlich wie feinstes geschliffenes Kristallglas – tun wir das im Endeffekt ja nur für uns.

Für unser wahres, sensibles Sein. In das wir uns voller Hingabe und Selbstvertrauen bedingungslos hineinfallen lassen können...DÜRFEN...

 

Herzlichst, Ihre Iris Fischer

 

Über die Autorin

Meine Beratung für sensible Menschen

Iris Fischer ist diplomierte systemische Therapeutin, Expertin für sensible Menschen, Expertin für Seelenpartner & Dualseelen und Autorin von fünf Büchern. Selbst hochsensibel und hochsensitiv berät, unterstützt und begleitet sie hochsensible Menschen seit 2008 darin, ihren ureigenen und individuellen Weg für sich zu finden. Sie inspiriert und motiviert und gibt die passenden Impulse. Dabei bleibt sie konsequent Lösungsorientiert. Sie unterstützt ihre Klientinnen und Klienten mit sehr viel Herz, Humor und Verstand dabei, das innere Feuer in sich zu entdecken. Sich zu verwirklichen und zu entfalten und mit allen Facetten einfach authentisch zu SEIN.